Der erste Frauenarztbesuch: Was junge Frauen wissen müssen

Der erste Frauenarztbesuch: Was junge Frauen wissen müssen

Für viele Mädchen und junge Frauen ist der erste Frauenarztbesuch etwas, wovor sie Angst oder zumindest Respekt haben. Schuld daran ist die Ungewissheit. Was wird mich erwarten? Was muss ich tun? Welche Fragen muss ich beantworten? Hinzukommt kommt das starke Scharmgefühl – immerhin erfordert es viel Überwindung, sich vor einer fremden Person zu entkleiden und dann auch noch so „tiefe Einblicke“ zu gewähren. Im folgenden Beitrag verraten wir Ihnen alles, was Sie zum ersten Frauenarztbesuch wissen müssen.

Wann sollte der erste Frauenarztbesuch stattfinden?

Wann ein Mädchen zum ersten Mal zu einem Gynäkologen geht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die meisten entscheiden sich dazu, wenn sie ihren ersten festen Freund haben und beabsichtigen, mit diesem Geschlechtsverkehr zu haben. Die Antibaby-Pille ist das Verhütungsmittel Nummer 1 bei jungen Menschen. Frauen und Mädchen, die damit eine Schwangerschaft verhindern wollen, müssen zwangsläufig einen Gynäkologen aufsuchen. Denn ohne Rezept vom Frauenarzt gibt es in der Apotheke auch keine Pille.

Auch Mädchen, die zwar noch keinen Sex haben, aber unter starken Regelblutungen und/oder Menstruationsbeschwerden leiden, sollten den ersten Frauenarztbesuch besser nicht allzu weit hinauszögern. Auch in diesem Fall kann es unter Umständen sinnvoll sein, die Antibaby-Pille zu verschreiben. Die darin enthaltenen Hormone verhindern nicht nur eine Schwangerschaft, sondern sorgen auch für einen regelmäßigeren und kontrollierten Zyklus.

Wichtig: Das Einsetzen der ersten Periode ist kein Grund, sofort zum Frauenarzt zu gehen. Hier besteht kein Grund zur Sorge – solang das Mädchen keine starken Schmerzen oder sonstige Beschwerden hat.

Generell empfehlen Gynäkologen, dass junge Frauen spätestens bis zum 16. Lebensjahr ihren ersten Frauenarztbesuch angehen sollten. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, zu überprüfen, ob die Geschlechtsorgane des Mädchens gesund sind.

Wie finde ich einen guten Frauenarzt?

Viele Mädchen haben große Angst davor, sich beim Frauenarzt nicht wohlzufühlen. Umso wichtiger ist, die Wahl des Gynäkologen mit Bedacht zu treffen. Am hilfreichsten ist es, sich im Freundes- und Familienkreis umzuhören. Die meisten jungen Frauen besuchen zunächst den Frauenarzt der Mutter, Schwester oder besten Freundin. Es spricht aber auch nichts dagegen, sich einen anderen Arzt auszuwählen. Bedenken Sie immer: Wenn Sie mit dem Gynäkologen nicht zufrieden sind, können Sie jederzeit wieder wechseln.

Wie ist es bei einem männlichen Frauenarzt?

Das Thema Gynäkologe ist im wahrsten Sinne des Wortes sehr intim. Dementsprechend ist es für viele Frauen undenkbar, einen männlichen Frauenarzt aufzusuchen. Andere wiederum schwören auf männliche Ärzte. Es ist durchaus möglich, auch den ersten Frauenarztbesuch bei einem männlichen Gynäkologen wahrzunehmen.

Wichtig zu wissen ist, dass dieser niemals allein mit der Frau oder dem Mädchen im Behandlungszimmer sein darf. Während der Untersuchung wird immer (!) eine Arzthelferin anwesend sein. Außerdem werden sich männliche Frauenärzte während des Ent- und Ankleidens immer aus dem Raum entfernen – um der Patientin die nötige Privatsphäre zu bieten. Nicht wenige Frauen sind der Meinung, sich bei einem männlichen Gynäkologen wesentlich besser aufgehoben zu fühlen. Das gilt auch für den ersten Frauenarztbesuch.

