Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) fordert höhere Ausgaben für humanitäre Hilfe im Bundeshaushalt, um deutsche Interessen zu wahren und Chancen auf internationaler Ebene zu nutzen. Er betont, dass Investitionen in die Regelordnung und Sicherheitspolitik nicht nur humanitäre, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringen könnten, insbesondere angesichts des Rückzugs anderer Länder, wie der USA. Trotz vorgeschlagener Haushaltskürzungen für das Auswärtige Amt und die Entwicklungszusammenarbeit sieht Wadephul die Notwendigkeit, Deutschlands Engagement zu verstärken, um eine nachhaltige globale Zusammenarbeit zu fördern.
Berlin () – Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) drängt auf zusätzliche Mittel für die humanitäre Hilfe im Bundeshaushalt für das kommende Jahr und verweist dabei auf große Chancen für Deutschland.
„Unsere Interessen in der Welt zu wahren, hat einen Preis“, sagte Wadephul den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Der Preis, das nicht zu tun, ist aber viel höher.“ Es sei Gegenstand der Haushaltsberatungen zu prüfen, ob wir „mehr in unsere weltweiten Interessen investieren können.“
Wadephul fügte hinzu: „Humanität und deutsche Interessen sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Die Gefahrenabwehr und das Verhindern von weiteren Flüchtlingsströmen ebenso. Wir können diese Punkte miteinander verbinden, wenn wir unser Interesse an umfassender Zusammenarbeit deutlich machen.“
Der Außenminister erklärte, die Vereinten Nationen litten darunter, dass sich andere zurückzögen, insbesondere die USA. „Das darf Deutschland als zweitgrößter Geber nicht auch noch machen. Wir werden die USA nicht ersetzen können, aber wir sollten schauen, wo es sinnvoll ist, eine Schippe draufzulegen“, erklärte Wadephul.
Aus deutscher Sicht sei es gut angelegtes Geld, in die regelbasierte Ordnung zu investieren. Es eröffneten sich auch große Chancen für Deutschland, eben weil sich andere aus ihrem Engagement zurückzögen. „Diese Chancen müssen wir ergreifen, etwa durch Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik, aber auch wirtschaftlich, bei der Versorgung unserer Unternehmen mit Rohstoffen, etwa mit seltenen Erden“, sagte der CDU-Politiker. „Oder indem wir neue Handelspartner gewinnen und neue Absatzmärkte erschließen.“
Der von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgelegte Etatentwurf sieht für das Auswärtige Amt im nächsten Jahr Ausgaben in den Bereichen humanitäre Hilfe und Krisenprävention von 1,4 Milliarden Euro vor, etwas weniger als in diesem Jahr. Auch die Ausgaben für „Leistungen an die Vereinten Nationen und im internationalen Bereich“ sollen mit rund 961 Millionen Euro um rund 84 Millionen Euro geringer ausfallen als 2025.
Zugleich wurden bereits im laufenden Haushalt die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, die dem Entwicklungsministerium zur Verfügung stehen, deutlich gekürzt. Der Etat des Entwicklungsministeriums sinkt in diesem Jahr um knapp eine Milliarde Euro auf 10,3 Milliarden Euro, für das kommende Jahr ist eine weitere Kürzung um mehr als 300 Millionen Euro vorgesehen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Johann Wadephul am 30.09.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?
Johann Wadephul, Lars Klingbeil
Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?
Bundesaußenminister Johann Wadephul, CDU, Funke-Mediengruppe, Vereinte Nationen, USA, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, SPD, Entwicklungsministerium.
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?
Das Datum des beschriebenen Ereignisses ist der 30.09.2025.
An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?
Berlin
Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?
Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert im Rahmen der Haushaltsberatungen für das kommende Jahr erhöhte Mittel für humanitäre Hilfe, um Deutschlands internationale Interessen zu wahren und die Chancen einer engeren Zusammenarbeit in Sicherheits- und Wirtschaftspolitik zu nutzen, während der aktuelle Etatentwurf Kürzungen in diesen Bereichen vorsieht.
Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?
Der Auslöser für Johann Wadephuls Plädoyer für zusätzliche Mittel im Bundeshaushalt ist die Rückziehung anderer Länder, insbesondere der USA, aus der internationalen humanitären Hilfe. Wadephul argumentiert, dass dies Deutschland Chancen bietet, seine Interessen durch verstärktes Engagement in der globalen Zusammenarbeit, Sicherheitspolitik und Wirtschaft zu wahren.
Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) fordert angesichts eines sinkenden Etats für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit im kommenden Bundeshaushalt mehr Investitionen in die globale Zusammenarbeit, um Deutschlands Interessen zu wahren. Er betont, dass eine verstärkte aktive Rolle Deutschlands in der internationalen Humanität und Sicherheit notwendig ist, insbesondere da Länder wie die USA sich zurückziehen.
Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind:
- höhere Kosten für das Nicht-Handeln,
- Rückzug anderer Länder aus der humanitären Hilfe,
- beeinträchtigte Rolle Deutschlands als zweitgrößter Geber,
- Chancen für Deutschland in der Sicherheitspolitik,
- Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit,
- Erschließung neuer Handelspartner und Absatzmärkte,
- Kürzung der Mittel für humanitäre Hilfe und Krisenprävention im Bundeshaushalt,
- weitere Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums.
Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zitiert. Er drängt auf zusätzliche Mittel für die humanitäre Hilfe im Bundeshaushalt und betont, dass "unsere Interessen in der Welt zu wahren, einen Preis hat", wobei er darauf hinweist, dass der Preis des Nicht-Handelns viel höher sei. Wadephul argumentiert, dass Humanität und deutsche Interessen eng miteinander verbunden sind und dass Deutschland in eine regelbasierte Ordnung investieren sollte, um große Chancen zu ergreifen.
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