Achillessehnenriss – eine Verletzung, die unüberhörbar ist

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Wenn die Achillessehne reißt, dann kann das kaum überhört werden, denn es klingt wie ein lauter Peitschenknall und die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, den Fuß auf die Zehenspitzen zu stellen. Selten ist diese Art der Verletzung nicht, da jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen in einen Achillessehnenriss erleiden. Männer sind dabei deutlich häufiger betroffen als Frauen. In den meisten Fällen reißt die Sehne zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr und besonders oft trifft es den mittleren Teil der Sehne, da dieser anders als am Knochen- und Muskelansatz, schlecht durchblutet wird.

Was sollte man über die Achillessehne wissen?

Der Musculus Triceps Surae heißt im Volksmund Achillessehne, angelehnt an den griechischen Helden Achilles, der als unverwundbar galt, aber doch eine Schwachstelle hatte, und zwar seine Ferse. Tatsächlich verbindet die Achillessehne den Wadenmuskel mit dem Fersenbein und erst durch die zehn bis zwölf Zentimeter lange Sehne wird es möglich, die Spitze des Fußes ganz nach unten zu drücken, was zum Beispiel wichtig ist, wenn das Gaspedal im Auto getreten wird. Aber die Achillessehne kann noch mehr, sie ist die kräftigste Sehne im und kann, wenn es ernst wird, mit dem zehnfachen des Körpergewichts belastet werden. Umso schlimmer ist es, wenn es zu einem Achillessehnenriss kommt, denn die Verletzung ist äußerst unangenehm und langwierig.

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Welche Symptome treten bei einem Achillessehnenriss auf?

Wie schon erwähnt, gibt es einen lauten Knall, wenn die stabile Achillessehne reißt, erst dann verspüren die Betroffenen einen stechenden Schmerz über der Ferse. Das Gehen ist danach kaum noch möglich, vor allem der Gang auf Zehenspitzen ist ausgeschlossen. In der Folge schwellen die Rückseite des Sprunggelenks und auch die Wade an, es bildet sich über der Ferse sehr schnell ein , was für den Arzt ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass es sich um einen Achillessehnenriss handelt.

Welche Ursachen gibt es?

Wenn die Achillessehne plötzlich und abrupt angespannt wird, dann reißt sie besonders häufig. Das ist oft bei Sportlern der Fall, denn bei Sportarten wie Fußball, Badminton, Tennis, Tischtennis, Squash und auch beim Basketball kommt es sehr oft zu schnellen Stop-and-go-Bewegungen. Vielfach ist die Sehne schon vorher beschädigt worden, zum Beispiel durch eine Mikroverletzung oder durch den natürlichen . Auch das falsche Schuhwerk oder eine Abweichung der Fußachse können zu einem Achillessehnenriss führen, ebenso eine Fehlfunktion des Muskels oder die häufige Einnahme von Kortison oder .

Wie wird der Sehnenriss behandelt?

Reißt die Sehne, dann müssen die Betroffenen sofort ins nächste Krankenhaus oder zu einem Unfallchirurgen gebracht werden. Nach der Untersuchung mit Röntgen und Ultraschall entscheidet der Arzt, wie die Verletzung behandelt wird. Infrage kommen sowohl eine konservative Behandlung als auch eine Operation, wobei die OP die bessere Wahl ist. Bei einer konservativen Behandlung wird der Unterschenkel für die Dauer von zwei Wochen eingegipst, dann müssen die Betroffenen für weitere sechs Wochen eine sogenannte Schuhorthese tragen. Bei diesem speziellen Schuh, der individuell angepasst wird, ist der Bereich der Ferse erhöht, und in den sechs Wochen wird diese Steilstellung nach und nach verringert.

Welchen Vorteil bietet die Operation?

Die Operation nach einem Achillessehnenriss hat den großen Vorteil, dass die Sehne nicht mehr so schnell reißen kann, sie ist belastbarer und auch funktionsfähiger als nach einer klassischen Behandlung. Risse in der Achillessehne wurden früher vielfach offen operiert, heute wird minimal-invasiv, also mit der sogenannten Schlüssellochchirurgie gearbeitet. Eine Vollnarkose ist bei dieser Operation nicht notwendig, meist wird die OP bei lokaler Betäubung durchgeführt. Ungewöhnlich ist die Lage des Patienten während des Eingriffs, denn er muss auf dem Bauch liegen, während die Füße über dem Rand des Operationstisches hängen. Diese Lage ist notwendig, denn der Arzt muss während der OP die beiden Füße vergleichen können.

Bild: © Depositphotos.com / ingridat

Ulrike Dietz