Moderne Textilien können krank machen

Moderne Textilien können krank machen

Moderne Textilien können krank  machen – Information und richtige Auswahl hilft

Die Universität Bayreuth hat kürzlich in einer Untersuchung festgestellt, dass fast jedes dritte Kleidungsstück mit Dioxinen und Furanen belastet ist. Unter Umständen sind weitere giftige Rückstände in den Textilien enthalten, die auf die Haut übergehen und damit das Immun- und Hormonsystem des Menschen angreifen können.

Unterschiedliche Standards der Produktion

Immer öfter kommen Jeans, T-Shirt oder Kleider, die hierzulande getragen werden, aus Produktionen im Ausland. Doch damit sie den Transport nach Deutschland in die unterschiedlichen Läden unbeschadet überstehen, werden sie oft mit sogenannten Schimmelblockern und Pilzvernichtern behandelt um quasi „geschützt“ zu sein. Auch nach mehrmaligem Waschen können diese Chemikalien in den Textilien noch nachgewiesen werden, womit allergische Reaktionen wie starke Hautreizungen durchaus vorkommen können. Manchmal sind sie sogar krebserregend. Für einen Verbraucher ist meist sehr schwierig, herauszufinden oder gar zu erkennen, ob und welche Kleidungsstücke chemisch belastet sind. Denn es kommt sowohl bei günstigen als auch bei teuren Produkten gleichermaßen vor.

Viele der Länder, die Textilien verarbeiten, haben andere Bestimmungen zum Arbeitsschutz und zum Einsatz von Chemikalien wie hierzulande. In Indien oder Bangladesh etwa gibt es auch nicht so weitgreifende Umwelt- und Gesundheitsschutzmaßnahmen wie in Mitteleuropa. Daher können Händler in Deutschland etwa gar nicht kontrollieren oder einen Einblick erhalten, welche Mittel bei der Textilverarbeitung in den produzierenden Ländern zum Einsatz kommen. Auch international vereinbarte Grenzwerte und Kennzeichnungsvorschriften bleiben so wirkungslos.

Natur oder Chemie? – das ist bei Textilien die Frage

In einem ersten Schritt kann der Konsument an den Kleidungsstücken riechen. Ist ein intensiver, stechender Geruch wahrnehmbar, deutet dies auf einen hohen Chemieanteil hin. Es ist allerdings kein eindeutiger Beweis dafür. Klar ist aber, dass neu gekaufte Kleidung am besten vor dem ersten Tragen gewaschen werden sollte. Auch wenn es der stolze Besitzer kaum erwarten kann, es zu tragen. Denn nur durch die vorhergehende Reinigung ist sichergestellt, dass wasserlösliche chemische Rückstände aus den Textilien entfernt wurden und damit die Haut nicht mehr belastet wird.

Wichtig ist aber auch, etwas Bescheid über den Unterschied zwischen Natur- und Kunstfasern zu wissen. Doch das ist bei der innovativen Etikettierung mancher Textilien gar nicht so einfach. Die Grundregel ist aber denkbar einfach, denn Pflanze und Tier liefern natürliche Rohstoffe. Zellulose und Erdöl sind die Basis für chemischre Fasern in den Textilien. Eine Naturfaser ist eine Faser, die entweder direkt aus pflanzlichen Rohstoffen wie

  • Baumwolle
  • Hanf
  • Leinen
  • Ramie

besteht. Tierische Rohstoffe sind zum Beispiel

  • Seide
  • Schafwolle
  • Tierhaare von Kamel, Lama, Alpaka, Mohair oder Angora

Chemiefasern sind meist auf Basis der Erdölprodukte

  • Polyester
  • Polyamid
  • Elastan
  • Polyacryl

hergestellt. Es gibt aber auch solche, die auf Basis von Zellulose also

  • Viskose
  • Modal
  • Acetat

produziert werden.

Worauf beim Kleiderkauf zu achten ist

Es gibt einige Dinge, die man beachten sollte, um Hautreaktionen oder Allergien auf neue Kleidungsstücke zu vermeiden. Dazu gehört:

  • Neue Kleidung vor dem Tragen waschen
  • Weit geschnittene Textilien tragen, die nicht auf der Haut scheuern
  • Direkt auf er Haut weiße oder ungefärbte Textilien tragen
  • Beim Bügeln das Fenster öffnen, denn feuchte Wärme kann Formaldehyd in der Kleidung frei setzen, das zu einer Reizung der Atemwege führt
  • Vorsicht bei Kleidung, die den Hinweis trägt „Separat waschen“; nicht fixierte Farbstoffe können durch Schwitzen auch auf die Haut gelangen
  • Bei Hautproblemen nach dem Tragen neuer Kleidung einen Hautarzt aufsuchen
  • Keine Kleidungsstücke aus Gardinen oder Dekostoffen anfertigen und tragen. Hier sind die Vorschriften hinsichtlich Chemikalien etc. noch unausgereifter als bei Kleidung.
  • Klasse statt Masse, sollte die Devise beim Kleiderkauf lauten. Denn Billigprodukte werden meist mit Umweltbelastung, während öko- und sozialverträglich hergestellte Textilien mit dem Portemonnaie bezahlt werden.
  • Chemisch gereinigte Kleidungsstücke mindestens einen Tag an der frischen Luft „auslüften“ lassen, so können auch die schädlichen Dämpfe entweichen.

Bild: © Depositphotos.com / kalinovsky

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Autor(in)

Maik Justus

Maik Justus ist 28 Jahre jung, aus Lübbecke und Vater von 3 Kindern. Er selbst hat bereits sehr viel Erfahrung im Gesundheitsbereich und schreibt, gemeinsam mit anderen Autoren, in diesem Gesundheitsportal.

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