Zahl der Tuberkulose-Fälle in Deutschland steigt

Das Robert Koch-Institut hat einen starken Anstieg der Tuberkulose-Fälle in gemeldet. Die für diese Entwicklung ist womöglich der Krieg in der Ukraine, aber was hat dieser Trend für die Menschen zu bedeuten? Lange waren die Zahlen der Tuberkulose-Fälle in Deutschland rückläufig, im vergangenen Jahr sind die Zahlen aber wieder gestiegen. Aktuell werden mehr als 4000 Fälle verzeichnet, teilte das RKI am Welttuberkulosetag mit.

Eine häufige Infektionskrankheit

Mit mehr als zehn Millionen Erkrankten weltweit und 1,5 Millionen Menschen, die pro Jahr an der Lungenkrankheit sterben, ist die Tuberkulose eine besonders häufig vorkommende Infektionskrankheit. Viele Menschen kennen die nur aus historischen Romanen wie dem „Zauberberg“ von Thomas Mann und denken dabei wahrscheinlich an vornehme Sanatorien in den Schweizer Bergen. In Deutschland ist die Krankheit dank einer guten medizinischen Versorgung selten geworden.

Die Erkrankung und wie sie behandelt wird

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Der Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien, die in der die befallen. Vielfach schafft es das körpereigene Immunsystem, den Erreger abzuwehren, sind die Betroffenen aber geschwächt, dann bricht die Krankheit aus. Zu den ersten Anzeichen gehören Husten, leichtes Fieber, eine ungewollte Gewichtsabnahme, häufiger Nachtschweiß und ständige Müdigkeit. Um eine Diagnose stellen zu können, wird eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht und das Blut untersucht, um den Erreger nachzuweisen. War die Krankheit in der Vergangenheit für viele Menschen ein Todesurteil, so kann sie heute mit Antibiotika gut behandelt werden. Ausgeheilt ist die Tuberkulose meist nach einem halben Jahr.

Wer ist besonders betroffen?

In der Ukraine tritt die Lungenerkrankung deutlich häufiger auf als in Deutschland. Seit Februar 2022 sind mehr als eine Million Menschen vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Die beengten Wohnverhältnisse, die nicht immer ausgewogene und die schlechten hygienischen Bedingungen kommen als Ursachen infrage, dass sich die Tuberkulose-Fälle in Deutschland ausbreiten. Gefährdet sind Menschen, die Kontakt mit Erkrankten haben, bei denen eine offene Tuberkulose festgestellt wurde. Die Tuberkulose-Fälle in Deutschland beschränken sich in der Hauptsache auf Menschen über 80 , Patienten, die mit HIV infiziert sind sowie Personen, die dauerhaft einnehmen, sollten deshalb ihre Immunabwehr stärken.

Was ist nach einer Ansteckung mit Tuberkulose wichtig?

Wer an Tuberkulose erkrankt ist, obwohl er Medikamente eingenommen hat, kann weiterhin andere Personen anstecken. Daher müssen Kranke im oder zu Hause isoliert werden. Angehörige sollten bei Besuchen einen Mund- und Nasenschutz tragen, um die Bakterien nicht zu verbreiten. Selbst wenn eine Verbesserung spürbar ist, müssen die Medikamente weiter eingenommen werden, denn sonst kann es zu einem Rückfall kommen. Rauchen ist bei Tuberkulose streng untersagt und wer das Medikament „Ethambutol“ einnimmt, muss mit Sehstörungen rechnen. Die Unterscheidung von Rot und fällt schwer und die Betroffenen sehen dunkle Flecken oder grelle Blitze.

Fazit zu Tuberkulose-Fälle in Deutschland

Kommt es zu einem Fall von Tuberkulose, dann ist der Arzt nach dem Gesetz dazu verpflichtet, den behandlungsbedürftigen Fall dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Das Gesundheitsamt wird schnellstens Untersuchungen der Personen anordnen, die mit dem Erkrankten engen Kontakt hatten. Diese sogenannten Umgebungsuntersuchungen sind Pflicht und sollen verhindern, dass sich noch weitere Menschen mit der Krankheit anstecken und sicherstellen, dass schnell mit einer vorbeugenden Behandlung begonnen wird. Ziel ist es, dass sich die Tuberkulose nicht weiter ausbreitet.

Bild: © Depositphotos.com / motortion

Zahl der Tuberkulose-Fälle in Deutschland steigt

Ulrike Dietz

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