Die erste Periode: Fakten und Mythen

Die erste Periode: Fakten und Mythen

Für die meisten jungen Mädchen ist die erste Periode ein überaus wichtiges und teilweise auch beängstigendes Thema. Das Einsetzen der ersten Menstruation ist nicht nur eine enorme körperliche Veränderung, sondern in gewisser Weise auch der Beginn des Erwachsenseins. Kein Wunder, dass sich um die erste Periode zahlreiche Mythen ranken.

Wann setzt die erste Periode ein?

Diese Frage kann nur allgemein beantwortet werden. Der Zeitpunkt der ersten Periode, die auch als Menarche bezeichnet wird, ist bei jedem Mädchen ein anderer. In den meisten Fällen setzt sie zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr ein – also in der Zeit der Pubertät.

Auch wenn die erste Periode nicht vorhergesagt werden kann, gibt es doch ein eindeutiges Anzeichen, das ankündigt, dass die erste Regelblutung bald einsetzen wird. Wenn die weiblichen Geschlechtsorgane reifen und „aktiv“ werden, sondert die Vagina ein weißes Sekret aus. Der sogenannte Weißfluss wird als getrocknete Schicht im Slip sichtbar. Wenn Mädchen das Sekret bemerken, ist dies ein guter Zeitpunkt, um sich an die Mutter oder eine andere Vertrauensperson zu wenden. Diese kann dann über kommende Veränderungen und auch hygienische Punkte informieren.

Weitere Anzeichen für die bald einsetzende Menstruation sind:

  • wachsende Brüste
  • wachsende Achsel- und Schamhaare

Wenn Ihre Tochter die erste Periode hat, ist es wichtig, eine möglichst offene und unverkrampfte Kommunikation zu pflegen. Machen Sie dem Mädchen dadurch klar, dass die Menstruation etwas vollkommen Normales (und auch Positives) ist – schließlich wird es nun zu einer Frau.

Tampons oder Binden?

Es gibt einen Mythos über die erste Periode, der sich hartnäckig hält: Ist das Mädchen noch Jungfrau, sollte es besser Binden anstatt Tampons nutzen. Viele berufen sich dabei auf den Tragekomfort oder geben sogar an, dass durch das Einführen eines Tampons das Jungfernhäutchen reißen könnte.

Tatsächlich ist es keinesfalls verwerflich, wenn Sie Ihrer Tochter neben Slipeinlagen und Binden auch Tampons vorstellen und anbieten. Testen Sie einfach, welche Variante am besten passt und greifen Sie zu Beginn auf kleine Tampons zurück. Manche haben auch eine besondere Beschichtung, die das Einführen erleichtert und gerade während der ersten Periode eine echte Hilfe ist.

Die erste Periode: Muss ich mit meiner Tochter zum Frauenarzt?

Die erste Periode von einem Mädchen ist kein Grund, in Panik zu geraten und einen Arzt aufzusuchen. Es handelt sich um einen vollkommen normalen Prozess, der keinen Anlass zur Beunruhigung bietet.

Dennoch ist die erste Regel ein guter Zeitpunkt, um mit Ihrer Tochter über Themen wie

  • Sexualität
  • Partnerschaft
  • Schwangerschaft
  • Intim-Hygiene

zu sprechen. Auch wenn Gespräche dieser Art oftmals unangenehm sind, sind sie notwendig. Fragen Sie Ihre Tochter in diesem Zusammenhang beispielsweise, ob Sie beabsichtigt, bald sexuell aktiv zu werden. Wenn das Mädchen in Zukunft gern die Antibaby-Pille nehmen will, ist es sinnvoll, einen Termin beim Gynäkologen zu vereinbaren. Ist der Zeitpunkt der ersten Periode noch zu früh für Verhütung, müssen Sie keinen Arzt aufsuchen.

Den eigenen Rhythmus finden

Ehe sich der Körper der jungen Frau vollständig an die neue Situation gewöhnt hat, vergeht oftmals eine ganze Weile. Der Zyklus während und nach der ersten Periode ist häufig noch sehr ungleichmäßig und sorgt gern auch für Überraschungen. So setzt die Regelblutung mal früher, mal später und gelegentlich auch als Zwischenblutung ein. Auch die Intensität der Blutung ist sehr unterschiedlich.

Beides – sowohl die Dauer als auch die Intensität der Periode – kann in einem Menstruationskalender festgehalten werden. Dieser hilft dem Mädchen, einen Überblick zu bekommen und sich intensiv mit dem eigenen Körper zu befassen. Wenn die Periode auch nach mehreren Monaten noch keine Regelmäßigkeit aufweist, kann es helfen, wenn das Mädchen die Antibaby-Pille einnimmt. Diese kann unter Umständen auch gewisse Begleiterscheinungen der Pubertät – zum Beispiel unreine Haut und Stimmungsschwankungen – positiv beeinflussen. Machen Sie sich in diesem Zusammenhang aber immer auch klar, dass es sich hierbei um Hormone handelt, die den Körper Ihres Kindes künstlich beeinflussen. Die Entscheidung, die Pille zu nehmen, sollte daher immer gut durchdacht werden.

Bild: © Depositphotos.com / Kryzhov

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Autor(in)

Jessika Fichtel

Jessika Fichtel setzt sich als freiberufliche Autorin intensiv mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Gesundheit, Familie und Sexualität auseinander. Eine besondere Leidenschaft von ihr sind gesunde Ernährung und insbesondere Superfoods.

3 Kommentare

  1. Avatar
    Anita

    Ich bin selbst Mutter einer Tochter und finde es ganz wichtig, bei der ersten Periode dem Mädchen zu vermitteln, dass hier was ganz tolles passiert: Sie wird zur Frau und ihr Körper ist nun in der Lage, sich fortzupflanzen. Leider gibt es viele Mütter, die die Monatsblutung total negativ sehen und den Mädchen implizieren, dass das was dreckiges und abstoßendes ist. Wer sich und seinem Körper positiv gegenübertritt, hat meiner Meinung nach auch viel weniger Probleme damit, wenn der Bauch dann doch mal wehtut oder die Laune nicht ganz so gut ist. Mehr Mut zum eigenen Körper!

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    1. Avatar
      Jule

      Genau das! Zum Glück wird auch im Aufklärungsunterricht in den Schulen mittlerweile nicht mehr so negativ das Thema abgehandelt, wie es früher der Fall war!

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  2. Avatar
    Moonlight_Shadow

    Was in Ihrem Artikel noch fehlt, sind Hinweise zum Umgang mit den Schmerzen. Viele Mädchen erleben das Einsetzen der Regelblutung als unangenehm und schmerzhaft. Es ist schwer, dann positive Aspekte zu sehen. Dass das Mädchen jetzt schwanger werden kann, ist erstmal nicht positiv. Das will bei einem Kind oder einer Jugendlichen natürlich niemand. Auf die monatlichen Schmerzen, Krämpfe und das Bluten würden die meisten liebend gern verzichten. Die Einschränkungen beim Sport lassen sich nicht wegdiskutieren. Dazu kommt immer die Angst, dass man etwas sieht, dass Binde oder Tampon eben doch nicht „sicher“ sind. Bisher habe ich noch kein Mädchen gehört, das sich über das Einsetzen der Periode gefreut hätte.

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