Was muss ich beim ersten Frauenarztbesuch beachten?

Wenn ein junges Mädchen seinen ersten Frauenarztbesuch hat, sollte es natürlich ein paar Dinge wissen und beachten:

  • Viele Praxen fordern ihre Patientinnen dazu auf, ein Handtuch für die Untersuchung mitzubringen
  • Es ist ratsam, neben der Gesundheitskarte auch den Impfpass und (falls vorhanden) den Menstruationskalender mitzubringen
  • Wen die erste Regelblutung bereits stattgefunden hat, möchte der Arzt umfassende Informationen dazu (Dauer, Regelmäßigkeit, Menge etc.)
Tipp: Egal ob der erste Frauenarztbesuch oder der zwanzigste – die meisten Frauen fühlen sich sehr unwohl dabei, entblößt auf dem Untersuchungsstuhl zu sitzen. In diesem Fall ist es ratsam, einen weiten Rock oder ein Kleid zu tragen. Damit kann der Intimbereich vor und nach der Untersuchung problemlos bedeckt werden.

Der erste Frauenarztbesuch ist zweifelsfrei ein aufregendes Ereignis im Leben junger Mädchen und Frauen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich diese davor fürchten müssen. Frauenärzte wissen um die Ängste ihrer Patientinnen und reagieren auch entsprechend mit Feingefühl und einer umfassenden Aufklärung darauf. Es ist also nicht nötig, sich vor dem ersten Frauenarztbesuch zu fürchten.

Bild: © Depositphotos.com / photographee.eu

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Autor(in)

Jessika Fichtel

Jessika Fichtel setzt sich als freiberufliche Autorin intensiv mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Gesundheit, Familie und Sexualität auseinander. Eine besondere Leidenschaft von ihr sind gesunde Ernährung und insbesondere Superfoods.

3 Kommentare

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    Klaudia

    Viele Praxen bieten explizite Jugend- und Teenagersprechstunden an. Das ist meistens eine gute Gelegenheit für sehr junge Mädchen, die noch große Angst haben vor dem ersten Besuch bei der Frauenärztin. Hier wird in eher lockerer Atmosphäre vor allem geredet und weniger „untersucht“. Einfach mal danach fragen!

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    1. Avatar
      Mara

      Würde meiner Tochter auch anbieten, sie zum ersten Frauenarztbesuch zu begleiten. Ob das Angebot angenommen wird, ist natürlich Geschmackssache, aber wenn zwischen Mutter und Tochter ein gutes Vertrauensverhältnis besteht, wird sie sicher froh sein, wenn jemand mitkommt, der ihr das Händchen hält und die Nervosität nimmt!

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  2. Avatar
    Cyn42

    Manche Mädchen fühlen sich beim ersten Frauenarztbesuch eher gehemmt, wenn die Mutter mitgeht. Sie trauen sich dann nicht, bei der Untersuchung oder im Gespräch mit dem Gynäkologen, wichtige Fragen zu stellen. Das erledigen sie dann oft im Nachhinein telefonisch. Der Grund: Nicht immer soll die Mutter alle Details in Bezug auf den neuen/festen Freund erfahren, selbst wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Mutter und Tochter sonst gut ist. Oft wollen sie z.B. wissen, ab wann die Pille zuverlässig verhütet. Was passiert, wenn sie die Einnahme doch mal vergessen, aber Sex haben usw.
    Darum kann es vorteilhaft sein, die Mutter im Wartezimmer zu lassen. Denn was zwischen Frauenarzt und Patientin passiert, bleibt vertraulich. Das ist ebenfalls eine wichtige Information für junge Frauen.

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