Schleim im Stuhl – nicht immer ein Alarmsignal

Immer wenn sich der Stuhl verändert, dann sind die meisten Menschen besorgt und haben Angst, dass dahinter eine ernste Erkrankung stecken könnte. Wenn sich die Farbe und die Konsistenz des Stuhlgangs verändern, dann wird das nicht selten als ein Zeichen für Darmkrebs gedeutet, aber das ist natürlich nicht immer der Fall und so kann auch Schleim im Stuhl eine vollkommen harmlose haben. Darmkrebs ist nur selten die Ursache, denn laut des Zentrums für Krebsregistrierdaten kommen auf 100.000 Bundesbürger nur 56 Fälle von Darmkrebs bei den Männern und 34 bei den Frauen.

Mögliche Ursachen für Schleim im Stuhl

Schleim im Stuhl ist alleine noch kein aussagekräftiges Symptom für eine ernsthafte Erkrankung, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die für einen schleimigen sorgen können:

  • Eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
  • Eine entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Ein Reizdarmsyndrom
  • Eine Laktoseintoleranz
  • Eine Infektion, wie beispielsweise eine Gastroenteritis oder eine Salmonelleninfektion
  • Hämorrhoiden oder Darmpolypen

Zum Symptom Schleim im Stuhl gesellen sich aber in der Regel noch andere Symptome. Dazu treten unter anderem Durchfall, heftige und auch Erbrechen bei entzündlichen Darmerkrankungen ebenso auf wie bei . im Stuhl ist bei Hämorrhoiden ein Symptom, das auch bei Colitis ulcerosa auftritt.

Auf die Farbe achten

Wenn es zum Schleim im Stuhl kommt, dann ist auch die Farbe des Schleims ein Hinweis, um welche Erkrankung es sich handeln könnte. Das Farbspektrum ist breit gefächert und reicht von weißlich-grauem Schleim bis zu Schleimeinlagerungen, die gelblich-grün gefärbt sind. Handelt es sich um gelben Schleim, dann deutet das auf Eiter hin, hat der Schleim hingegen eine grünliche Färbung, dann ist eine bakterielle Infektion zum Beispiel durch Salmonellen, nicht auszuschließen. Grüner Schleim kann aber auch nach dem Genuss von viel Grünkohl oder Spinat auftreten. Wenn der Schleim durchsichtig ist, dann kann die Nahrung oder eine Nahrungsunverträglichkeit die Ursache sein. Auch bei der Stärke gibt es große Unterschiede. Mal tritt der Schleim nur bei vereinzelten Stuhlgängen auf, mal scheint er den kompletten Stuhlgang zu umschließen.

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Der Verdauungstrakt ist ein komplexes Gebilde aus Dünn-, Dick- und Mastdarm, das perfekt zusammenarbeitet und aufeinander abgestimmt ist. Wird diese Zusammenarbeit gestört, dann wirkt sich das schnell auf den Stuhlgang aus. Generell gilt jedoch, wenn es zu Schleim im Stuhl kommt, dann empfiehlt es sich, zunächst einmal abzuwarten. Wenn sich aber nach zwei bis drei Tagen keine Verbesserung abzeichnet, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch, wenn sich die Menge des Schleims vergrößert oder wenn starke Blähungen, Bauchkrämpfe oder Durchfall dazu kommen. Sollte sich Blut im Stuhl finden oder Fieber auftreten, dann muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, denn Blut und Fieber sind immer ein Zeichen, dass es sich um ein ernsteres Problem handeln kann.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Der Arzt wird zunächst eine Anamnese machen, um die Symptome richtig einordnen zu können. Auch eine Blutabnahme kann Klarheit bringen, aber wenn sich im Blut nichts erkennen lässt, dann ist eine Darmspiegelung erforderlich. Selbst wenn eine Spiegelung des Darms nicht sonderlich angenehm ist, der Arzt kann durch diese Untersuchung genau sehen, welcher Teil des Darms betroffen ist und während der Spiegelung auch Proben nehmen, die anschließend im Labor untersucht werden. Handelt es sich um eine ernährungsbedingte Störung, dann kann diese durch eine Umstellung der Nahrung schnell und einfach behoben werden. Handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, dann gibt es die passenden Medikamente.

Der Darm ist sehr empfindlich und reagiert auch auf Störungen von außen. Bei Stress oder Angst kann sich daher der Stuhl verändern und es kann zu schleimigen Absonderungen kommen. Trotzdem sollten die Symptome wie Schleim im Stuhl, genau beobachtet und dokumentiert werden.
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Schleim im Stuhl – nicht immer ein Alarmsignal

Ulrike Dietz