Innungskrankenkassen drängen auf Strukturreformen

Reformen für die Gesundheitsversorgung 2025

Die Innungskrankenkassen fordern dringende Strukturreformen im , um ein drohendes Defizit von 46 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu bekämpfen. Laut einer aktuellen Umfrage sind 65 Prozent der Bürger mit den hohen Beiträgen unzufrieden, während der Bundesregierung vorgeworfen wird, auf kurzfristige Darlehen zu setzen, anstatt verantwortungsvolle Finanzierungsstrategien zu verfolgen. Um die Situation zu verbessern, empfehlen die Innungskrankenkassen Maßnahmen wie die vollständige Finanzierung staatlicher Aufgaben aus Steuermitteln und eine kritische Überprüfung von Ausgabensteigerungen im Gesundheitssektor.

() – Die Innungskrankenkassen drängen auf Strukturreformen. Die gesetzliche Krankenversicherung werde bei steigenden Leistungsausgaben insgesamt zunehmend auch zum Auffangbecken für staatliche Aufgaben, wie die gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen am Dienstag in Berlin mitteilte. Schon im vierten Quartal 2024 verbuchte die GKV ein Defizit von 6,2 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnen die Kassen mit einem Fehlbetrag von 46 Milliarden Euro. 88 von 94 Krankenkassen erhöhen ihre Zusatzbeiträge, während weitere Anhebungen bereits angekündigt sind. Für Arbeitnehmer bedeute das weniger Netto vom Brutto, sagte Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Für Arbeitgeber – insbesondere im Mittelstand – bedeute dies stärkeren Druck bei den Lohnnebenkosten.

„Wenn die Regierung in dieser Situation nun allein auf Darlehen setzt, verdreht sie die Realität“, so Wollseifer. Aus Beitragszahlern würden künstlich Schuldner gemacht, obwohl sie in Wahrheit den Staatshaushalt subventionieren, so der Vorstandsvorsitzende. „Das ist nicht nur finanzpolitisch fragwürdig, sondern Augenwischerei und ein Schlag ins Gesicht all jener, die das Gesundheitswesen finanzieren.“

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des IKK e.V. belege den massiven Stimmungsumschwung, so der Verein. 65 Prozent der Befragten sehen inzwischen die zu hohen Beitragssätze als eines der drängendsten Probleme im Gesundheitswesen – im Vorjahr sagten das noch 46 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich auch das Plädoyer für eine strikte Zweckbindung der GKV-Beiträge. 82 Prozent der Versicherten verlangen, dass ihre Gelder ausschließlich für Leistungen an die GKV-Mitglieder verwendet werden. Das ist ein Anstieg um 15 Prozentpunkte binnen eines Jahres.

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Gleichzeitig sinkt die Zufriedenheit mit der Gesundheitspolitik auf ein niedriges Niveau. Nur noch etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) der sind aktuell zufrieden oder sehr zufrieden, während es 2024 noch 39 Prozent waren. Alarmierend ist die Entwicklung in der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen, die die Hauptlast der Finanzierung trägt. Hier äußern Dreiviertel (74 Prozent) deutliche Unzufriedenheit.

Angesichts dieser Entwicklungen fordern die Innungskrankenkassen drei kurzfristige Maßnahmen, um die Eskalation zu stoppen. Erstens müsse die Bundesregierung die Versorgung von Bürgergeld-Beziehern vollständig und kostendeckend aus Steuermitteln finanzieren, anstatt Jahr für Jahr eine Lücke von rund Milliarden Euro in die GKV-Haushalte zu reißen. „Zweitens müssen gesetzliche Ausgabensteigerungen kritisch überprüft werden, wenn sie keinen nachweisbaren Mehrwert in der Versorgung bringen“, ergänzte Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des Verbands. „Dazu zählen insbesondere die geplante Entbudgetierung im fachärztlichen Bereich oder die Erhöhung des Apothekenfixums.“

Drittens brauche es ein verbindliches Ausgabenmoratorium, bis die Ergebnisse der eingesetzten Expertenkommission vorliegen und in politische Reformen übersetzt sind. „Die GKV steht am Wendepunkt. Jetzt braucht es keine Symbolpolitik und keine Verschuldungstaktik, sondern Mut zur ordnungspolitischen Korrektur“, so Wollseifer.

