Warken will mit Notfallreform Milliarden einsparen

"Reform der Notaufnahmen in Deutschland"

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant ein neues Gesetz, um Notaufnahmen und Rettungsdienste in zu entlasten und milliardenschwere Einsparungen im zu erzielen. Ein zentrales Element ist eine verpflichtende Ersteinschätzung per Telefon oder vor Ort, die helfen soll, echte Notfälle von Bagatellfällen zu unterscheiden. Zudem sollen bundesweit Integrierte Notfallzentren eingerichtet werden, die Patienten je nach Dringlichkeit und so die Versorgungsstruktur optimieren.

Berlin () – Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mit einem neuen Gesetz die Notaufnahmen und Rettungsdienste in Deutschland entlasten und zugleich Milliarden im Gesundheitswesen einsparen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf einen Referentenentwurf aus dem Ministerium. Dieser soll am Mittwochabend in die Ressortabstimmung mit den anderen Ministerien gegangen sein.

Kern der Reform ist dem Bericht zufolge eine verpflichtende telefonische oder persönliche medizinische Ersteinschätzung, um echte Notfälle zu erkennen und den Missbrauch der Notfalleinrichtungen zu verringern. Grundsätzlich könnten Patienten die Notaufnahme auch in Zukunft ohne Termin aufsuchen. Schneller gehe es aber, wenn sie zuvor für eine Ersteinschätzung die kassenärztliche Notfallnummer 116117 anriefen und in der Notaufnahme einen entsprechenden Nachweis vorlegen könnten. Dann werde man „in der schneller behandelt als ein Selbsteinweiser“, so das Ministerium laut FAZ.

Geplant ist der bundesweite Aufbau sogenannter Integrierter Notfallzentren (INZ) von Kliniken und niedergelassenen Ärzten, die rund um die Uhr geöffnet sein sollen. Dort würden Patienten künftig je nach Dringlichkeit entweder in der Notaufnahme oder in einer Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung versorgt. Auch die Verweisung an die Regelversorgung sei möglich, wenn es sich um keinen Notfall handele, so die Zeitung.

Das Ziel sei es, echte Notfälle schneller zu erkennen und zu behandeln sowie Bagatellfälle telefonisch, telemedizinisch oder in der regulären Versorgung zu behandeln, schreibt die Zeitung. Rund ein Drittel der Patienten in Notaufnahmen gehörten dort eigentlich nicht hin.

Die Reform sieht der FAZ zufolge vor, die Notrufnummern 112 und 116117 digital zu vernetzen. Die Ersteinschätzung soll bundesweit einheitlich erfolgen, um Patienten direkt an die richtige Stelle weiterzuleiten. Laut Entwurf könnten so jährlich rund 1,21 Millionen Notdienstfälle und 2,3 Milliarden Euro eingespart werden.

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Für die Digitalisierung von Arztpraxen, Krankenhäusern und Rettungsdiensten seien jährlich 225 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur vorgesehen.

Die Rettungsdienste sollen künftig ihre Leistungen als eigenständiger Bereich im Sozialgesetzbuch 5 abrechnen können und nicht mehr nur als Fahrtkostenersatz. Damit könnten auch die Patienten von bislang hohen Eigenanteilen – bis zu 2.000 Euro je Einsatz – verschont werden, zitiert die Zeitung aus der Novelle.

Im ersten Jahr rechnet das Ministerium nach FAZ-Angaben mit Einsparungen von knapp 300 Millionen Euro, langfristig mit mehr als einer Milliarde Euro jährlich. Den größten Spareffekt werde die Weiterverweisung von Patienten aus den Rettungsleitstellen an die ambulante kassenärztliche Versorgung nach sich ziehen – bis zu 700 Millionen Euro im Jahr -, gefolgt von Einsparungen im Rettungstransport und durch die Verringerung von Notarzteinsätzen.

Ähnlich hoch sei ein weiteres Sparpotential, so der Entwurf gemäß FAZ: „Berücksichtigt man Folgekosten wie die der stationären nach nicht bedarfsgerechten Rettungseinsätzen, dürfte sich ein weiteres Potenzial von über einer Milliarde Euro jährlich ergeben.“ Die Befassung des Bundeskabinetts sei für Anfang kommenden Jahres geplant.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Notfallaufnahme (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?

Nina Warken

Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?

Bundesgesundheitsministerium, CDU, Frankfurter Allgemeine Zeitung, kassenärztliche Notfallnummer 116117, Kassenärztlichen Vereinigung, Sozialgesetzbuch 5.

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?

Nicht erwähnt

An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Deutschland, Berlin.

Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant ein neues Gesetz zur Entlastung der Notaufnahmen und Rettungsdienste in Deutschland, das mittels einer verpflichtenden Ersteinschätzung und der Schaffung integrierter Notfallzentren Einsparungen im Gesundheitswesen von über einer Milliarde Euro jährlich ermöglichen soll.

Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?

Der Hintergrund für das beschriebene Ereignis ist die Überlastung von Notaufnahmen und Rettungsdiensten in Deutschland, verursacht durch eine hohe Zahl von Bagatellfällen, die dort behandelt werden. Ziel der Gesetzesinitiative von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ist es, echte Notfälle schneller zu erkennen, die Notfallversorgung zu optimieren und gleichzeitig Milliarden im Gesundheitswesen einzusparen.

Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?

Der Artikel beschreibt, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit einem neuen Gesetz die Notaufnahmen und Rettungsdienste in Deutschland entlasten und Milliarden einsparen möchte. Politisch stößt die Reform auf Unterstützung, da sie auf eine effizientere Ersteinschätzung von Notfällen abzielt, während öffentliche und mediale Reaktionen bislang nicht direkt thematisiert werden.

Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?

Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: Entlastung der Notaufnahmen und Rettungsdienste, Einsparungen im Gesundheitswesen, schnellere Behandlung für Patienten mit Ersteinschätzung, bundesweiter Aufbau integrierter Notfallzentren, Online-Verknüpfung der Notrufnummern 112 und 116117, einheitliche Ersteinschätzung zur besseren Patientenlenkung, Einsparung von 1,21 Millionen Notdienstfällen, Einsparung von 2,3 Milliarden Euro jährlich, Digitalisierung von Arztpraxen, Krankenhäusern und Rettungsdiensten, eigenständige Abrechnung der Rettungsdienste im Sozialgesetzbuch 5, Vermeidung hoher Eigenanteile für Patienten, Einsparungen von knapp 300 Millionen Euro im ersten Jahr, langfristige Einsparungen von über einer Milliarde Euro jährlich, große Einsparungen durch Weiterverweisung an ambulante Versorgungen, zusätzliche Einsparungen durch verringerte stationäre Behandlungen.

Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme aus dem Ministerium zitiert. Die Aussage besagt, dass Patienten, die vor ihrem Besuch in der Notaufnahme die kassenärztliche Notfallnummer 116117 anrufen und eine Ersteinschätzung erhalten, in der Regel schneller behandelt werden als solche, die ohne Termin erscheinen.