Rückenschmerzen – Akupunktur und Akupressur

Rückenschmerzen – Akupunktur und Akupressur

Studien haben ergeben, dass Akupunktur zu den wirksamsten Methoden bei chronischen Rückenschmerzen gehört – und zwar für einen längeren Zeitraum. Dabei wird Akupunktur bei chronischen Rückenschmerzen im Rahmen einer umfassenden Schmerzbehandlung verschrieben. So wird sie auch von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt.

Akupressur wird von entsprechend ausgebildeten Therapeuten durchgeführt. Häufig sind es Blinde, die diese Behandlung vornehmen. Sie haben ein besonderes Gespür für die bestimmten Körperpunkte, die bei der Akupressur behandelt werden.

Wie funktionieren Akupunktur und Akupressur?

Die Bezeichnung ist eine Wortschöpfung aus dem lateinischen Begriff acus für Nadel und punctio für das Stechen. Sie zählt zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und wurde im alten China schon vor mehreren hundert Jahren angewandt. Grundlage ist das Qi, die Lebensenergie des Körpers. Sie läuft über Leitbahnen, den sogenannten Meridianen und zirkuliert im Körper. Damit hätte – so die TCM, das Qi einen Einfluss auf sämtliche Körperfunktionen. Ist der Energiefluss gestört, erkrankt der Mensch. Die Stiche in die Akupunkturpunkte auf den Meridianen sollen dazu führen, dass die Störung im Fluss des Qi behoben wird.

Den gleichen Ansatz verfolgt die Akupressur, wobei aber keine Nadeln zum Einsatz kommen. Vielmehr wird mit den Fingern ein stumpfer Druck auf die Akupressurpunkte ausgeübt. Außerdem kommt die Moxibustion (Moxa-Therapie, Moxen) zum Einsatz. Dabei werden die  Körperpunkte vor der Behandlung erwärmt. Dies geschieht mit einem speziellen Moxa-Stift oder Moxa-Kegeln, auch warme Steine werden zur Erwärmung eingesetzt.

Eine weitere Therapie im Rahmen der TCM ist eine Kombination aus Chiropraktik, Akupressur, manueller Therapie und bestimmter Massagetechniken die unter der Bezeichnung Tuina-Therapie angewandt wird. Reibe-, ziehende und Schiebetechnik werden mit Druckbehandlung der Energiepunkte verbunden. Letztere werden mit Fingern, aber auch mit Faust, Knie oder Ellenbogen einer intensiven Akupressur unterzogen. Hinzu kommen Rollen, Schieben, Klopfen, Reiben, Mobilisations- und Dehntechniken von Gelenken und Muskeln sowie das sogenannte „greifende Kneifen“, die zur Regulierung der „Energiebänder“ beitragen sollen.

Durch diese manipulativen Behandlungen und Eigenübungen werden Impulse erzeugt. Dafür gibt es insgesamt 18 Grund- und ca. 300 Einzelgriffe. Wer bereits in den „Genuss“ einer Fußreflexzonenmassage  kam, hat sicher festgestellt, dass die Wirkung des Drucks auf einen Akupunkt an einer ganz anderen Stelle spürbar war. Dies kommt daher, dass auch reflektorische Zonen behandelt werden und zeigt deutlich, dass unser Körper ein Gebilde ist, das ganzheitlich betrachtet werden muss. Von den Fußreflexzonen führen Nerven in Richtung Gehirn, welche Schmerzen weiterleiten und für eine Reaktion im entsprechenden zugeordneten Bereich sorgen können. Beispielsweise können Verstopfungen so positiv beeinflusst werden.

Doch zurück zur Akupunktur. Mit Nadeln konnten dauerhafte Rückenschmerzen kurzfristig aber auch für eine Dauer von bis zu einem Vierteljahr gelindert werden. Kurzfristig war auch eine Verbesserung der Beweglichkeit zu beobachten. Erfreulich fiel in der Studie weiterhin auf, dass die Patienten besser schlafen konnten und weniger Schmerzmedikamente benötigten.

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Ergänzung zu anderen Therapien

Akupunktur unterstützt andere Therapieformen und fördert die Linderung sowie Heilung. Chronische Rückenschmerzen und Bewegungsfähigkeit besserten sich in der Studie bei den Patienten stärker, als wenn sie nur eine konventionelle Therapie ohne Akupunktur erhielten. Empfohlen wird die Therapie mit Nadeln als zusätzliche Behandlungsmöglichkeit im Rahmen einer Therapie chronischer Rückenschmerzen. Selbst nach einem Bandscheibenvorfall soll – so das Studienergebnis – die Akupunktur eine gute Wirksamkeit zeigen.

Wie bereits beschrieben, ähnelt die Basis der Akupressur der Akupunktur. Sie ist quasi der Vorläufer der Nadelbehandlung. Dabei kommt der Begriff von den lateinischen Bezeichnungen arcus für Nadel und von premere für drücken. Sie wird auch Akupunktmassage genannt und zählt zu den Bestandteilen der Tuina-Therapie. Akupressur wird von der WHO unter dem Überbegriff Akupunktur klassifiziert. Akupressur ist als Selbstbehandlung gefahrlos möglich. Dabei werden unmittelbar die schmerzenden Punkte auf Muskeln oder Sehnen mit den Fingerkuppen etwa eine halbe Minute lang gedrückt. Dann sollte der Schmerz sich kurz verstärken und danach eine Linderung eintreten.
Erfahrenen Behandlern gelingt es, wie bei der Fußreflexzonenmassage, die den reflektorischen Bereichen zugeordneten Organe und Körperregionen positiv zu beeinflussen und z. B. den Stoffwechsel anzuregen. Von manchen Krankenkassen werden die Kosten für eine Akupressurbehandlung übernommen, obwohl der Nachweis der Wirksamkeit noch aussteht.

Bild: © Depositphotos.com / Bork

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Autor(in)

Maik Justus

Maik Justus ist 28 Jahre jung, aus Lübbecke und Vater von 3 Kindern. Er selbst hat bereits sehr viel Erfahrung im Gesundheitsbereich und schreibt, gemeinsam mit anderen Autoren, in diesem Gesundheitsportal.

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