Gibt es ein Medikament gegen Darmkrebs?

Gibt es ein Medikament gegen Darmkrebs?

Eine kleine Studie aus den USA ließ jetzt die Medizinwelt aufhorchen: Ist es tatsächlich gelungen, ein Medikament gegen Darmkrebs zu entwickeln? Dostarlimab heißt dieses Medikament, was bei Studienteilnehmern die Tumore im Darm vollständig verschwinden ließ. Veröffentlicht wurde die Studie, die so viel Hoffnung macht, vom New Yorker Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Zwölf an Darmkrebs erkrankte Studienteilnehmer bekamen das Medikament und bei allen sind die Krebszellen verschwunden.

Eine aufwendige Behandlung

Die Patienten aus New York, die an der Studie teilgenommen haben, litten alle unter Rektum-Krebs. Ohne das neue Medikament hätten sie Bestrahlungen, eine Chemotherapie sowie Operationen vor sich gehabt. Besonders die Operationen stellen immer noch eine große Herausforderung dar, denn die Patienten müssen mit späteren Einschränkungen rechnen. Dazu gehören insbesondere Funktionsstörungen, sowohl was die Blase, den Darm als auch die Sexualität betrifft. Die Behandlung mit dem neuen Medikament hat bei den Patienten aber ausgereicht, um die Krebszellen endgültig aus dem verschwinden zu lassen. Nach Auskunft der Forscher ist es das erste Mal, dass ein Medikament gegen Krebs so erfolgreich war.

Was ist Dostarlimab?

Dostarlimab heißt das neue Medikament gegen Darmkrebs und dabei handelt es sich um einen sogenannten monoklonalen Antikörper. In Deutschland ist Dostarlimab kein unbekanntes Mittel, da es bereits eine Zulassung für die Behandlung von Gebärmutterkrebs hat. Gedacht ist es für Patienten, bei denen die Chemotherapie nicht die erhoffte Wirkung gezeigt hat. Bekannt ist das Mittel in Deutschland unter dem Namen „Jemperli“. Das Mittel kann bestimmte Krebszellen hemmen und auf diese Weise den Krebs aufhalten. Die renommierte „New York Times“ schrieb dazu, dass das Medikament Krebszellen erkennen und entlarven kann. Damit hilft es dem Immunsystem, diese bösartigen Zellen zu identifizieren und sie anschließend zu zerstören.

Gibt es Nebenwirkungen?

Nach Auskunft der Wissenschaftler traten bei rund einem Fünftel der Patienten, die mit dem Medikament behandelt wurden, Nebenwirkungen auf. Bei drei bis fünf Prozent kam es sogar zu starken Nebenwirkungen, beobachtet wurden:

  • in den Gelenken.
  • Blutarmut
  • Übelkeit
  • Ein chronischer Juckreiz.
  • Hautausschlag
  • Eine Unterfunktion der Schilddrüse.
  • Fieber
  • Erbrechen

Wirklich schwerwiegende Nebenwirkungen sind zur Überraschung der Wissenschaftler jedoch nicht aufgetreten. Laut „New York Times“ lässt sich das Fehlen von schweren Nebenwirkungen auch darauf zurückführen, dass an der Studie nur wenige Probanden teilgenommen haben.

Sind die Patienten jetzt gesund?

Laut der aktuellen Studie ist der Krebs bei den Patienten „vollständig ausgelöscht“ worden, was aber leider nicht heißt, dass sie endgültig geheilt sind. Die Studie ist zwar klein, aber doch überzeugend, trotzdem ist noch zu wenig darüber bekannt, welche Zeit benötigt wird, um von einer vollständigen Heilung zu sprechen. Im Rahmen der Studie wurden die Patienten zwischen sechs und 25 Monate nach der Einnahme des Medikaments untersucht. Ob sie krebsfrei bleiben, steht aber erst nach fünf Jahren fest.

Fazit zum Medikament gegen Darmkrebs

Die Ergebnisse der Studie können auch für andere Krebsarten von sehr großer Bedeutung sein. Um mehr zu erfahren, sind jedoch weitere Forschungsarbeiten nötig. So kann eine Langzeitstudie mit mehr Teilnehmern Klarheit bringen, wie genau das Medikament wirkt, welche Nebenwirkungen es eventuell noch geben könnte und wie hoch die Chancen auf eine endgültige Heilung sind. Laut den Spezialisten für Darmkrebs der Harvard Medical School sind die jetzigen Ergebnisse zwar „bemerkenswert“ und „beispiellos“, trotzdem muss noch weiter geforscht werden.

Bild: © Depositphotos.com / ivankyryk

Ulrike Dietz