Enzephalitis – was macht die Entzündung im Gehirn so gefährlich?

Das Gehirn ist so etwas wie der Hochsicherheitstrakt des Körpers. Die sogenannte Blut-Hirn-Schranke wehrt alle unerwünschten Eindringlinge wie beispielsweise Viren und Bakterien ab, noch bevor diese in das empfindliche Gewebe der Nerven eindringen können. Leider hat dieser Schutz aber Lücken, wodurch die Erreger ihren Weg finden. Dies ist bei einer Entzündung im Gehirn der Fall, einer Enzephalitis.

Was genau ist eine Enzephalitis?

In der Regel sind es Viren, die diese Entzündung im Gehirn auslösen. Besonders häufig ist dies der Fall, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Viele Viren, die Kinderkrankheiten wie Mumps, Röteln oder Windpocken auslösen, sind nicht selten für eine Enzephalitis verantwortlich. Zecken, die vor allem im Frühsommer eine große Gefahr darstellen, können die Entzündung im Gehirn ebenfalls übertragen. Gefährdet sind besonders Babys und Kleinkinder, die deutlich öfter an einer Enzephalitis erkranken, als es bei Erwachsenen der Fall ist. Die Entzündung lässt das Gewebe im Gehirn anschwellen, dabei können Nervenzellen absterben und große Schäden entstehen. Selbst eine Hirnblutung ist im Rahmen einer Enzephalitis möglich.

Welche Symptome hat die Entzündung im Gehirn?

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Kommt es zu einer Enzephalitis, dann ist es aufgrund der vielen unterschiedlichen Symptome nicht immer ganz so einfach, die Erkrankung sicher zu diagnostizieren.

Zu den vielen Symptomen gehören:

  • Sprachstörungen
  • Hohes Fieber
  • Eine gestörte Motorik.
  • Ein unsicherer Gang
  • Bewusstseinsstörungen
  • Gedächtnisprobleme
  • Verwirrtheit
  • Schwierigkeiten, sich zu orientieren.
  • Übelkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Ein steifer Nacken

Bei anderen Patienten kann es sogar zu einer halbseitigen Lähmung kommen, was schnell zu einer falschen Schlaganfall-Diagnose führen kann. Ein steifer Nacken deutet zudem auf eine Meningitis hin, eine Gehirnhautentzündung. Vor allem bei Kleinkindern ist es oftmals sehr schwer, die richtige Diagnose zu treffen. Ihr Körper wird steif, sie schreien sehr viel und beruhigen sich auch nicht, wenn sie auf den Arm genommen werden. Babys trinken schlecht und erbrechen sich häufig. Ein Hinweis kann die Fontanelle geben, der Bereich des Kopfes, der bei Babys weicher ist als der Rest der Schädeldecke: Bei einer Enzephalitis ist die Fontanelle leicht nach außen gewölbt.

Welche Therapie gibt es?

Jeder, der an Enzephalitis erkrankt, muss im Krankenhaus stationär behandelt werden, und zwar in einer neurologischen Abteilung oder bei Kindern in einer speziellen Klinik. Die Ärzte werden zuerst das Fieber senken, dem Patienten viel Flüssigkeit zuführen und Bettruhe verordnen. Hilfreich sind in diesen Fällen Medikamente, die bei epileptischen Anfällen verabreicht werden, sowie Beruhigungsmittel. Bei schweren Krankheitsverläufen werden die Patienten auf die Intensivstation verlegt. Ist der Erreger bekannt, was bei einer Punktion des Rückenmarks festgestellt wird, dann werden die entsprechenden Medikamente eingesetzt, beispielsweise Virenhemmer. Handelt es sich um einen Pilz, dann kommen Antimykotika zum Einsatz.

Fazit zur Enzephalitis

Eine akute Enzephalitis mit Fieber dauert in der Regel nicht länger als zwei Wochen. Die Erkrankung kann aber unterschiedlich schwer verlaufen, was eine genaue Prognose der Heilung nicht möglich macht. Ist der Verlauf eher mild, dann ist der Patient schnell wieder auf den Beinen, bei einem schweren Verlauf kann es hingegen zu bleibenden Schäden kommen. Die Patienten haben noch lange Zeit nach dem Abklingen der Entzündung beachtliche Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder sich an bestimmte Ereignisse und Dinge zu erinnern. Zurückbleiben können außerdem Probleme beim Gehen und Sprechen.

Bild: © Depositphotos.com / AndreyPopov

Enzephalitis – was macht die Entzündung im Gehirn so gefährlich?

Ulrike Dietz