In der Debatte über die steigenden Kosten in Pflegeheimen fordert Gerda Hasselfeldt, die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, eine Deckelung des Eigenanteils, um die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und deren Angehörige planbarer zu gestalten. Sie schlägt einen Systemwechsel vor, bei dem pflegebedürftige Menschen nur einen festen Eigenanteil zahlen, während die Pflegeversicherung und der Staat die zusätzlich anfallenden Kosten übernehmen. Hasselfeldt warnt, dass die Pflege für viele zur Armutsfalle wird und rechnet mit einer zukünftigen Verschärfung der Situation durch den demografischen Wandel und einen Mangel an Pflegekräften.
Berlin () – In der Debatte um weiter steigende Kosten in Pflegeheimen hat sich die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, für eine Deckelung des Eigenanteils starkgemacht.
„Wir müssen den Anteil, den die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen leisten, fixieren und so kalkulierbar machen“, sagte Hasselfeldt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Hasselfeldt sprach sich für einen Systemwechsel aus, bei dem pflegebedürftige Menschen künftig nur noch einen festen Eigenanteil zur Finanzierung der pflegerischen Versorgung zahlen. Die Selbstbeteiligung soll dadurch nicht wie bisher nach oben offen, sondern planbar sein.
In diesem Fall würden die Pflegeversicherung und der Staat die darüberhinausgehenden Kosten tragen („Sockel-Spitze-Tausch“). „So würden Preissteigerungen in der Pflege nicht mehr ungedeckelt an die Pflegebedürftigen weitergegeben werden“, ergänzte Hasselfeldt. Auf eine maximale Höhe des Eigenanteils wollte sie sich allerdings nicht festlegen.
Zuletzt war die Pflege für Heimbewohner weiter teurer geworden. Die Zahlungen aus eigener Tasche während des ersten Jahres in der Einrichtung überschritten jetzt im bundesweiten Schnitt die Marke von 3.000 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Damit sei die Belastung bei Heimunterbringung für zu Pflegende oder deren Angehörige zu hoch, befand Hasselfeldt. „Die Pflege wird zur Armutsfalle. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ist das eine riesige Belastung. Viele können sich das schon nicht mehr leisten“, sagte die DRK-Präsidentin.
Perspektivisch rechnet Hasselfeldt damit, dass künftige Jahrgänge, die einen Pflegeplatz suchen, in Schwierigkeiten kommen könnten. Sie verwies auf die Verdoppelung der Pflegebedürftigen innerhalb der zurückliegenden 20 Jahre. Diese Zahl werde weiter steigen. Gleichzeitig stagniere die Zahl des Pflegefachpersonals weitgehend. „Die Kombination aus Arbeitskräftemangel und Finanzierungsproblemen der Pflege führt dazu, dass manche Häuser Betten abbauen, Abteilungen schließen und ganze Häuser insolvent gehen“, sagte die frühere CSU-Bundestagsabgeordnete. Der demografische Wandel werde das Problem verschärfen, prophezeite sie.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?
Gerda Hasselfeldt
Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?
Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Gerda Hasselfeldt, Funke-Mediengruppe, Verbands der Ersatzkassen, CSU.
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?
Nicht erwähnt
An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?
Berlin
Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?
Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, fordert eine Deckelung des Eigenanteils für Pflegebedürftige in Heimen, um die finanziellen Belastungen zu reduzieren und die Pflegekosten kalkulierbarer zu machen, während sie auf die wachsenden Herausforderungen durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel hinweist.
Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?
Der Auslöser für das beschriebene Ereignis ist der Anstieg der Kosten in Pflegeheimen, der dazu führt, dass die finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen stark zunehmen. Die DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt fordert eine Deckelung des Eigenanteils, um die finanzielle Planungssicherheit zu erhöhen und eine Überlastung durch steigende Pflegekosten zu vermeiden.
Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?
Im Artikel äußert sich Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, zur steigenden finanziellen Belastung von Pflegebedürftigen in Heimen und fordert eine Deckelung des Eigenanteils. Sie mahnt an, dass die derzeitige Situation viele in die Armut zwingt und sieht die Notwendigkeit eines Systemwechsels, um die Pflegekosten planbar zu gestalten und die Verantwortung auf Pflegeversicherung und Staat zu übertragen.
Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: steigende Kosten in Pflegeheimen, hohe Belastung für Pflegebedürftige und Angehörige, Pflege wird zur Armutsfalle, zukünftige Schwierigkeiten für künftige Jahrgänge bei der Suche nach Pflegeplätzen, Verdopplung der Pflegebedürftigen, stagnierende Zahl des Pflegefachpersonals, Abbau von Betten in Pflegeheimen, Schließung von Abteilungen, Insolvenzen ganzer Pflegehäuser, Verschärfung des Problems durch den demografischen Wandel.
Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Gerda Hasselfeldt, der Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), zitiert. Sie fordert eine Deckelung des Eigenanteils für Pflegebedürftige, um die finanziellen Belastungen kalkulierbar zu machen. Hasselfeldt warnt, dass die steigenden Kosten die Pflege zur "Armutsfalle" machen und betont, dass viele sich die Pflege nicht mehr leisten können.
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