Gesundheitsforscher fürchten neuen Alkopop-Boom

„Alkopops und ihre Gefahren“

Gesundheitsforscher warnen vor dem Anstieg alkoholischer Fertigmixgetränke in Deutschland, der an den Alkopops-Boom der 2000er Jahre erinnert. Der Umsatz dieser Produkte ist in den letzten zwei Jahren um 20 Prozent gestiegen, wobei der Alkoholgehalt oft Prozent beträgt und somit nicht unter das Alkopopsteuergesetz von 2004 fällt. Experten fordern eine Reform der Alkopopsteuer zur besseren Regulierung und zur Verringerung des Alkoholkonsums, während die Spirituosenbranche die Kritik zurückweist und auf steuerliche Benachteiligung hinweist.

Hamburg () – Gesundheitsforscher schlagen Alarm wegen des wachsenden Erfolgs alkoholischer Fertigmixgetränke in Deutschland. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtet, erinnert die Entwicklung Experten an den umstrittenen Alkopops-Boom der 2000er Jahre.

Die Branche hat mit Spirituosen-Mixgetränken in den vergangenen zwölf Monaten bis Juli 2025 einen Umsatz von mehr als 715 Millionen Euro erzielt, zitiert das Blatt Daten des Marktforschungsinstituts Nielsen . Der Umsatz sei demnach in nur zwei Jahren um 20 Prozent gestiegen (Umsatzzahlen: Juli 2022-Juni 2023: 595,2 Millionen Euro; Juli 2023-Juli 2024: 684,9 Millionen Euro; Juli 2024-Juni 2025: 715,5 Millionen Euro).

„Das ist das gleiche Problem wie in den Nullerjahren“, sagte Tobias Effertz, der an der Universität Hamburg zu den volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums forscht, der Zeitung. „Starke Süße wird mit kombiniert. Das macht es Jugendlichen leichter, das zu konsumieren. Die Situation ist sogar gefährlicher geworden, der Alkoholgehalt ist jetzt höher.“

Auffällig sei, dass die neuen Mixgetränke stets einen Alkoholgehalt von zehn Prozent aufwiesen. Effertz sieht darin eine Lücke im Alkopopsteuergesetz von 2004. Die damalige rot-grüne Bundesregierung hatte Alkopops mit einer Strafsteuer belegt, die bis zu einem Alkoholgehalt von zehn Prozent greift – exakt der Wert der neuen Mischgetränke, die damit nicht von der Strafsteuer betroffen sind.

Der Forscher forderte eine Reform der Alkopopsteuer. „Man muss den Steuertarif gleitend gestalten: Die Steuer steigt, wenn mehr Alkohol enthalten ist“, so Effertz. Würden die Deutschen weniger Alkohol , könnten Milliarden im eingespart werden.

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Das Bundesgesundheitsministerium wollte sich dem Bericht zufolge nicht konkret zu einer möglichen Reform äußern. Eine Sprecherin verwies lediglich auf Aufklärungs- und Informationsarbeit als Instrument der Alkoholprävention.

Marktforscher Andreas Heim von Nielsen IQ bezeichnete die Spirituosen-Mischgetränke als wachsende Kategorie der Alkoholindustrie. Die konsumfertigen Dosen sprächen „vor allem jüngere Zielgruppen“ an, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Spirituosenbranche wies laut SZ Kritik zurück und verwies darauf, dass ihre Produkte gegenüber Bier und Wein wegen der Alkoholsteuer (früher: Branntweinsteuer) bereits steuerlich im Nachteil seien.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Alkoholische Getränke (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?

Tobias Effertz, Andreas Heim

Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?

Hier sind die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen, getrennt durch Kommas:

Universität Hamburg, Bundesgesundheitsministerium, rot-grüne Bundesregierung, Nielsen IQ, Süddeutsche Zeitung.

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?

Nicht erwähnt

An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?

Hamburg

Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?

Gesundheitsforscher warnen vor dem Anstieg alkoholischer Fertigmixgetränke in Deutschland, die besonders bei Jugendlichen beliebt sind, und fordern eine Reform der Alkopopsteuer, da die aktuellen Regelungen die neuen, stark gesüßten Getränke mit hohem Alkoholgehalt nicht erfassen.

Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?

Der Auslöser für das beschriebene Ereignis ist der wachsende Erfolg alkoholischer Fertigmixgetränke in Deutschland, der Experten an den Alkopops-Boom der 2000er Jahre erinnert. Der Anstieg des Umsatzes um 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren wird mit der hohen Süße und dem Alkoholgehalt dieser Getränke in Verbindung gebracht, der besonders für Jugendliche ansprechend ist. Der aktuelle Alkoholgehalt von zehn Prozent umgeht zudem die bestehende Alkopopsteuerregelung von 2004, was die Problematik verstärkt.

Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?

Im Artikel wird beschrieben, dass Gesundheitsforscher Alarm schlagen wegen des Anstiegs alkoholischer Fertigmixgetränke, wobei die Sorgen an den Alkopops-Boom der 2000er Jahre erinnern. Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich zurückhaltend zu einer Reform der Alkopopsteuer, während die Spirituosenbranche die Kritik zurückwies und auf die bestehenden steuerlichen Nachteile ihrer Produkte hinwies.

Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?

Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind:

steigender Umsatz alkoholischer Fertigmixgetränke, leichterer Konsum für Jugendliche, höherer Alkoholgehalt der neuen Mixgetränke, Lücke im Alkopopsteuergesetz, Notwendigkeit einer Reform der Alkopopsteuer, potenzielle Einsparungen im Gesundheitssystem.

Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?

Ja, der Artikel zitiert eine Stellungnahme von Tobias Effertz, einem Gesundheitsforscher an der Universität Hamburg. Er warnt, dass die Kombination von starker Süße mit Alkohol das Trinken für Jugendliche erleichtert und fordert eine Reform der Alkopopsteuer, um die Steuer an den Alkoholgehalt zu koppeln.