Schwanger mit 45 – ein Wunschkind in der Lebensmitte

schwanger-mit-45-ein-wunschkind-in-der-lebensmitte

Die Natur ist ungerecht, während Männer mit 60 oder sogar mit 70 ohne große Probleme noch Vater werden können, sinkt bei Frauen schon ab dem 30. Lebensjahr statistisch die Chance, Mutter zu werden. Eizellen produziert der weibliche Körper noch bis Anfang 50, aber die Wahrscheinlichkeit, jenseits der 50 noch einmal ein Kind auf die Welt zu bringen, ist auf natürlichem Weg so gut wie ausgeschlossen. mit 45 – das ist daher keine allzu leichte Aufgabe, oftmals ist das Mutterglück nur mithilfe einer künstlichen Befruchtung möglich.

Die Zahlen gehen nach oben

Noch vor 50 Jahren galt eine Frau, die mit 30 noch ein Kind bekam, als sogenannte „Spätgebärende“ und war so etwas wie ein kleines medizinisches Wunder. Schwanger mit 45 war damals undenkbar und selbst heute, in einer aufgeklärten Zeit, gilt eine Schwangerschaft ab dem 35. Lebensjahr als eine Risikoschwangerschaft. Die Zahl der Frauen, die zwischen 35 und 45 zum ersten Mal , ist jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Immer mehr Frauen kümmern sich zuerst um ihre Karriere und dann um den Familienzuwachs und die Krankenkassen bestärken sie in diesem Vorhaben. Schwanger mit 45 bedeutet, die Kasse zahlt weitaus mehr Untersuchungen mittels Ultraschall, als das bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter der Fall ist.

Schwanger mit 45 – wie groß ist die Gefahr einer Fehlgeburt?

In verlaufen 90 % aller Schwangerschaften ohne Probleme und 95 % der kommen gesund zu Welt, trotzdem gehen Frauen, die mit über 40 schwanger werden, ein größeres Risiko als junge Frauen ein. Auch die Gefahr der Fehlgeburten steigt mit den Lebensjahren. Wer mit 20 Jahren schwanger wird, hat ein zehnprozentiges Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, zwölf Prozent sind es ab 30, zwischen 40 und 44 Jahren liegt die Quote bei 34 % und Frauen, die 45 oder älter sind, müssen mit einem Risiko von 53 % leben. Rein statistisch gesehen verliert jede zweite Frau, die 45 Jahre oder älter ist, ihr Kind im Frühstadium der Schwangerschaft.

Die größten Risiken

Schwanger mit 45 birgt neben einer möglichen Fehlgeburt aber noch weitere Risiken. Wie die Gefahr, das Kind zu verlieren, so steigt ab 40 Jahre auch die Gefahr eines genetischen Defekts. Schwangere ab 40 bringen mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:110 ein Kind mit Down Syndrom zur Welt, bei Frauen ab 45 steigt diese Wahrscheinlichkeit auf 1:30. Daher empfehlen Ärzte den spät werdenden Müttern entsprechende Vorsorgeuntersuchungen machen zu lassen, wie zum Beispiel eine Amniozentese und eine Chorionbiopsie. 43 % aller Frauen, die mit 45 Jahren ein Kind zur Welt bringen, werden mit einem Kaiserschnitt entbunden, im Vergleich dazu sind es bei Frauen in den 20er Jahren nur 14 %. Vielfach haben die Babys von späten Müttern ein deutlich geringeres Geburtsgewicht und auch die Gefahr der Totgeburten steigt an.

Welche Vorteile hat eine späte Schwangerschaft?

Der größte Vorteil einer Schwangerschaft mit 45 ist, dass diese Mütter sich Zeit gelassen haben. Sie sind gelassener, sie sind in der Regel finanziell abgesichert und sie haben ihre Lebensform bereits gefunden. Ältere Frauen treffen die Entscheidung für ein Kind bewusster als junge Frauen, sie bekommen mehr Wunschkinder, sie ernähren sich gesünder und wissen, was für sie gut ist und was nicht. Ältere Mütter haben Erfahrungen im Berufsleben gesammelt und sie kehren schneller wieder an den Arbeitsplatz zurück als junge Mütter. Eltern, die die 40 schon überschritten haben, konzentrieren sich mehr auf ihre Kinder, sie haben nicht mehr das Gefühl, etwas zu verpassen und was vielleicht noch wichtiger ist, sie lassen sich im Gegensatz zu jungen Eltern nicht mehr so schnell stressen. Schwanger mit 45 ist eine sehr bewusste Entscheidung, die für Eltern und Kind viele Vorteile hat.

Bild: © Depositphotos.com / bst2012

Ulrike Dietz