Welche Aufgaben hat eine Herz-Lungen-Maschine?

Welche Aufgaben hat eine Herz-Lungen-Maschine?

Operationen am offenen Herzen sind heute dank der Erfindung der Herz-Lungen-Maschine kein Problem mehr. Menschen, die mit einem Herzfehler geboren werden oder an der Hauptschlagader operiert werden müssen, werden während des Eingriffs an die Maschine angeschlossen, die die Funktionen des Herzens und der Lunge übernimmt. Von ganz besonderer Bedeutung ist die Herz-Lungen-Maschine aber immer dann, wenn ein Herz oder ein Lungenflügel transplantiert werden müssen, denn diese OP ist ohne die Hilfe der Maschine nicht möglich.

Die Geschichte der Herz-Lungen-Maschine

1896 wagte zum ersten Mal ein Arzt eine Herzoperation. Doktor Ludwig Rehm wollte das Leben eines Mannes retten, der bei einer Messerstecherei verletzt worden war. Während der OP, bei der das Herz offen pulsierte, erkannte der Mediziner, dass der Herzmuskel fähig ist, sich zu regenerieren. 1937 unternahm der amerikanische Arzt John Gibbon den Versuch, das Blut aus einer Hohlvene umzuleiten, um die künstliche Oxygenierung, die Funktion von Herz und Lunge aufrecht zu erhalten, ohne dass die Organe Schaden nehmen. Dieser Versuch gelang. 1953 war John Gibbon dann der erste Arzt, der mit einer Herz-Lungen-Maschine operierte. Er operierte eine junge Frau mit einem Herzfehler und schloss sie für 45 Minuten an die Maschine an, wobei die neuartige Maschine für 26 Minuten die komplette Funktion von Herz und Lungen übernahm. Dieser Eingriff gilt bis heute als einer der Meilensteine in der Herzchirurgie.

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Wie funktioniert die Maschine?

Wenn der Chirurg am offenen Herzen operiert, dann öffnet er die Herzkammern, die Vorhöfe oder auch die sogenannten großen Blutgefäße, die direkt am Herzen liegen. Bei diesem Eingriff ist es wichtig, dass das Herz nicht mehr schlägt und auch kein Blut durch das Herz fließen kann. Aus diesem Grund werden das Herz und die Lunge vom Blutkreislauf abgetrennt, die Herz-Lungen-Maschine übernimmt diese Funktionen. Da aber das Blut zum Teil außerhalb des Körpers zirkulieren kann, wird dieser Vorgang auch die extrakorporale Zirkulation oder kardiopulmonaler Bypass genannt. Während der OP wird das Blut, das unter normalen Umständen durch die große Hohlvene des Herzens fließt, in die Herz-Lungen-Maschine geleitet. Aber die Maschine kann noch mehr:

  • Sie kontrolliert die Körpertemperatur
  • Sie überwacht die Versorgung mit Sauerstoff im Blut
  • Sie sorgt für einen reibungslosen Gasaustausch
  • Sie verdünnt das Blut mit einer Elektrolytlösung
  • Sie führt das sauerstoffreiche Blut entweder in die große Beinarterie oder in die Aorta

Was muss bei einer Operation beachtet werden?

Vor und während eines Eingriffs, bei dem die Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommt, wird dem Patienten ein spezielles Medikament namens Heparin gespritzt, das die Blutgerinnung hemmt. Das ist sehr wichtig, damit sich in den Schläuchen und im sogenannten Oxygenator, dem Teil der Maschine, die für den Austausch der Gase zuständig ist, keine gefährlichen Blutgerinnsel bilden können, die dann die Maschine verstopfen. Nachdem die Operation beendet ist, und der Patient von der Maschine genommen wurde, dann spritzt der Narkosearzt ein Gegenmittel, damit es wieder zu einer normalen Blutgerinnung kommt, und auf diese Weise können starke Nachblutungen verhindert werden.

Welche Risiken gibt es?

Ein Patient kann problemlos für mehrere Stunden an der Maschine bleiben, etwa bei einer Herztransplantation, die Stunden dauert, ohne dass es dabei zu Schäden an Gewebe, Herz oder Lunge kommt. Das heißt allerdings nicht, dass es bei Eingriffen mit der Maschine keine Risiken gibt und dass keine Komplikationen auftreten können. Eines der größten Risiken besteht durch die Gabe von Heparin, denn das Mittel verdünnt das Blut und so besteht immer die Gefahr, dass es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommt. Auch eine vorübergehende Störung im Wasser-Elektrolyt-Haushalt des Körpers ist möglich, ebenso wie Funktionsstörungen der Lungen. Eher selten kommt es zu einer Überzuckerung und auch Embolien, also Verschlüsse in den Blutgefäßen, die zu einem Schlaganfall führen können, sind die Ausnahme.

Bild: © Depositphotos.com / sudok1

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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