Intrazerebrale Blutung – Was löst Sie aus?

Intrazerebrale Blutung – Was löst Sie aus?

Wenn es zu einem Schlaganfall kommt, dann ist in 90 % aller Fälle ein Gefäßverschluss die Ursache, für die restlichen zehn Prozent ist daran jedoch eine intrazerebrale Blutung, eine Hirnblutung schuld. Eine intrazerebrale Blutung kommt aber nicht als alleinige Ursache für einen Schlaganfall infrage, es gibt noch eine Reihe von anderen Krankheitsbildern, bei denen ein Blutgefäß im Gehirn platzt und eine Blutung auslöst. Je nach Größe und Intensität dieser Blutung können bestimmte Teile des Gehirns schwer geschädigt werden. Wenn es zu einer Blutung kommt, dann ist schnelle Hilfe überlebensnotwendig.

Was genau ist eine intrazerebrale Blutung?

Unter einer intrazerebralen Blutung versteht der Arzt eine Einblutung in das Gewebe des Gehirns, die durch ein geplatztes Blutgefäß entsteht. Eine solche Blutung ist in den meisten Fällen eine sogenannte Hirnmassenblutung, da ein sehr großes Hirnareal davon betroffen ist. Nach der exakten Lage ist es wichtig zu wissen, um welche Unterart es sich bei einem intrazerebralen Hämatom handelt, denn es gibt sowohl supra- als auch intratentorielle Hämatome. Vielfach ist das Kleinhirnzelt, die Haut, die zwischen dem Klein- und dem Großhirn liegt, von einer Blutung betroffen.

Was kann eine Blutung auslösen?

Eine intrazerebrale Blutung kann viele Ursachen haben, aber besonders häufig ist ein zu hoher Blutdruck für diese Blutung verantwortlich. Ein hoher Blutdruck sorgt dafür, dass die Wände der Blutgefäße mit der Zeit immer mehr an Elastizität verlieren. Kommt es dann zu einer körperlichen Anstrengung, dann reißt die Gefäßwand und es kommt in der Folge zu einem intrazerebralen Hämatom. Menschen, die unter der Bluterkrankheit leiden, müssen ebenfalls mit der Gefahr leben, dass es zu einer intrazerebralen Blutung kommt, auch ein Mangel an Blutplättchen kann eine Blutung im Gehirn auslösen. Aussackungen in den Gefäßwänden, sogenannte Aneurysmen, stellen ein Risiko dar, ebenso kann eine Kopfverletzung wie beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall, ein Blutgefäß zum Platzen bringen.

Welche Symptome gibt es?

Eine intrazerebrale Blutung ist immer ein medizinischer Notfall und muss so schnell wie möglich behandelt werden. Folgende Symptome deuten auf eine solche Gehirnblutung hin:

  • Sehr starke Kopfschmerzen
  • Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen
  • Plötzliche Sprachstörungen
  • Störungen beim Schlucken
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Plötzliche Bewusstlosigkeit
  • Krampfanfälle

Eine intrazerebrale Blutung kann aber nicht nur physische, sondern auch psychische Symptome haben. Viele Betroffene erleben starke Gefühlsveränderungen, sie sind verwirrt und haben Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen. Handelt es sich um eine großflächige Blutung, dann führt das sehr schnell zur Bewusstlosigkeit und in der Folge auch zum Koma.

Diagnose und Behandlung

Kommt es zu einer intrazerebralen Blutung, dann entscheiden eine schnelle Diagnose und ein ebenso schneller Beginn der Therapie über Leben und Tod. Die Betroffenen werden zunächst neurologisch untersucht, dann prüft der Arzt die Bewusstseinslage des Patienten und die Funktion seiner Nerven, außerdem wird eine Computertomografie gemacht. Wenn auf dem Bild im Gehirn ein heller Fleck zu sehen ist, dann kann damit die Diagnose einer intrazerebralen Blutung bestätigt werden. Die Behandlung beginnt mit einer entwässernden Infusion, zudem wird der Patient sofort künstlich beatmet. Der Arzt verabreicht dann Medikamente, um den Druck im Gehirn und den Blutdruck zu senken, anschließend muss der Patient schnellstens in den Operationssaal, wo die Blutung gestoppt wird.

Die ersten zwei bis drei Tage werden bei einer intrazerebralen Blutung als besonders kritisch betrachtet, übersteht der Patient diese Krise, dann beginnt die Rehabilitation. Das Ziel dieser Nachbehandlung ist es, den Patienten so schnell wie möglich wieder in seinen gewohnten Alltag zu bringen. Ein Reha-Team, das unter anderem aus einem Sprachtherapeuten und einem Ergotherapeuten besteht, übt mit den Patienten, die je nach Ausmaß der Blutung, wieder sprechen lernen oder ihre motorischen Fähigkeiten wiederfinden müssen. Durch solche gezielten Trainingsverfahren gelingt es vielen Betroffenen wieder, ein normales Leben zu führen.

Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Rudi

    Danke für die Infos – wenn ich das richtig verstehe, ist demnach nicht nur ein Schlaganfall gefährlich, sondern auch „andere“ Blutungen. Vielleicht wäre hier im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auch eine Kontrolle des Kopfes sinnvoll?

    Reply

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