Kassenärztechef Andreas Gassen regt eine Diskussion über die Maximalbehandlung Schwerstkranker an und betont die Herausforderungen, die damit verbunden sind, medizinische Optionen verantwortlich auszuschöpfen. Er warnt davor, die Behandlung allein aus Kostensicht oder basierend auf dem Alter der Patienten zu betrachten, da jeder Fall individuell ist und ethische Fragen aufwirft. Gassen fordert einen sensiblen Austausch über diese Themen und betont, dass Entscheidungen über die Behandlung immer gemeinsam zwischen Patienten und Ärzten getroffen werden sollten.
Berlin () – Kassenärztechef Andreas Gassen hat eine Diskussion über die Maximal-Behandlung Schwerstkranker angeregt. Das sei ein sehr schwieriges Thema.
„Aber ich finde schon: Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, ob es womöglich einen gewissen Automatismus gibt, alle medizinischen und technischen Möglichkeiten maximal auszuschöpfen, auch wenn das nicht in jedem Einzelfall im Sinne der Patienten ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und frühere Notfallmediziner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Manche Ärzte tun sich damit in nachvollziehbarer Weise schwer: Einen Menschen aufzugeben, zu sagen: `Ich kann nichts mehr machen`, das ist wie eine Niederlage.“
Gassen reagierte auf Aussagen von CDU-Gesundheitspolitiker Hendrik Streeck, der die Vergabe teurer Medikamente an Hochbetagte thematisiert hatte. „Ich hielte es für grundfalsch und unethisch, die Diskussion allein mit Blick auf die Kosten oder das Alter der Patienten zu führen“, sagte Gassen in der „NOZ“. „Niemand will doch ernsthaft die Frage stellen, wie viel ein Leben wert ist. Und auf den Onkologie- und Palliativstationen liegen viele schwerkranke Menschen im mittleren Alter.“
Hinzu komme: „Die Menschen leben zwar immer länger, aber sie sind nicht automatisch länger krank. Die letzten zwei, drei Jahre mit intensiverer medizinischer Versorgung werden in der Regel weiter hinausgeschoben.“ Den Gesetzgeber sehe er nicht am Zug, sagte Gassen der „NOZ“: „Wichtig ist, dass diese Fragen offen und sensibel besprochen werden. Zu einer einzigen richtigen Antwort wird es ohnehin nie kommen.“
Letztendlich müssen Patienten, wenn sie bewusstseinsklar seien, gemeinsam mit den behandelnden Ärzten entscheiden, was ja im Regelfall auch geschehe. „Aber im Einzelfall den Rat zu geben, noch vier Wochen zu Hause zu leben, anstatt noch sechs oder sieben Wochen mit maximaler Apparatemedizin in der Klinik, erfordert auch Mut. Wichtig erscheint mir, dass wir eine Kommerzialisierung des Sterbens verhindern.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Krankenhaus (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?
Andreas Gassen, Hendrik Streeck
Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), CDU, Hendrik Streeck, Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ)
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?
Nicht erwähnt.
An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?
Berlin
Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?
Kassenärztechef Andreas Gassen regt eine Diskussion über die Maximalbehandlung Schwerstkranker an, betont die ethischen Herausforderungen dabei und plädiert für eine offene, sensible Auseinandersetzung mit den individuellen Entscheidungen der Patienten und Ärzten.
Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?
Der Auslöser für die Diskussion war die Debatte über die Maximalbehandlung Schwerstkranker, insbesondere im Hinblick auf teure Medikamente für Hochbetagte. Kassenärztechef Andreas Gassen plädiert für eine differenzierte Betrachtung der medizinischen Möglichkeiten und deren Sinnhaftigkeit im Sinne der Patienten. Er möchte verhindern, dass bei Entscheidungen nur Kosten oder Alter im Vordergrund stehen, und fordert eine sensible Auseinandersetzung mit der Thematik.
Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?
Im Artikel wird die Diskussion über die Maximalbehandlung Schwerstkranker durch Kassenärztechef Andreas Gassen thematisiert, der eine offene und sensible Auseinandersetzung mit den ethischen Fragen fordert, ohne dass allein die Kosten oder das Alter der Patienten im Vordergrund stehen. Gassen sieht keinen Handlungsbedarf für den Gesetzgeber, betont jedoch die Notwendigkeit, dass Patienten gemeinsam mit Ärzten Entscheidungen treffen, um eine Kommerzialisierung des Sterbens zu vermeiden.
Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: Diskussion über die Maximal-Behandlung Schwerstkranker, mögliche Notwendigkeit zur Sensibilisierung für individuelle Patientenwünsche, Herausforderungen bei der Entscheidung, medizinische Maßnahmen zu beenden, ethische Überlegungen zur Lebenswertdiskussion, potenzielle Kommerzialisierung des Sterbens, Notwendigkeit einer offenen und sensiblen Gesprächskultur in der Medizin.
Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Andreas Gassen, dem Kassenärztechef, zitiert. Er betont die Notwendigkeit, die Maximalbehandlung Schwerstkranker zu diskutieren und warnt vor einem Automatismus, der alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpft, auch wenn dies nicht im Sinne der Patienten ist. Gassen hebt hervor, dass die Diskussion nicht nur auf Kosten oder das Alter der Patienten fokussiert werden sollte, sondern dass Entscheidungen im Einzelfall mutig und sensibel getroffen werden müssen.
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