Wassergeburt – eine Alternative zum herkömmlichen Kreißsaal

Wassergeburt – eine Alternative zum herkömmlichen Kreißsaal

Mittlerweile ist die Zahl der Frauen, die sich für eine Wassergeburt entscheiden auf 5000 angestiegen. Die Alternative bei den Entbindungsmöglichkeiten wurde 1970 durch einen französischen Arzt zunehmen populärer. Seitdem ist die Zahl immer weiter angestiegen. Wie der Arzt beschreibt soll es sich bei der Wassergeburt um eine Möglichkeit zur Entbindung handeln, die als sanfter angesehen wird. Zudem handelt es sich um eine natürliche Geburtsform.

Funktionsweise der Wassergeburt

Bei einer so genannten echten Wassergeburt verbringt die Schwangere alle Phasen der Entbindung im Wasser. So verbleibt die Frau sowohl die Eröffnungs-, wie auch die Austreibungsphase im Becken, welches im warmem Wasser befüllt ist. Die Temperatur entspricht ungefähr der Körpertemperatur. Durch die Größe der Geburtswanne kann bei der Wassergeburt, die Körperhaltung nach eigenem Empfinden geändert werden. Die Frauen reagieren unterschiedlich auf das warme Wasser. Während bei einigen die Wehen verstärkt werden, verschwinden diese bei anderen vollständig. In diesem Falle muss ein Ausstieg aus dem Wasser angeraten werden. Es obliegt der Schwangeren, ob und wie lange sie im Wasser verweilen will. Durch das warme Wasser kann sich die Schwangere entspannen und kommt leichter über die Wehen hinweg. Zudem dehnt sich die Haut, wodurch die Häufigkeit von Dammrissen oder -schnitten reduziert wird. Sowohl für den Einstieg, wie auch für die Geburt, sind Griffe, Seile und feste Tücher am Beckenrand angebracht. In den meisten Fällen wird die Nachgeburt im Kreißsaal geboren, kann jedoch ebenfalls in der Geburtswanne geschehen. Danach sollte auf Grund der erhöhten Infektionsgefahr die Wanne zeitnah verlassen werden.

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Medizinische Überwachung bei Wassergeburt möglich

Wie bereits in der Schwangerschaft ist bei der Geburt und somit auch der Wassergeburt die permanente Überprüfung der Herztöne des Ungeborenen und der Wehen notwendig. Nur so kann der aktuelle Stand ermittelt, schnell und richtig gehandelt werden. Bei der Wassergeburt kommen wasserfeste, kabellose CTGs zum Einsatz. Die Hebamme steigt nicht ins Wasser, sondern betreut vom Beckenrand. Dort kann sie gezielt handelt. Von dort aus kann sogar ein Dammschnitt bei einer Wassergeburt durchgeführt werden. Im Gegensatz zu einer Entbindung im Kreißsaal darf die Schwangere bei einer Wassergeburt niemals alleine sein. Sollte es zu Auffälligkeiten und Komplikationen kommen, muss die Frau sofort aus der Wanne. Dabei kann es zu Kreislaufstörungen kommen. Direkt nach Geburt werden Mutter und Kind zugedeckt, dass sie warm haben. Gerade nach der Anstrengung ist diese Maßnahme sehr wichtig. Im Idealfall wird zeitnah die Wanne verlassen, was allerdings kein Muss ist. Direkt nach der Entbindung soll der Hautkontakt zwischen Mutter und Kind hergestellt werden, weshalb große Handtücher gereicht werden.

Risiken bei der Wassergeburt

Nicht alle Argumente, die Kritiker erwähnen, sind in der Praxis relevant. So wird von ihnen als Argument genommen, dass bei einer Wassergeburt verunreinigtes Wasser eine erhöhte Infektionsgefahr mit sich bringt. Dies wird durch Blutungen der Mutter oder des Kindes zusätzlich erhöht und diese gefördert. Ebenfalls wird dabei aufgelistet, dass bei der Wassergeburt Wasser in die Lunge des Ungeborenen kommen kann. Durch den angeborenen Tauchreflex ist dies jedoch nicht der Fall. Dieser bringt mit sich, dass Kinder bis zu vier Monaten keine Luft holen wollen, wenn sich der Kopf unter Wasser befindet. Für einen kurzen Augenblick kann das Kind nach der Wassergeburt unter der Wasseroberfläche bleiben. Wenn von der Hebamme oder dem Arzt der Kopf über die Wasseroberfläche gehoben wird, macht das Kind seinen ersten Atemzug. Um Risiken vorab auszuschließen, müssen entsprechend der Schwangerschaft bestimmte Kriterien erfüllt werden, um eine Wassergeburt zu machen. So darf bei einer komplizierten Lage des Kindes, bei großen Kindern und Mehrlingen keine Wassergeburt durchgeführt werden. Gleiches gilt für Auffälligkeiten des Fruchtwassers, einer eventuellen Unterversorgung, bedenkenswerte Herztöne, Infektionen oder anderweitige Erkrankungen der Mutter. Daher kann es sich bei einer Wassergeburt um keine spontane Entscheidung handeln, sondern Bedarf Planung und die Absprache mit dem Personal.

Bild: © Depositphotos.com / lucidwaters

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Schwanger Aktuell

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