Rainer Dulger, der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, fordert eine Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und möchte die telefonische Krankschreibung abschaffen, da diese als ein Einfallstor für Missbrauch gilt. Er schlägt vor, die Lohnfortzahlung auf maximal sechs Wochen pro Jahr zu begrenzen und keine Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit im Krankheitsfall fortzuzahlen. Der Hintergrund dieser Forderungen ist ein Anstieg der Fehlzeiten und erhebliche Kosten für Unternehmen, verursacht durch Lohnfortzahlungen und Produktionsausfälle, die in den letzten Jahren angestiegen sind.
Berlin () – Angesichts hoher Krankenstände fordert der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, eine grundlegende Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie das Ende der telefonischen Krankschreibung.
„Internationale Erfahrungen zeigen: Je großzügiger die Lohnfortzahlung, desto höher die Fehlzeiten, vor allem bei leichten Erkrankungen„, sagte Dulger der „Welt„. Eine zentrale Forderung der Arbeitgeber ist das Ende der telefonischen Krankschreibung. „Die telefonische Krankschreibung gehört abgeschafft“, sagte Dulger. „Sie war ein Notinstrument in der Pandemie, ist heute aber ein Einfallstor für Missbrauch.“ Videosprechstunden seien eine zeitgemäßere und bessere Alternative.
Weiterhin will der Verbandspräsident, die Lohnfortzahlung auf maximal sechs Wochen pro Jahr begrenzen. Bisher gilt die Lohnfortzahlung für sechs Wochen pro Erkrankung. Weil die Lohnfortzahlung bislang an einzelne Krankheitsfälle gekoppelt ist, haben Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen mehrfach innerhalb eines Jahres Anspruch auf jeweils bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung. Außerdem fordert Dulger, dass Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit im Krankheitsfall nicht mehr fortgezahlt werden sollten. „Wer nicht arbeitet, hat auch keine Mehrbelastung“, so der BDA-Präsident. Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen solle häufiger und schneller Arbeitsunfähigkeiten überprüfen können. Derzeit seien entsprechende Prüfungen die Ausnahme.
Hintergrund der Debatte ist ein Anstieg der Fehlzeiten seit dem Jahr 2022. Im Jahr 2024 haben Arbeitgeber laut Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) rund 82 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gezahlt. Hinzu kommen Produktionsausfälle und entgangene Wertschöpfung, die Unternehmen und Volkswirtschaft Hunderte Milliarden kosteten. Laut einer aktuellen Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verursachten Fehltage im Jahr 2024 Produktionsausfälle von insgesamt 134 Milliarden Euro. Demnach war im Jahr 2024 jeder Beschäftigte im Durchschnitt 20,8 Tage krank.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?
Rainer Dulger
Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, "Welt", Medizinischer Dienst der Krankenkassen, Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?
Nicht erwähnt
An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?
Berlin
Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?
Der Präsident der BDA, Rainer Dulger, fordert angesichts steigender Krankenstände eine Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, darunter die Begrenzung auf sechs Wochen pro Jahr, das Ende der telefonischen Krankschreibung und eine häufigere Überprüfung von Arbeitsunfähigkeiten durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.
Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?
Der Hintergrund für die Forderungen von Rainer Dulger, Präsident der BDA, ist der signifikante Anstieg der Krankenstände seit 2022. Im Jahr 2024 mussten Arbeitgeber geschätzte 82 Milliarden Euro für Lohnfortzahlungen aufbringen, was zu hohen Produktionsausfällen führte. Diese Situation treibt die Debatte über eine Reform der Lohnfortzahlung sowie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung voran, da dies als Potenzial für Missbrauch angesehen wird.
Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?
Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, fordert wegen steigender Krankenstände eine Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und das Ende der telefonischen Krankschreibung, da diese als Einfallstor für Missbrauch angesehen wird. Die Öffentlichkeit und Medien haben über diese kontroversen Ansichten, die auf die hohen Kosten für Arbeitgeber und die gesamtwirtschaftlichen Belastungen abzielen, berichtet.
Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: Anstieg der Fehlzeiten, höhere Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Produktionsausfälle, entgangene Wertschöpfung, hohe Kosten für Unternehmen und Volkswirtschaft, häufiger und schnellerer Prüfungsbedarf durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, Missbrauch durch telefonische Krankschreibung.
Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Rainer Dulger, dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), zitiert. Er fordert eine grundlegende Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und spricht sich für das Ende der telefonischen Krankschreibung aus, da diese seiner Meinung nach ein Einfallstor für Missbrauch sei. Dulger argumentiert, dass internationale Erfahrungen zeigen, dass großzügige Lohnfortzahlungen zu höheren Fehlzeiten führen, insbesondere bei leichten Erkrankungen.
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