ASB dringt auf Pflegegeld für Angehörige

Pflegegeld für Angehörige gefordert

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) fordert die Einführung eines Pflegegeldes für pflegende Angehörige, das direkt an sie ausgezahlt werden sollte, um finanzielle Entlastung zu schaffen. ASB-Bundesgeschäftsführer Uwe Martin Fichtmüller schlägt vor, sich bei der Höhe des Pflegegeldes am Elterngeld zu orientieren, und plädiert für eine umfassende Pflegevollversicherung, um die finanziellen Lasten für Pflegebedürftige zu verringern. Zudem fordert er eine stärkere Verantwortung der Kommunen in der Altenhilfeplanung und die Entbürokratisierung in der Pflege.

() – Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Deutschland fordert ein Pflegegeld für pflegende Angehörige. „Wir brauchen ein Pflegegeld 2.0. Das muss unmittelbar an die Pflegenden ausgezahlt werden“, sagte ASB-Bundesgeschäftsführer Uwe Martin Fichtmüller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Diese Unterstützung sei notwendig, wenn pflegende Angehörige etwa ihre Arbeitszeit reduzieren würden. Bei der Höhe des Pflegegeldes für pflegende Angehörige schlug Fichtmüller vor, sich am Elterngeld zu orientieren: „Das Pflegegeld sollte sich am Elterngeld orientieren. Warum sollte es einen Unterschied machen, ob ich ein Kleinkind oder eine hochaltrige pflegebedürftige Familienangehörige betreue?“

Zudem sprach sich Fichtmüller für eine Pflegevollversicherung aus. Diese müsste analog zur Krankenversicherung gestaltet werden, schlug der ASB-Chef vor. „Wer über 3.000 Euro pflegebedingte Kosten und die Nebenkosten muss, aber nur eine Durchschnittsrente von etwa 1.300 Euro bei oder 1.440 Euro bei Männern bezieht, kann sich die Pflege sonst schlicht nicht leisten“, begründete Fichtmüller den Vorstoß. Eine solche Pflegevollversicherung könne zwar nicht „von heute auf morgen kommen“, dennoch sei mittelfristig ein Sockel-Spitze-Tausch und langfristig eine Pflegevollversicherung das Ziel.

Bei dem Sockel-Spitze-Tausch, also der Umkehr des Zuschusses durch die Pflegeversicherung mit einer dann gedeckelten Eigenleistung der Pflegebedürftigen, schlug Fichtmüller eine Obergrenze von 700 Euro für die pflegebedürftigen Personen vor. „Mit dem Sockel-Spitze-Tausch ist es aber nicht getan“, mahnte der ASB-Chef. „Als Nächstes müssen alle versicherungsfremden Leistungen raus aus der Pflegeversicherung, also etwa die Kosten der und die Rentenpunkte für pflegende Angehörige.“ Der Staat müsse bezahlen, was er bestellt. Zur Finanzierung des Vorhabens schlug Fichtmüller vor, die Beitragsbemessungsgrenze in allen drei Versicherungsbereichen anzuheben.

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Rückblickend bezeichnete Fichtmüller die Einführung der Pflegeversicherung „mit Blick auf die regionale Infrastrukturplanung und -steuerung“ als „Sündenfall“, da sie zugleich das Ende der kommunalen Altenhilfeplanung bedeutet habe. Fichtmüller forderte, die Kommunen wieder stärker in die Pflicht zu nehmen und den Kontrahierungszwang aufzulösen. „Die Pflegekasse würde dann nur noch die Einrichtungen und Dienste zulassen, die in der regionalen Infrastrukturplanung vorgesehen wären. Die Kommunen wären stärker in der Pflicht im Sinne einer bedarfsgerechten Angebotssteuerung.“ Zudem brauche es Entbürokratisierung und mehr zivilgesellschaftliche Akteure, die sich in der Betreuung einbringen würden.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Seniorin mit Helferin (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?

Uwe Martin Fichtmüller

Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?

Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Deutschland, Funke-Mediengruppe.

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?

Nicht erwähnt

An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?

Berlin

Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?

Der Arbeiter-Samariter-Bund fordert ein direkt an pflegende Angehörige auszahlbares Pflegegeld sowie eine umfassende Pflegevollversicherung, um finanzielle Belastungen zu reduzieren und die kommunale Altenhilfe zu stärken.

Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?

Der Auslöser für die Forderung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) nach einem Pflegegeld für pflegende Angehörige ist die zunehmende Belastung dieser Personen durch die Pflegekosten und die Notwendigkeit, Arbeitszeit für die Pflege zu reduzieren. Der ASB sieht in einer verbesserten finanziellen Unterstützung und einer Pflegevollversicherung eine Lösung, um die Situation der pflegenden Angehörigen zu entlasten und eine angemessene Versorgung sicherzustellen.

Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) fordert ein Pflegegeld für pflegende Angehörige und betont die Notwendigkeit, die Kommunen stärker in die Pflegeplanung einzubeziehen. Uwe Martin Fichtmüller kritisiert die aktuelle Pflegeversicherung und schlägt eine Pflegevollversicherung sowie eine Entbürokratisierung vor, um die finanzielle Lage von Pflegebedürftigen zu verbessern.

Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?

Die im Artikel genannten Folgen oder Konsequenzen sind:

Pflegegeld für pflegende Angehörige, Reduzierung der Arbeitszeit von pflegenden Angehörigen, Orientierung des Pflegegeldes am Elterngeld, Einführung einer Pflegevollversicherung, untragbare pflegebedingte Kosten bei geringer Rente, Sockel-Spitze-Tausch mit Obergrenze von 700 Euro, Ausschluss versicherungsfremder Leistungen aus der Pflegeversicherung, stärkere Verpflichtung der Kommunen, Entbürokratisierung, mehr zivilgesellschaftliche Akteure in der Betreuung.

Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Uwe Martin Fichtmüller, dem Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Deutschland, zitiert. Er fordert ein Pflegegeld für pflegende Angehörige, das an die Pflegebedürftigen direkt ausgezahlt werden sollte, und schlägt vor, sich bei der Höhe des Pflegegeldes am Elterngeld zu orientieren, da beide Gruppen ähnliche Belastungen mit sich bringen.

Justin Meier