Israels Außenminister Gideon Saar warnt vor Kritik an seinem Land, nachdem Israel die Anweisung des Internationalen Gerichtshofs zur Unterstützung von Hilfslieferungen nach Gaza ignoriert hat. Er macht die Hamas für die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen verantwortlich und behauptet, dass die internationale Kritik an Israel die Verhandlungen um einen Waffenstillstand erschwert habe. Saar betont, dass Israel den Krieg fortsetzen werde, bis alle Geiseln zurückgebracht sind und die Hamas besiegt ist, und äußert Skepsis gegenüber der Gründung eines palästinensischen Staates unter den aktuellen Bedingungen.
Tel Aviv () – Nachdem Israel die Anweisung des Internationalen Gerichtshofs, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen Hilfslieferungen nach Gaza zu ermöglichen, nicht Folge leistet, warnt der israelische Außenminister Gideon Saar vor Kritik an seinem Land. „Das einseitig gegen Israel gerichtete Statement von mehr als 20 Staaten, den Krieg in Gaza zu beenden, das Deutschland glücklicherweise nicht unterzeichnet hat, war kolossal schädlich für die Verhandlungen“, sagte Saar am Donnerstag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Erklärung der 20 Länder hatte nicht nur die israelische Regierung kritisiert, sondern auch die Hamas zur Herausgabe der Geiseln aufgefordert.
Die Hamas habe daraufhin ihre Position verhärtet, so Saar. Daran seien die Verhandlungen in Doha zu einem Waffenstillstand gescheitert. „Deutschland ist das einzige führende Land, das noch rational handelt“, sagte Saar mit Blick auf die Positionen anderer EU-Staaten.
Der Außenminister sieht die Verantwortung für die katastrophale Lage im Gazastreifen bei der Hamas. „Die Behauptung, Israel sei dafür verantwortlich, ist eine Lüge. Wir arbeiten unter schwierigen Umständen sehr hart daran, humanitäre Hilfe zu ermöglichen.“ Er behauptete, die Hamas plündere UN-Hilfslieferungen. „Mit diesen Ressourcen kann sie neue Terroristen rekrutieren und diesen Krieg endlos fortsetzen.“ Die New York Times hatte kürzlich unter Berufung auf Führungskräfte des israelischen Militärs berichtet, dass es keine Beweise dafür gebe, dass die Hamas systematisch UN-Hilfsgüter in Gaza entwendet. Nach Experteneinschätzungen sind derzeit täglich mindestens 500 Lastwagen mit Hilfslieferungen für Gaza nötig, in den vergangenen Wochen waren es jedoch nur rund 70 pro Tag.
Saar behauptete, die humanitäre Lage in Gaza erfahre international so viel Beachtung aufgrund antiisraelischer Haltungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe mit seiner Aussage, Israel erledige die „Drecksarbeit“ für die Welt, Recht gehabt. „Wir lassen uns nicht mit Sanktionen einschüchtern, oder davon, einen zukünftigen palästinensischen Staat anzuerkennen“, so Saar.
Aktuell erfahren in Gaza 469.500 Menschen eine Hungersnot auf der höchsten Stufe der IPC-Skala zur Einstufung der Ernährungssicherheit. Mehr von einer Hungersnot der Stufe 5 betroffene Menschen gibt es derzeit nur im Sudan, dort sind es 637.234 Menschen.
Mit Blick auf das Westjordanland sprach Saar nicht von einem besetzen Gebiet, sondern von „umstrittenen Gebieten“. Ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs hatte 2024 festgestellt, dass die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland eine völkerrechtswidrige Annexion darstelle. Einer Zweistaatenlösung erteilte Saar keine eindeutige Absage. „Aber jeder, der die Realität versteht, wird klar erkennen, dass ein palästinensischer Staat, der heute gegründet wird, ein dschihadistischer Terrorstaat inmitten unseres Kernlandes sein wird.“
Saar sagte, Israel plane nicht, im Gazastreifen zu regieren oder Palästinenser gegen ihren Willen auszuweisen. Er sei jedoch überzeugt davon, dass viele Palästinenser das Land verlassen wollten. „Wir haben die Pflicht, ihnen dies zu ermöglichen.“ Israel werde den Krieg weiterführen, bis alle Geiseln zurückgebracht seien und die Hamas vernichtet sei.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Israelische Fahne an der Knesset (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Namen von Personen werden im Beitrag genannt?
Gideon Saar, Friedrich Merz
Welche Firmen, Behörden oder Organisationen werden erwähnt?
Internationaler Gerichtshof, Vereinte Nationen, Hamas, New York Times, Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU, Sudan.
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das beschriebene Ereignis zugetragen?
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An welchem Ort findet die geschilderte Handlung statt?
Tel Aviv, Gaza, Doha, Westjordanland, Israel
Wie lässt sich der Inhalt des Beitrags in einem einzigen Satz zusammenfassen?
Israels Außenminister Gideon Saar warnt vor internationaler Kritik an seinem Land, nachdem Israel die Anweisung des Internationalen Gerichtshofs zur Hilfe nach Gaza ignoriert hat, und macht die Hamas für die katastrophale humanitäre Lage verantwortlich, während er die von über 20 Staaten geforderte Kriegsbeendigung als schädlich für Friedensverhandlungen bezeichnet.
Was war der ausschlaggebende Anlass für das Geschehen?
Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist die anhaltende humanitäre Krise im Gazastreifen sowie die Spannungen zwischen Israel und der Hamas. Dies wurde durch die Weigerung Israels, der Aufforderung des Internationalen Gerichtshofs nachzukommen und Hilfslieferungen nach Gaza zu ermöglichen, verschärft. Israel sieht sich aufgrund internationaler Kritik und der Erklärung von mehr als 20 Staaten, die den Krieg im Gaza anprangern, in einer schwierigen Lage, während der Außenminister die Verantwortung für die Krise bei der Hamas verortet.
Wie haben Medien, Politik oder Bevölkerung darauf reagiert?
Nach Israels Ignorieren der Aufforderung des Internationalen Gerichtshofs zur Ermöglichung von Hilfslieferungen nach Gaza warnte Außenminister Gideon Saar vor internationaler Kritik und lobte Deutschlands rationale Haltung. Er machte die Hamas für die katastrophale humanitäre Lage verantwortlich und bezeichnete die internationalen Reaktionen als antiisraelisch, während er die Bedeutung der Sicherheitslage für Israel betonte.
Welche möglichen Folgen oder Auswirkungen werden im Artikel angesprochen?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind:
- Kritik an Israel durch mehr als 20 Staaten,
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- Behauptung von Israel, dass die internationale Beachtung der humanitären Lage antiisraelisch motiviert ist,
- anhaltender Krieg bis zur Rückführung aller Geiseln und zur Vernichtung der Hamas.
Gibt es eine offizielle Reaktion oder ein öffentliches Statement dazu?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Israels Außenminister Gideon Saar zitiert. Er warnt vor Kritik an Israel und bezeichnet das Statement von mehr als 20 Staaten, das den Krieg in Gaza kritisiert, als "kolossal schädlich für die Verhandlungen". Saar betont, dass die Verantwortung für die Lage im Gazastreifen bei der Hamas liege und behauptet, dass das internationale Augenmerk auf die humanitäre Lage aufgrund antiisraelischer Haltungen zunehme.
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