Colitis ulcerosa – Ursachen der chronischen Darmentzündung?

Von 100.000 Menschen in Deutschland leiden sechs unter Colitis ulcerosa, einer chronischen Darmentzündung. Betroffen ist vor allem die Altersgruppe zwischen 25 und 35, es kann aber auch Senioren und sogar treffen. Die chronische Darmentzündung sorgt für schleimige oder blutige Durchfälle sowie krampfartige Bauchschmerzen, die in den meisten Fällen in Schüben auftreten. Welche Ursachen die hat, ist jedoch noch immer nicht vollständig geklärt.

Keine Autoimmunerkrankung

Lange Zeit galt Colitis ulcerosa als eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Davon ist immer dann die Rede, wenn das irrtümlich das körpereigene Gewebe angreift. Die Schuppenflechte ist eine solche Autoimmunerkrankung, inzwischen weiß die Fachwelt, dass die chronische Darmentzündung nicht dazugehört. Vermutet wird eine genetisch bedingte Ursache, auch bisher unbekannte Einflüsse aus der Umwelt können Colitis ulcerosa begünstigen. In einigen Familien kommt die Erkrankung öfter vor. So haben Geschwister von Betroffenen ein 15-mal höheres Risiko, ebenfalls zu erkranken. Mehr als 100 Gene werden mittlerweile mit der Entstehung der Darmentzündung in Verbindung gebracht.

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Welche Rolle spielt die Seele?

Nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft lässt sich die chronische des Darms nicht allein auf psychische Ursachen zurückführen. Seelischer wie auch körperlicher scheint die Erkrankung eher nicht zu begünstigen. Die Psyche hat andererseits jedoch einen großen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit. So ist es durchaus möglich, dass ein akuter Schub länger anhält, wenn die Betroffenen seelischem Stress ausgesetzt sind. Ein Schub kann zugleich zu einer großen Belastung für die Erkrankten werden, insbesondere wenn starke Schmerzen und häufiger Durchfall auftreten.

Ist die natürliche Darmfunktion gestört?

Wissenschaftler überall auf der Welt wollen das Rätsel um die möglichen Ursachen von Colitis ulcerosa herausfinden. Jetzt gibt es eine neue These, wonach die natürliche Barrierefunktion des Dickdarms gestört sein könnte. Im menschlichen Dickdarm gibt es unzählige Bakterien, die zusammen die sogenannte Darmflora ausmachen. Um zu verhindern, dass diese Bakterien die Darmwand überwinden, hat der Darm eine Schleimschicht, die die Erreger aufhalten soll. Bei denjenigen, die an Colitis ulcerosa erkrankt sind, ist der natürliche Abwehrmechanismus möglicherweise nicht mehr ganz in Ordnung. Die Schleimhaut des Darms ist dünner als bei gesunden Menschen, was es den Bakterien leichter macht, in den Dickdarm einzudringen.

Wie reagiert das Immunsystem?

Selbst wenn Colitis ulcerosa keine Autoimmunerkrankung ist, spielt das Immunsystem hierbei trotzdem eine wichtige Rolle. Die körpereigene Abwehr reagiert mit entsprechenden Maßnahmen auf die Erreger, was schließlich zu einer Entzündung des Darms führen kann. Dies wiederum führt in einigen Fällen zu einer geschwürartigen Veränderung. Bei einigen Betroffenen spielt zudem eine vorangegangene Infektion des Darms eine wichtige Rolle.

Fazit zur Chronischen Darmentzündung

Um dem Rätsel Colitis ulcerosa näherzukommen, wird in alle Richtung geforscht. So wurde jetzt eine neue Studie vorgestellt, die besagt, dass Babys, die lange von der Mutter gestillt werden, seltener eine chronische und entzündliche Erkrankung des Darms bekommen. Zudem besteht der Verdacht, dass Menschen, die als Kind häufig mit Antibiotika behandelt wurden, ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben, als Erwachsene Colitis ulcerosa zu bekommen. Vieles ist allerdings nur eine Vermutung, weil vielfach die Dauer der Studien zu kurz war oder es zu wenig Testpersonen gab.

Bild: © Depositphotos.com / mikesaran

Colitis ulcerosa – Ursachen der chronischen Darmentzündung?

Ulrike Dietz