Späte Mütter – Vorteile und Nachteile

Späte Mütter – Vorteile und Nachteile

Aus rein biologischer Sicht spricht sehr viel dafür, in jungem Alter Kinder zu bekommen. Allerdings hat es auch Vorteile, sich erst relativ spät für ein zu entscheiden. Viele Frauen durchlaufen zunächst eine oder studieren, sie sammeln vielleicht berufliche Erfahrungen im Ausland und finden dann erst den Mann fürs Leben und wollen ein behagliches Nest bauen. Heute ist vierte Frau älter als 35, wenn sie zum ersten Mal Mutter wird. Haben späte Mütter mehr Vor- oder mehr Nachteile?

Späte Mütter und ihre Wunschkinder

In der Regel bekommen diese Mütter Wunschkinder und haben gegenüber jungen Mütter eine Reihe von Vorteilen. So haben Frauen, die erst spät Mutter werden, oft ein stabiles finanzielles Fundament und sind in der Gesellschaft etabliert. Sie haben auch mehr Lebenserfahrung, sie sind deutlich entspannter in der Schwangerschaft und nicht so schnell überfordert, wie dies oft bei jungen schwangeren Frauen der Fall ist. Frauenärzte berichten, dass späte Mütter sehr gut informiert sind, sie stellen präzise formulierte Fragen und haben einen hohen Gesprächsbedarf. Dieses Verhalten ist erklärbar, denn ältere Frauen sehen in der Schwangerschaft oft die letzte Möglichkeit, ihr Wunschkind zu bekommen. Für die Geburt wünschen sich ältere Mütter übrigens vielfach einen Kaiserschnitt, den sie als besonders sicher empfinden.

Eine intensive Betreuung

Geht es nach dem Mutterpass, dann sind späte Mütter ab 35 sogenannte Risikoschwangere und müssen daher engmaschiger untersucht werden. Für ältere Schwangere ist es sehr wichtig, dass sie die Termine bei ihrem Gynäkologen unbedingt einhalten. Dies ist dringend notwendig, da während der Schwangerschaft ab einem gewissen Alter einige häufiger auftreten. Dazu gehören die Schwangerschaftsdiabetes, ein zu hoher Blutdruck, sowie die Präeklampsie, die gefürchtete Schwangerschaftsvergiftung. Je älter die Frau ist, umso größer ist zudem die Gefahr einer Vorerkrankung, die in der Schwangerschaft berücksichtigt werden muss. Bei Frauen, die gelebt und weder geraucht noch getrunken haben, reduzieren sich die Risiken allerdings deutlich.

So wichtig ist die pränatale Diagnostik

Mit dem Alter der Mutter steigt für das ungeborene Kind gleichermaßen die Gefahr einer Chromosomenanomalie, wie etwa Trisomie 21. Daher sollten Frauen, die ab 35 schwanger werden, sich auch mit der pränatalen Diagnostik beschäftigen. Noch vor einigen Jahren wurde zu einer Punktion des Fruchtwassers geraten, heute gibt es weniger invasive Verfahren, wie ein sogenanntes Ersttrimester Screening mit einer Messung der Nackenfalte. Dazu kommen spezielle Bluttests, die nichtinvasiven Pränataltests, um den Verdacht einer Anomalie der Chromosomen ausschließen zu können. Die übernehmen jedoch nicht jede dieser Optionen. So zahlen die Kassen die Bluttests nur, wenn besondere Risiken bestehen. Zudem sollte sich jede ältere Frau, die schwanger ist, gut überlegen, welchen Untersuchungen sie sich aussetzt. Sie muss schließlich mit dem Ergebnis umgehen können.

Fazit zu Späten Müttern

Ist bei älteren Schwangeren der Termin für die Geburt überschritten, dann empfehlen Ärzte, die Geburt früher einzuleiten. Mit zunehmendem Alter besteht eine höhere Gefahr, dass das Kind aufgrund einer mangelnden Versorgung des Mutterkuchens geschädigt wird. Ist das Wunschkind dann endlich auf der Welt, können die älteren Mütter erneut von ihrer Lebenserfahrung und ihrer erwachsenen Gelassenheit profitieren. Wo junge Mütter es kaum erwarten können, beruflich wieder richtig durchzustarten, nehmen sich ältere Mütter alle Zeit der Welt, um nur für ihr Kind da zu sein.

Bild: © Depositphotos.com / monkeybusiness

Ulrike Dietz