„Die Politik gefährdet nicht nur das Prinzip der Solidarität, sondern auch das Vertrauen von Millionen Versicherten und Arbeitgebern in unser Gesundheitssystem, wenn sie weiter auf Zeit spielt“, sagte Müller. Besonders drängend sei dabei die verantwortungsgerechte Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. Diese werden aktuell aus Beiträgen gestemmt, obwohl es sich um originär staatliche Aufgaben handele. Der Bundeszuschuss ist seit 2017 nicht mehr erhöht worden. „Der Staat muss seiner Verantwortung nachkommen und darf den Bundeshaushalt nicht dauerhaft aus Beiträgen der Sozialversicherung quersubventionieren“, so Müller.

Die Innungskrankenkassen legen daher erneut ein Bündel von Reformvorschlägen vor, das Einnahmen und Ausgaben gleichermaßen adressiert. Auf der Einnahmeseite verlangen sie die Einbeziehung neuer Erwerbs- und Geschäftsmodelle wie die digitale Plattformarbeit in die solidarische Finanzierung. Zudem soll ein Teil der staatlichen Einnahmen aus Genusssteuern – allein 17 Milliarden Euro jährlich aus Tabak- und Alkoholsteuern – zweckgebunden an die GKV zurückfließen.

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Auf der Ausgabenseite betonen die Innungskrankenkassen die Notwendigkeit, Steuerungs- und Prüfrechte wieder auszubauen – von Krankenhausabrechnungen bis zu Ausschreibungen im Arznei- und Hilfsmittelbereich. Gleichzeitig müssten evidenzbasierte Entscheidungen darüber gefördert werden, welche Leistungen im Katalog bleiben. Um Wartezeiten zu reduzieren und den Zugang zur Versorgung zu verbessern, müsse die Primärversorgung zudem gestärkt werden.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Pressekonferenz: IKK e.V. am 26.08.2025

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?

Hans Peter Wollseifer, Hans-Jürgen Müller

Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?

IKK e.V., GKV, Bundesregierung, Forsa, Hans Peter Wollseifer, Hans-Jürgen Müller, Bundeszuschuss

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?

Das beschriebene Ereignis fand am 26.08.2025 statt.

An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?

Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin statt.

Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?

Die Innungskrankenkassen fordern dringend Strukturreformen im Gesundheitswesen, da steigende Ausgaben und ein erwartetes Defizit von 46 Milliarden Euro im laufenden Jahr das System gefährden, und kritisieren die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen sowie unzureichende staatliche Unterstützung, während die Zufriedenheit der Versicherten signifikant sinkt.

Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?

Der Hintergrund für das Ereignis ist die zunehmend angespannte finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland, die durch steigende Ausgaben und ein erhebliches Defizit gekennzeichnet ist. Die Innungskrankenkassen fordern Strukturreformen und eine verantwortungsvolle Finanzierung, um die Unzufriedenheit sowohl bei Versicherten als auch bei Arbeitgebern zu adressieren.

Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?

Der Artikel beschreibt, dass die Innungskrankenkassen angesichts finanzieller Defizite und steigender Beitragssätze auf umfassende Strukturreformen drängen. Politik, Öffentlichkeit und Medien reagieren auf die sehr schlechte Zufriedenheit der Versicherten und die steigende Unzufriedenheit mit der Gesundheitspolitik, indem sie die Notwendigkeit eines entschlossenen Handelns und einer verantwortungsvollen Finanzierung betonen.

Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?

Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: höherer Fehlbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung, steigende Zusatzbeiträge für Krankenkassen, weniger Netto vom Brutto für Arbeitnehmer, höherer Druck bei Lohnnebenkosten für Arbeitgeber, sinkende Zufriedenheit mit der Gesundheitspolitik, die Hauptlast der Finanzierung trägt die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen, Unzufriedenheit mit den hohen Beitragssätzen, Verlust des Vertrauens in das Gesundheitssystem, Gefährdung des Solidaritätsprinzips, verantwortungsgerechte Finanzierung versicherungsfremder Leistungen, dauerhafte Quersubventionierung des Bundeshaushalts aus Beiträgen der Sozialversicherung, notwendige Reformvorschläge für Einnahmen und Ausgaben.

Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?

Ja, im Artikel werden mehrere Zitate von Personen und Organisationen wiedergegeben. Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V., äußert, dass die Politik mit Darlehen die Realität verdrehe und die Beitragszahler zu künstlichen Schuldnern mache, anstatt den Staatshaushalt angemessen zu subventionieren. Zudem warnt er davor, dass die Pandemie das Vertrauen in das Gesundheitssystem gefährde, und fordert Mut zur ordnungspolitischen Korrektur.

Justin Meier