Personen, die herzkrank sind, können in aller Regel trotzdem eine Flugreise antreten. Allerdings kann dies nicht pauschalisiert werden. Für einige Menschen, die herzkrank sind, kann eine Flugreise auch eine erhöhte Belastung darstellen. Dies liegt bei manchen Patienten in dem verminderten Luftdruck im Flugzeug bedingt. Dadurch kann es zu einem bedenklichen Anstieg des Blutdrucks, der Herzfrequenz sowie des Sauerstoffverbrauchs kommen.
Flugtauglichkeit nach einem Herzinfarkt
In wie weit von einem Harzinfarkt Betroffene nach dem Abklingen desselben tauglich für eine Flugreise sind, ist stets von der Schwere des überstandenen Infarkts abhängig. Um sicherzustellen, dass die herzkranke Person eine Flugreise antreten kann, macht sich eine Untersuchung bei einem Kardiologen erforderlich.
Ein vermindertes Risiko besteht zum Beispiel dann, wenn der herzkranke Patient unter 65 Jahre alt ist und erstmalig von einem Herzinfarkt betroffen ist. Ist die Notfallbehandlung mit Erfolg verlaufen, bestehen ebenfalls gute Chancen für die herzkranke Person, erneut eine Flugreise antreten zu können. Diese sollte sich noch eine Ruhephase von etwa acht Tagen gönnen, sofern eine kleinere Flugreise geplant ist. Herzkranke, die eine längere Flugreise nach einem Infarkt planen, sollte allerdings auf diese zunächst noch verzichten.
Liegt ein schwerer Infarkt vor oder kamen weitere Komplikationen und Risikofaktoren hinzu, muss der herzkranke Patient mit einer baldigen Flugreise gegebenenfalls noch warten. Und zwar solange, bis sich sein Zustand wieder wesentlich verbessert hat.
Herzkrank und Flugreise – Möglichkeiten
Ein Facharzt für Kardiologie ist in der Lage festzulegen, ob ein herzkranker Patient eine Flugreise antreten kann. Liegt eine chronisch stabile Erkrankung des Herzens vor, bei denen der Betroffene im Alltag ausschließlich bei einer mittleren physischen Belastung Beschwerden aufweist, steht dem Antritt einer Flugreise nichts im Wege. Die Flugdauer sollte jedoch sieben Stunden nicht überschreiten.
Wer herzkrank ist und schon bei leichten körperlichen Belastungen Beschwerden hat, kann eine Flugreise von einer Stunde antreten. Für längere Flüge wird auf jeden Fall ein Sauerstoffgerät benötigt. Um dieses mit an Bord führen zu dürfen, muss eine Genehmigung von der Fluggesellschaft vorliegen.
Ein herzkranker Patient, welcher schon im Ruhezustand physische Beschwerden hat, sollte auf das Antreten einer Flugreise gänzlich verzichten. Darüber hinaus sind all jene herzkranke Personen vom Antritt einer Flugreise ausgeschlossen, bei denen sich der Zustand einem Monat vor der geplanten Reise verschlechtert hat. Zu den Symptomen zählen
- Atemnot
- Erschöpfungszustände
- Herzenge
- Herzrhythmusstörungen
- Zunahme an Gewicht infolge von Wassereinlagerungen
Herzkrank auf Flugreise – Tipps für die Gesundheit
Jede Person, die herzkrank ist und eine Flugreise antreten möchte, sollte dies vorher unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Wurde bei einer herzkranken Person eine Aufweitung der Herzkranzgefäße vorgenommen, genügt im Großen und Ganze die Einhaltung einer Flugkarenz von drei Tagen. Anders verhält es sich jedoch bei komplizierteren Fällen. Hier kann der Arzt anordnen, erst nach Wartezeit von wenigstens zehn Tagen eine Flugreise anzutreten.
Ist jemand herzkrank und leidet unter stetigen Beschwerden, die sich selbst im Ruhezustand als anhaltende Atemnot äußern, ist von einer Flugreise abzusehen. Träger von gut eingestellten Herzschrittmachern brauchen sich hingegen keine Sorgen machen und können, auch wenn sie herzkrank sind, eine Flugreise antreten.
Herzkrank und Bluthochdruck mit Werten über 200 zu 120 mmHg verbieten den Antritt einer Flugreise.
Ist eine Person herzkrank und liegt Atemnot vor, beispielsweise bedingt durch einen Rückstau des Blutes in der Lunge, ist vom Arzt zu prüfen, ob eine Flugreise angetreten werden darf. In den meisten Fällen rät der Arzt hiervon jedoch ab.
Wer herzkrank ist sollte während einer Flugreise auf den Verzehr von kohlensäurehaltigen Getränken sowie blähenden Gerichten verzichten. Darm und Magen dehnen sich bei einem niedrigen Blutdruck aus, was zu einer Bedrängung des Herzens führt.
Nicht nur während der Flugreise, sondern auch direkt am Urlaubort, sollten herzkranke Personen auf den Konsum von Nikotin und Alkohol verzichten.
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Häufige Fragen
Kann ich als herzkranke Person fliegen?
In der Regel ja, jedoch hängt es von der Schwere der Erkrankung und dem aktuellen Gesundheitszustand ab.
Was sollte ich vor einer Flugreise als herzkranke Person tun?
Besprechen Sie Ihre Reisepläne unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, der Ihre Flugtauglichkeit beurteilen kann.
Wie lange sollte ich nach einem Herzinfarkt warten, bevor ich fliege?
Nach einem leichten Infarkt sollten Sie mindestens acht Tage warten; bei schwereren Fällen kann eine längere Wartezeit nötig sein.
Welche Flugdauer ist für herzkranke Personen empfehlenswert?
Flüge sollten idealerweise nicht länger als sieben Stunden dauern, insbesondere wenn Sie körperliche Beschwerden haben.
Brauche ich eine Genehmigung für ein Sauerstoffgerät im Flugzeug?
Ja, Sie benötigen eine Genehmigung von der Fluggesellschaft, um ein Sauerstoffgerät mit an Bord zu nehmen.
Was sind Warnsymptome, die von einer Flugreise abhalten sollten?
Atemnot, Erschöpfung, Herzenge, Herzrhythmusstörungen oder Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen sind Warnsymptome.
Darf ich nach einer Herzkranzgefäßerweiterung fliegen?
In der Regel können Sie nach einer dreitägigen Flugkarenz fliegen, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt eine längere Wartezeit.
Sind herzkranke Personen mit Herzschrittmachern flugtauglich?
Ja, gut eingestellte Herzschrittmacher sind in der Regel kein Hindernis für das Fliegen.
Was sollte ich während des Fluges vermeiden?
Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke und blähende Speisen, um Druck auf das Herz zu vermeiden.
Wie beeinflusst Bluthochdruck meine Flugtauglichkeit?
Ein Bluthochdruck über 200 zu 120 mmHg verbietet in der Regel den Antritt einer Flugreise.
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