Bis zu welchem Alter ist es aus biologischer (und gesellschaftlicher) Sicht empfehlenswert, ein Kind zu bekommen? Ab wann ist eine Frau zu alt, um (noch einmal) Mutter zu werden? Das Thema späte Mutterschaft wirft viele Fragen auf und führt zu regelmäßigen Diskussionen. Nun wurde der Diskurs erneut angetrieben – durch eine Studie, die interessante Erkenntnisse über die späte Mutterschaft geliefert hat.
Vorteile einer späten Mutterschaft
Insbesondere in den Industrieländern werden Mütter immer älter. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen von der steigenden Lebenserwartung über den gesellschaftlichen Wandel bis hin zu den Karriereplänen der Frauen. Bisher wurde diese Entwicklung hin zur späten Mutterschaft immer sehr kritisch beäugt. Die allgemeine Aussage: Mütter jenseits der 40 setzen ihr Kind und sich selbst einem großen gesundheitlichen Risiko aus. Und in der Tat gibt es viele Studien, die belegen, dass das Wohl des Kindes mit dem steigenden Alter der Mutter immer mehr gefährdet wird.
Nun wurde diese Sichtweise durch eine neue Studie zur späten Mutterschaft relativiert. Das überraschende Ergebnis der Langzeitstudie: Es ist durchaus möglich, dass Kinder einer späten Schwangerschaft deutlich gesünder sind und bessere Bildungschancen haben – wenn denn bestimmte Rahmenfaktoren stimmen. Damit widerspricht die Studie, die vom Max-Planck-Institut und der London School of Economics durchgeführt wurde, nicht anderen Untersuchungen zur späten Mutterschaft, sondern ergänzt die Thematik um einen wichtigen Aspekt: Eine späte Mutterschaft und ihre Betrachtung aus gesundheitlicher Sicht sind weitaus vielschichtiger, als bisher angenommen wurde.
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Eckdaten zur Studie
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Äußere Bedingungen beeinflussen eine späte Mutterschaft
Die Langzeitstudie macht klar, dass eine späte Mutterschaft nicht nur gesundheitliche Risiken mit sich bringt, sondern auch Vorteile für die Kinder bedeuten kann. Dabei betonten die Forscher, dass diese Vorteile nur hervortreten, wenn die äußeren Bedingungen bei der späten Mutterschaft stimmen. Hierbei wird vor allem auf die folgenden Faktoren verwiesen:
- Medizinisch-technischer Fortschritt
- Fortschritt im Bildungssystem
Die beiden Punkte machen deutlich, dass sich die Studie zur späten Mutterschaft nur auf die westliche Gesellschaft bezieht und auch nicht als allgemeingültig zu verstehen ist. Wenn die äußeren Rahmenbedingungen aufgrund von gesellschaftlichen, finanziellen und sozialen Missständen nicht passen, kann auch nicht mit einem positiven Effekt auf die späte Schwangerschaft gerechnet werden.
Nimmt man jedoch an, dass die äußeren Bedingungen bei der späten Mutterschaft stimmen, kann festgehalten werden, dass die Kinder durchaus davon profitieren, wenn sie später zur Welt kommen. Das folgende Beispiel hilft Ihnen dabei, diese Aussage besser zu verstehen:
- Eine Frau kommt 1970 zur Welt und bekommt mit 20 ein Kind → Das Kind ist Jahrgang 1990
- Eine Frau kommt 1970 zur Welt und bekommt mit 40 ein Kind → Das Kind ist Jahrgang 2010
Zwischen den Jahren 1990 und 2010 hat sich unsere Gesellschaft stark verändert. Politische und gesellschaftliche Strukturen haben sich gefestigt, Bildungs- und Gesundheitssysteme wurden weiterentwickelt und gestärkt. Kurzum: Das Kind hat nun bessere Möglichkeiten der Entwicklung.
Trotzdem bleibt ein Restrisiko
Wie weiter oben schon erwähnt, ist es nicht Ziel der hier vorgestellten Langzeitstudie, alle anderen Studien zur späten Schwangerschaft zu negieren. Bisherige Untersuchungen und Erkenntnisse behalten selbstverständlich ihre Richtigkeit und müssen auch weiterhin beachtet werden. Tatsächlich führt das fortgeschrittene Alter einer Frau dazu, dass die Schwangerschaft zu einer Risikoschwangerschaft werden kann. Dennoch muss noch einmal mit aller Deutlichkeit festgehalten werden, dass alle bisherigen Studien zur späten Mutterschaft diese beiden Faktoren außer Acht gelassen haben:
- Entwicklung des Gesundheitssystems
- Veränderungen sozialer Umstände
Bild: © Depositphotos.com / Goodluz
Häufige Fragen
Bis zu welchem Alter ist es biologisch empfehlenswert, ein Kind zu bekommen?
Biologisch wird oft empfohlen, dass Frauen idealerweise vor dem 35. Lebensjahr schwanger werden, da die Fruchtbarkeit danach abnimmt und gesundheitliche Risiken steigen können.
Was sind die Vorteile einer späten Mutterschaft?
Eine späte Mutterschaft kann Vorteile wie eine bessere finanzielle Stabilität, mehr Lebenserfahrung und oft auch ein höheres Bildungsniveau der Mütter mit sich bringen.
Wie beeinflussen äußere Bedingungen die späte Mutterschaft?
Äußere Bedingungen wie medizinischer Fortschritt und ein starkes Bildungssystem können die positiven Effekte einer späten Mutterschaft verstärken und die Entwicklung der Kinder fördern.
Was sagt die neue Studie zur späten Mutterschaft aus?
Die Studie zeigt, dass Kinder älterer Mütter oft größer sind, einen höheren Bildungsgrad erreichen und häufiger eine Universität besuchen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Welche Risiken sind mit einer späten Mutterschaft verbunden?
Frauen über 40 haben ein höheres Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt, was die Schwangerschaft zu einer Risikoschwangerschaft machen kann.
Wie viele Personen wurden in der Studie untersucht?
Die Studie untersuchte mehr als 1,5 Millionen Menschen aus Schweden, die zwischen 1960 und 1991 geboren wurden.
Wer hat die Studie zur späten Mutterschaft durchgeführt?
Die Studie wurde vom Max-Planck-Institut und der London School of Economics durchgeführt.
Wann wurde die Studie veröffentlicht?
Die Studie wurde im März 2016 im Fachmagazin Population and Development Review veröffentlicht.
Wie haben sich gesellschaftliche Bedingungen seit 1990 verändert?
Zwischen 1990 und 2010 haben sich politische und gesellschaftliche Strukturen gefestigt, was zu besseren Entwicklungsbedingungen für Kinder geführt hat.
Sind die Ergebnisse der Studie allgemein gültig?
Die Ergebnisse beziehen sich hauptsächlich auf westliche Gesellschaften und sollten nicht als allgemein gültig betrachtet werden, da soziale und finanzielle Missstände die Ergebnisse beeinflussen können.
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