Rotatorenmanschettenruptur – der schmerzhafte Sehnenriss

Rotatorenmanschettenruptur---der-schmerzhafte-Sehnenriss

Im Laufe des Lebens nutzt sich vieles im Körper ab, auch die Elastizität der Sehnen lässt mit zunehmendem Alter immer mehr nach. Besonders stark beansprucht sind die Sehnen in der Schulter und daher ist es nur logisch, dass diese Sehnen oft reißen. Ist das der Fall, dann stellt der Arzt die Diagnose Rotatorenmanschettenruptur und für die Betroffenen bedeutet das, sie haben starke und können die betroffene Schulter sowie den Arm nur noch sehr eingeschränkt bewegen.

Die Schulter – ein sehr komplexes Gelenk

Das Schultergelenk mit seinem Haupt- und drei Nebengelenken ist sehr komplex aufgebaut. Da ist zunächst einmal das Hauptgelenk mit der locker sitzenden Gelenkpfanne, die durch das Schulterblatt gebildet wird und darin liegt der Kopf des Oberarmknochens. Da der Aufbau der Knochen relativ frei ist, können die Arme in alle Richtungen bewegt werden, stabilisiert wird das Ganze durch eine Vielzahl von Bändern, Sehnen und Muskeln. Eine sehr wichtige Rolle spielt ein Ring bestehend aus vier Muskeln und Sehnen, der sogenannten Rotatorenmanschette. Die Muskeln und Sehnen in diesem Ring, der am Schulterblatt ansetzt, sind besonders anfällig für einen Riss und wenn das passiert, dann spricht man von einer Rotatorenmanschettenruptur.

Die Symptome einer Rotatorenmanschettenruptur

Kommt es zu einem Sehnenriss in der Schulter, dann ist das für die Betroffenen nicht nur mit heftigen Schmerzen verbunden, sie sind auch in ihren Bewegungen eingeschränkt und können zum Beispiel den Arm plötzlich nicht mehr über Schulterhöhe heben. Das Gelenk ist nicht mehr stabil und je nachdem, wie die Verletzung zustande gekommen ist, wird auch das Schultergelenk ausgekugelt. Vor allem in der Nacht sind die Schmerzen stark und nicht selten bilden sich auch Blutergüsse an der Stelle, an der die Sehne in der Schulter gerissen ist.

Risiken und Ursachen

Für eine Rotatorenmanschettenruptur gibt es eine Reihe von Ursachen und Risiken. In vielen Fällen ist eine natürliche Abnutzung der Sehne die Ursache, auch wenn die Sehne zum Beispiel beim stark beansprucht wird, dann kann sie anreißen und bei einer späteren vielleicht unbedachten Bewegung, kommt es dann zu einer Rotatorenmanschettenruptur. Vielfach reißt die Sehne auch dann, wenn bei einem Sturz die Schulter ausgekugelt wurde. Menschen, die ihre Schultergelenke berufsbedingt stark abnutzen, beispielsweise durch ständiges Arbeiten über Kopf, müssen ebenfalls damit rechnen, dass eines Tages eine Sehne in der Rotatorenmanschette reißt.

Die konservative Behandlung

Kommt es zu einer Rotatorenmanschettenruptur, dann kann diese Verletzung entweder operativ oder konservativ behandelt werden. Welche infrage kommt, das richtet sich immer nach dem Ausmaß der Verletzung und dem Grad der Schädigung. Das Ziel ist aber immer klar definiert: Die Schmerzen des Patienten sollen gelindert und die Funktion des Schultergelenks verbessert werden. In der Regel wird versucht, zunächst einmal die und die daraus resultierenden Schmerzen zu behandeln. Um das zu erreichen, wird unter anderem auch Kortison direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. Die Schulter darf nicht mehr belastet werden, denn sonst besteht die Gefahr, dass das Gelenk sich versteift. Wichtig ist, dass schon in einem sehr frühen Stadium mit einer gezielten Physiotherapie begonnen wird, damit das Gelenk beweglich bleibt.

Wann muss der Sehnenriss operiert werden?

Handelt es sich um eine verletzungsbedingte Ruptur der Rotatorenmanschette, dann ist ein operativer Eingriff meist unumgänglich. Wenn ein gutes Ergebnis erzielt werden soll, dann ist es wichtig, dass schnell operiert wird. Wenn es sich nur um einen Riss der Sehnen ohne eine Schädigung der Nerven handelt, dann kommt ein sogenannter minimal-invasiver Eingriff infrage, wird durch eine kleine Öffnung operiert (Schlüssellochchirurgie). Wenn schwierige Techniken erforderlich sind, dann wird offen operiert, das heißt, der Chirurg legt das Schulterblatt komplett frei. Wenn die Sehne geflickt wurde, dann muss der Patient für zwei bis sechs Wochen eine Abduktionsschiene tragen.

Bild: © Depositphotos.com / ridofranz

Ulrike Dietz