Leishmaniose – ein gefährliches Urlaubsandenken

Leishmaniose---ein-gefährliches-Urlaubsandenken

Sie sind winzig klein, sie fühlen sich in warmen Regionen besonders wohl und sie nutzen mit Vorliebe Mücken als Wirte – die Leishmanien, einzellige Lebewesen, die dafür sorgen können, dass der in negativer Erinnerung bleibt. Die winzigen Lebewesen können eine auslösen, die den Namen Leishmaniose, Kala-Azar oder Orientbeule trägt. Durch den Klimawandel sind die Leishmanien bis in den Mittelmeerraum gekommen und Urlauber, die in Spanien, Griechenland, Italien oder auch in der Türkei die Ferien verbringen, sollten sich für dem Stich der Schmetterlingsmücke schützen, denn die unscheinbare Mücke überträgt die .

Die unterschiedlichen Formen der Leishmaniose

Die Leishmaniose kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Die harmloseste Form wird Orientbeule oder je nachdem, wo sie besonders häufig auftritt, auch Bagdad- oder Aleppobeule genannt. Diese Form der Leishmaniose betrifft nur die Haut, es bilden sich Geschwüre, die zwar keine Schmerzen verursachen, aber wenn sie von selbst abheilen, Narben hinterlassen. Die Schleimhaut-Leishmaniose befällt die Schleimhäute in der Nase und im Rachen. Diese Form, die überwiegend in Südamerika auftritt, wird auch Uta genannt, sie kann einen schweren Verlauf nehmen und muss immer therapiert werden. Handelt es sich um eine viszerale Leishmaniose oder Dum-Dum-Fieber genannt, dann sind die Milz und die Leber, in einigen Fällen auch das Knochenmark befallen. Ohne eine entsprechende Therapie verläuft diese Variante tödlich.

Welche Symptome gibt es?

Welche Symptome auftreten, hängt von der jeweiligen Form ab. Bei der Haut-Leishmaniose schwillt die Haut dort an, wo die Mücke gestochen hat. Die Haut rötet sich, schmerzt aber nicht und es bildet sich ein Geschwür. Wenn die Lymphbahnen betroffen sind, dann kann es mehrere Monate dauern, bis die Geschwüre wieder abheilen. Auch bei der Schleimhaut-Leishmaniose ist zunächst die Haut betroffen. Wenn diese Geschwüre abheilen, dann zeigen sich die ersten Symptome an den Schleimhäuten und es kann zu starkem Nasenbluten kommen, zudem haben die Betroffenen Probleme beim Atmen.

Ohne Therapie bilden sich Löcher in der Nasenscheidewand, die irreparabel sind. Bei der viszeralen Form leiden die Betroffenen unter Schwellungen der Lymphknoten, sie haben Fieberschübe und es kommt zu starken Durchfällen. In der Folge verlieren die Kranken an Gewicht und schließlich kommt es zu Blutarmut. Die Handflächen, die Fußsohlen und die Schleimhäute färben sich dunkel und da die Blutgerinnung gestört ist, kann es schnell lebensgefährlich werden.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Ist die Haut betroffen, dann nimmt die Krankheit einen milden Verlauf und heilt in der Regel von selbst wieder aus. Um zu verhindern, dass sich unschöne Narben bilden, kann der Arzt ein sogenanntes Antimon-Präparat unter die betroffene Hautstelle spritzen ist. Antimon ist ein Schwermetall, was den Stoffwechsel der Leishmanien so stark beeinflusst, dass sie absterben. Kommt es zu einem schweren Verlauf, dann wird das Antimon in Form einer Infusion verabreicht. Um die Leishmanien effektiv zu bekämpfen, sind meist mehrere Zyklen der Behandlung notwendig. Eine Alternative zum Antimon stellt ein Pilzmedikament dar, wie zum Beispiel Amphotericin B, das heute häufig zum Einsatz kommt.

Es kann passieren, dass eine klassische Behandlung keinen Erfolg zeigt, da die Erreger gegen die Medikamente resistent sind. Ist das der Fall, dann verabreichen viele Ärzte Miltefosin, ein Medikament, das in Tablettenform eingenommen wird.

Was schützt vor einer Ansteckung?

Damit es erst gar nicht erst zu einem Mückenstich und damit zu einer Ansteckung kommt, sollte die Haut immer gut geschützt werden. Kleidung, die Arme und bedeckt, bietet einen guten Schutz, ebenso wie ein Moskitonetz über dem . Trotzdem sollte bei einer Reise in die Risikogebiete ein gutes Anti-Mücken-Mittel im Gepäck sein. Sollten sich nach der Reise erste Symptome zeigen, dann muss sofort eine Blutuntersuchung gemacht werden. Per Ultraschall kann der Arzt feststellen, ob eventuell die Milz und die Leber angeschwollen sind, was ein erstes Anzeichen der Krankheit ist.

Bild: © Depositphotos.com / tashatuvango

Ulrike Dietz