Blutgruppe und Corona – gibt es einen Zusammenhang?

Blutgruppe und Corona – gibt es einen Zusammenhang?

Von Elton John, der Konzerte absagen musste, bis zu Camilla, der Herzogin von Cornwall – die Liste der Prominenten, die alleine in den ersten drei Monaten des Jahres an Corona erkrankt sind, ist lang. Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass die Blutgruppe vielleicht im direkten Zusammenhang mit Corona steht. Genauer gesagt: mit einer bestimmten Blutgruppe haben offenbar ein geringeres Risiko, sich anzustecken und auch der Verlauf der Krankheit spielt offenbar eine wichtige Rolle.

Blutgruppe und Corona – das sagen die Studien

Frühere Studien zu diesem Thema haben bereits angedeutet, dass Risiko und Verlauf von Corona eng mit der Blutgruppe in Verbindung stehen. in Frankreich untersuchten 600 mit Corona und fanden dabei heraus, dass diejenigen mit der Blutgruppe AB das höchste Risiko haben, sich anzustecken. Sie übertragen das allerdings auch seltener auf Menschen mit einer anderen Blutgruppe. Wer die Blutgruppe 0 hat, ist ein sogenannter Superspreader und gibt das Virus schnell an andere weiter. Unterdurchschnittlich oft infiziert sind Menschen mit der Blutgruppe A.

Der Einfluss auf den Verlauf der Krankheit

Eine weitere Studie, die das King‘s College in London analysiert hat, wollte wissen, in welchem Zusammenhang die Blutgruppe und Corona stehen, wenn es um den Verlauf der Krankheit geht. Das Ziel dieser Studie ist es, neue Ansätze bei der Behandlung sowie der Prophylaxe zu finden. Für die Studie wurden 3000 Proteine untersucht, sechs davon konnten die Forscher identifizieren, die zu einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von Corona führen können. Eines dieser identifizierten Proteine, ABO, sorgt nicht nur für einen schweren Verlauf, es bestimmt auch die Blutgruppe des Menschen. ABO steht im Zusammenhang mit einem hohen Risiko der Hospitalisierung und hängt zudem damit zusammen, ob ein Patient Unterstützung bei der Atmung benötigt.

Viele Patienten mit Blutgruppe A

Die Studien aus Frankreich und aus England verbinden nicht eine konkrete Blutgruppe mit der Gefahr einer schweren Erkrankung. Frühere Forschungen haben ergeben, dass Menschen mit Blutgruppe A am ehesten für Folgestudien infrage kommen. Sie stecken sich im Vergleich zu anderen Blutgruppen nicht so schnell an. Bei Menschen mit dieser Blutgruppe ist jedoch noch nicht eindeutig bewiesen, dass es zu einem schweren Verlauf der Krankheit kommt.

Neue Ansätze

Forscher weltweit hoffen, dass die , die aus den Studien gewonnen wurden, dabei helfen, neue Ansätze für die Behandlung mit Medikamenten zu finden. Die Bestimmung der Proteine, die am Infektionsrisiko sowie am Verlauf der Krankheit beteiligt sind, können mögliche Angriffsziele für zukünftige Medikamente darstellen. Dazu sind aber weiter klinische Untersuchungen nötig, die, wenn alles nach den Vorstellungen der Wissenschaftler funktioniert, wahrscheinlich zu einem Medikament führen, was gegen Corona hilft.

Fazit zu Blutgruppe und Corona

Seit mehr als zwei Jahren bestimmt das Coronavirus mehr oder weniger den Alltag und das Leben der Menschen. Ein Ende dieser Pandemie ist leider immer noch nicht in Sicht. Dank der Omikron-Varianten sind die Verläufe der Krankheit aber in der Mehrzahl der Fälle mild und die Auslastung der Krankenhäuser ist trotz der vielen Krankheitsfälle nicht am Limit. Viele Fragen rund um das Thema Corona sind immer noch nicht geklärt. Zu diesen Fragen gehört auch, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den einzelnen Blutgruppen und Corona gibt.

Bild: © Depositphotos.com / Rawpixel

Ulrike Dietz