Chronisches Fatigue-Syndrom – eine Corona-Spätfolge?

Das chronische Fatigue-Syndrom, kurz auch ME/CFS genannt, ist eine sehr schwere Erkrankung. Sie führt zu einer schnellen und lange anhaltenden Erschöpfung, die den Betroffenen einen normalen Alltag unmöglich macht. Jetzt steht diese rätselhafte Krankheit als Spätfolge nach einer Corona-Infektion im Verdacht. Dies bedeutet, dass Menschen, die an Corona erkrankt waren, anfälliger gegen ME/CFS sein können.

Chronisches Fatigue-Syndrom – was ist das?

ME/CFS reißt Menschen urplötzlich mitten aus dem gewohnten Leben und schränkt die Betroffenen deutlich stärker ein als Rheuma, Krebs oder Multiple Sklerose. Eine Ursache ist bislang nicht bekannt und es gibt auch keine Möglichkeit, die Erkrankung nachzuweisen. Der Name Chronisches Fatigue-Syndrom ist umstritten, denn er reduziert die Erkrankung nur auf eine chronische Erschöpfung und Müdigkeit. Betroffene berichten aber noch von einer Vielzahl anderer Symptome, wie beispielsweise Muskelschmerzen. Die Erkrankten sind extrem licht- und geräuschempfindlich, sie sind zum Teil nicht mehr in der Lage zu sitzen oder mit einer Gabel zu essen. Geschätzt leben in Deutschland rund 300.000 Menschen mit der Krankheit, 15 bis 30 Millionen sind es weltweit. Frauen sind zwischen 30 und 40 Jahren erkranken öfter als Männer und sogar bei Kindern kann das Syndrom auftreten.

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Was kann die Krankheit auslösen?

Wie bei vielen Krankheiten, so gibt es für ME/CFS wahrscheinlich mehrere Ursachen. Nach Meinung von Experten spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Weil viele Patienten vorher einen hatten, wird vermutet, dass dieser Infekt zu 80 Prozent der Auslöser ist. Neben dem Epstein-Barr-, was viele als Pfeiffersches Drüsenfieber kennen, sind auch Keime, die den Magen und den Darm befallen, unter Verdacht. Borrelien, die nach einem Zeckenbiss in den Blutkreislauf wandern, können ebenfalls die Verursacher sein, dazu kommen noch Erkältungs- und Grippeviren, Chlamydien und Coronaviren. Ob einer dieser Erreger tatsächlich für das Syndrom sorgt, steht allerdings immer noch nicht fest.

Eine schwere Form von Long-Covid?

ME oder Myalgische Enzephalomyelitis ist nach Ansicht vieler Ärzte die wohl schwerste Form von Long-Covid, die es gibt. Viele Corona-Patienten klagen über Müdigkeit, die zwar lästig, aber mit dem, was ME-Patienten mitmachen, nicht zu vergleichen ist. Zu Müdigkeit und Erschöpfung kommen bei vielen Patienten sehr starke Kopf- und Gliederschmerzen, zugleich können sie nicht mehr stehen und liegen schließlich nur noch. ME/CFS zu haben, so formulierte es einmal ein Arzt, ist, „wie das Leben zu verlieren, ohne zu sterben“. Der Körper ist vollkommen aus dem Lot. Viele Betroffene, die Corona hatten, sind heute bettlägerig, sie können das Haus nicht mehr verlassen und ihr schlägt vielfach zu schnell.

Gibt es eine Therapie?

Die Möglichkeiten einer Therapie bei ME/CFS sind begrenzt. Aber es gibt , die die und Schlafstörungen mildern. Sport, wie er beispielsweise Krebspatienten verordnet wird, ist bei ME/CFS keine Option.

Fazit zum Chronischen Fatigue-Syndrom

Weil so wenig über die Krankheit bekannt ist, gibt es auch nur wenige Ärzte und Behandlungszentren, an die sich die Betroffenen wenden können. Wer sich mit Corona infiziert hat und danach unter Müdigkeit leidet, sollte sich zunächst einmal keine übermäßigen Sorgen machen. Falls diese Müdigkeit nach einem halben Jahr noch immer da ist oder sich schnell verstärkt, dann ist es besser, einen Arzt aufzusuchen. Kann nach einer gründlichen Untersuchung nichts festgestellt werden, dann ist es sinnvoll, sich noch auf ME/CFS untersuchen zu lassen.

Bild: © Depositphotos.com / IgorVetushko

Chronisches Fatigue-Syndrom – eine Corona-Spätfolge?

Ulrike Dietz