Organisationen kritisieren Kürzungen bei humanitärer Hilfe

Kürzungen gefährden humanitäre Hilfe

Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ und das katholische Hilfswerk Caritas international kritisieren scharf die geplanten Kürzungen bei der humanitären und der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung. Dagmar Pruin, Präsidentin von „Brot für die Welt“, warnt, dass solche Einschnitte politisch kurzsichtig seien und Lives kosten könnten, während Oliver Müller von Caritas betont, dass angesichts globaler Krisen angemessene Hilfe immer schwieriger wird. Florian Westphal von „Save the Children“ fordert ein Umdenken in der , da Kürzungen insbesondere die Schwächsten, vor allem in Krisengebieten, hart treffen und lebenswichtige Programme gefährden.

Berlin () – Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ kritisiert die vorgesehenen Kürzungen bei der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Präsidentin des Hilfswerks, Dagmar Pruin, sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Diese langfristigen Kürzungen sind politisch kurzsichtig. Sie werden Menschenleben kosten. Unser Appell an die Bundesregierung ist klar: Wer jetzt bei den Etats für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit kürzt, zahlt in Zukunft einen viel höheren Preis – menschlich, politisch und wirtschaftlich.“

Sie ergänzte: „Gerade jetzt muss die Bundesregierung Werte wie Solidarität, Menschlichkeit und Weitsicht in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen. Wer die langfristigen Mittel für die internationale Zusammenarbeit kürzt, verspielt Chancen – auch für uns.“ Pruin fügte hinzu: „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass weltweit 300 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind und sogar 800 Millionen Menschen hungern. Deutschland muss zu seinen internationalen Versprechen und Vereinbarungen stehen. Man lässt keinen Menschen verhungern. Punkt.“

Auch das katholische Hilfswerk Caritas international kritisiert die vorgesehenen Haushaltskürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe scharf. „Die dramatischen Kürzungen passen in keiner Weise zur Weltlage“, sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, der „Rheinischen Post“.

„Im dritten Jahr in Folge sind mehr als 300 Millionen Menschen aufgrund der wachsenden Zahl an Kriegen und Konflikten auf humanitäre Hilfe angewiesen.“ Er sagte: „Es war schon vor den Kürzungen kaum möglich, auf die Not der Menschen angemessen zu reagieren. Wie soll das gelingen, wenn weltweit ein Drittel der humanitären Helfer entlassen werden müssen?“

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Der Geschäftsführer von „Save the Children“ in Deutschland, Florian Westphal, sagte der „Rheinischen Post“: „Die Kürzungen bei humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit sind bitter und treffen die Schwächsten am härtesten: Kinder in Konflikt- und Katastrophengebieten.“ Weiter: „Gerade in Zeiten von multiplen, langanhaltenden Krisen und dem Rückzug vieler anderer traditioneller Geberländer muss der Bundestag seine Verantwortung ernstnehmen und zumindest den Haushalt 2026 mit einem globalen, werteorientierten Fokus gestalten.“

Westphal fügte hinzu: „Armut, Hunger und Hoffnungslosigkeit fördern Instabilität und Gewalt. Wer die Welt sicherer machen möchte, muss in eine gerechtere Zukunft für alle investieren. An dieser Stelle zu sparen, ist kurzsichtig.“ Er mahnte: „Die geplanten Hilfskürzungen kosten schon jetzt Leben. Hunderte – und Ernährungsprogramme von ‚Save the Children` in Ländern wie dem Sudan, Syrien oder Somalia können bereits nicht mehr weitergeführt werden. Die Etat-Kürzungen sind unverhältnismäßig und werden über Jahre hart errungene Fortschritte zunichtemachen.“

Am Mittwoch entscheidet der Bundestag über die Etats des Auswärtigen Amtes und des Entwicklungsministeriums für dieses Jahr.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kinder in einem Slum (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?

Dagmar Pruin, Oliver Müller, Florian Westphal

Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?

Brot für die Welt, Caritas international, Save the Children, Bundesregierung, Bundestag, Auswärtiges Amt, Entwicklungsministerium

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?

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An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Sudan, Syrien, Somalia.

Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?

Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" und andere Organisationen kritisieren die geplanten Kürzungen bei der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit als kurzsichtig und gefährlich, da sie die Lebenssituation von Millionen Menschen verschärfen und langfristige negative Auswirkungen auf Stabilität und Sicherheit haben könnten.

Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?

Der Hintergrund für die kritisierten Kürzungen bei der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit sind die geplanten Einsparungen im Haushalt der Bundesregierung. Diese Entscheidungen fallen angesichts einer globalen Krise, in der über 300 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen sind, besonders kurzfristig und unangebracht, so die Hilfswerke. Die Botschaft ist, dass weniger finanzielle Mittel in diesen Bereichen menschliches Leid und Instabilität verstärken können.

Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?

Im Artikel wird berichtet, dass sowohl das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" als auch die katholische Organisation Caritas und "Save the Children" kritisieren, dass geplante Kürzungen bei der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit kurzsichtig sind und erhebliche negative Auswirkungen auf Menschen in Not haben werden. Sie appellieren an die Bundesregierung, die finanziellen Mittel aufrechtzuerhalten, um langfristige humanitäre und soziale Stabilität zu gewährleisten.

Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?

Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: Menschenleben kosten, höhere zukünftige Kosten (menschlich, politisch, wirtschaftlich), verspielt Chancen, dramatische Kürzungen passen nicht zur Weltlage, unzureichende Reaktion auf die Not der Menschen, Entlassungen von humanitären Helfern, Treffen der Schwächsten am härtesten (insbesondere Kinder), Förderung von Instabilität und Gewalt, Kosten von Programmen führen zu Lebensverlusten, unverhältnismäßige Kürzungen, Rückgang von Fortschritten in der Entwicklungszusammenarbeit.

Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?

Ja, der Artikel zitiert mehrere Stellungnahmen.

Dagmar Pruin, Präsidentin von "Brot für die Welt", kritisiert die Kürzungen als politisch kurzsichtig und warnt, dass sie Menschenleben kosten werden. Sie fordert von der Bundesregierung, Werte wie Solidarität und Menschlichkeit in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen.

Oliver Müller von Caritas international beschreibt die Kürzungen als dramatisch und nicht angemessen zur aktuellen Weltlage, während Florian Westphal von "Save the Children" betont, dass die Kürzungen besonders die Schwächsten, wie Kinder in Krisengebieten, hart treffen und bestehende Programme gefährden.

Justin Meier