Der richtige Stuhlgang: hockend und nicht sitzend

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Kaum ein anderes Thema wird in unserer modernen Gesellschaft so sehr tabuisiert wie der . Dabei handelt es sich hierbei um einen der natürlichsten Prozesse, dem jeder Mensch nachgeht. Was viele gar nicht wissen: Der richtige Stuhlgang findet gar nicht im Sitzen, sondern vielmehr im Hocken statt. Doch warum? Und warum sitzen wir bei unserem „Geschäft“, wenn es gar nicht richtig ist?

Aus der Hocke auf den „Thron“

Schaut man sich die Geschichte vom Toilettengang einmal genauer an, so kann festgestellt werden, dass sich die Haltung des Menschen während der Tätigkeit stark verändert hat. Unsere Vorfahren haben ihr Geschäft nämlich immer im Hocken verrichtet. Das Privileg, dabei zu sitzen, kam mit der Einführung der Sitztoilette zunächst nur gesellschaftlich Bessergestellten zugute. Noch heute zeugt die Bezeichnung „Thron“ für Toilette von dieser gesellschaftlichen Ungleichheit.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis auch die anderen auf die Sitztoilette umgestiegen sind und die Hockhaltung mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Was zu dieser Zeit keinem klar war: Die Sitzhaltung ist ungesund für den Körper und erschwert die Darmentleerung. Der richtige Stuhlgang findet im Hocken statt.

Info: In der östlichen ist es auch noch heute üblich, seine Notdurft im Hocken zu verrichten. In vielen Ländern gibt es in den Badezimmern statt einer Sitztoilette daher ein einfaches Loch im Boden.

Richtiger Stuhlgang: Die Rolle der Beckenbodenmuskulatur

Wenn der Begriff „“ fällt, denken die meisten Menschen automatisch an Inkontinenz und das entsprechende Training der Muskeln. Der Beckenboden spielt allerdings auch eine große Rolle, wenn es um den richtigen Stuhlgang geht.

Sitzt der Mensch auf der Toilette, kommt es dazu, dass die Muskulatur im Unterleib den Darm abknickt. Der Stuhl muss sozusagen um eine Ecke geführt werden, was wiederum zur Folge hat, dass die Darmentleerung erschwert wird.

Wenn Sie anstatt der Sitzhaltung eine Art Hockhaltung auf der Toilette einnehmen, wird der Darm hingegen nicht von der Beckenbodenmuskulatur abgeknickt. Stattdessen ist er gestreckt und der Stuhl kann wesentlich besser abgeführt werden.

So gelingt Ihnen eine hockende Haltung für den richtigen Stuhlgang

Wenn Sie jetzt befürchten, Ihr nächster Gang zur Toilette wird zu einer akrobatischen Meisterleistung, können Sie an dieser Stelle beruhigt werden. Der richtige Stuhlgang funktioniert am besten, wenn Sie eine kleine Trittbank oder einen Schemel zur Hilfe nehmen. Wenn Sie Ihre Füße auf diesen stellen, nehmen Sie automatisch die gesunde Hock-Haltung ein – und das, obwohl Sie streng genommen noch immer wie gewohnt auf der Toilette sitzen.

Eine andere Version ist das entspannte nach vorne beugen. Versuchen Sie, Ihren Oberkörper möglichst flach auf die Oberschenkel zu legen. Auch in dieser Stellung findet der richtige Stuhlgang statt und der Darm kann ohne Probleme geleert werden.

Die Möglichkeiten des richtigen Stuhlgangs im Überblick:

  • mithilfe einer kleinen Fußbank
  • Oberkörper nach vorn beugen und flach auf die Oberschenkel legen

Übrigens: Dass der Instinkt der sogenannten Hocksitzhaltung bei uns Menschen noch nicht verschwunden ist, wird deutlich, wenn wir unsere Notdurft in der freien Natur verrichten. Dann nehmen nicht nur Frauen, sondern auch Männer die gesunde Hock-Haltung ein.

Warum der richtige Stuhlgang so wichtig ist

Wie wichtig es ist, über den richtigen Stuhlgang zu sprechen, wird deutlich, wenn Sie sich vor Augen führen, was durch die falsche Methode – das aufrechte Sitzen – alles hervorgerufen werden kann. Zu den Folgen des falschen Stuhlgangs gehören:

  • Verstopfung
  • Hämorrhoiden
  • Darmkrebs
  • Inkontinenz

Der richtige Stuhlgang: Drücken verboten

Fast jeder Mensch denkt, dass es richtig wäre, beim Stuhlgang zu pressen. Das ist jedoch falsch. Im Normalfall – nämlich dann, wenn der Darm gestreckt und nicht geknickt ist – kommt es ganz ohne Zutun zur Darmentleerung. Wenn Sie die Hockstellung einmal ausprobieren, werden Sie feststellen, dass der Toilettengang damit nicht nur einfacher wird, sondern auch viel schneller geht.

Bild: © Depositphotos.com / belchonock

Jessika Fichtel
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