Die Kinderkrankheit Scharlach – das sollten Eltern beachten

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Neben Röteln und Windpocken ist Scharlach die häufigste Kinderkrankheit. Während die Kinderkrankheit Scharlach früher als gefährlich eingestuft wurde und die erkrankten Kinder wochenlang auf der Isolierstation eines Krankenhauses behandelt werden mussten, lässt sich Scharlach heute sehr gut behandeln und hat viel von seinem Schrecken verloren. Trotzdem gibt es einige Dinge, die beachten sollten, wenn ihr Kind an Scharlach erkrankt, denn nicht immer verläuft die Krankheit harmlos.

Wie ansteckend ist die Kinderkrankheit Scharlach?

Anders als Windpocken oder Masern, wird die Kinderkrankheit Scharlach von Bakterien, präziser ausgedrückt von Streptokokken der Gruppe A ausgelöst. Diese Erreger sind bei vielen bakteriellen Infektionen die Übeltäter, besonders wenn es um die oberen Luftwege, die Gaumenmandeln und die Hinterwand des Rachens geht. Die meisten Kinder erkranken zwischen dem dritten und dem achten an Scharlach, aber auch Erwachsene können die Kinderkrankheit bekommen, selbst dann, wenn sie als Kinder schon einmal daran erkrankt waren. Scharlach ist hoch ansteckend, denn die Bakterien werden durch Körperkontakt, und zwar durch anniesen oder anhusten übertragen. Besonders tückisch ist, wer sich mit Scharlach angesteckt hat, der kann den Erreger übertragen, schon bevor die Krankheit ausbricht. Normalerweise beträgt die Inkubationszeit fünf Tage, dann treten die ersten Symptome auf. Wenn Eltern die Vermutung haben, dass ihr Kind an Scharlach erkrankt ist, dann muss ein Arzt aufgesucht werden.

Die Scharlach Symptome

Zu den ersten Anzeichen einer Infektion mit der Kinderkrankheit Scharlach gehören und leichtes Fieber. Die meisten Kinder fühlen sich schlapp und müde, sie können nur schwer schlucken und wenn die Eltern dann in den Hals ihrer Kinder schauen, dann sehen sie, dass der Gaumen, das Zäpfchen und auch die Mandeln eine knallrote Färbung angenommen haben. Auf den Mandeln bilden sich dann gelbliche Beläge, die sogenannten Stippchen. Im weiteren Verlauf verändert sich die Haut und von der Leiste bis zu den Achselhöhlen zeigt sich ein feinfleckiger Ausschlag, der sich wie Samt anfühlt. Ausgenommen ist nur der Bereich rund um den Mund, der auffallend blass bleibt, zudem schwellen die Lymphknoten im Kieferbereich an und schmerzen.

Der weitere Verlauf der Krankheit

Nach zwei bis drei Tagen färbt sich die Zunge im für die Kinderkrankheit Scharlach typischen Himbeerrot, und vielfach setzt ein eitriger Schnupfen ein, der sich bedingt durch den Erreger, in den Nasengängen sammelt. Kommt es zu einem schweren Verlauf, dann sind eine Mittelohrentzündung oder eine Nebenhöhlenentzündung keine Seltenheit. Nach einigen Tagen verschwindet der Hautausschlag wieder, nur die himbeerrote Zunge und der knallrote Rachenbereich bleiben. Wenn die Heilungsphase beginnt, dann schuppt die Haut vor allem an den Zehen und an den Fingern.

Wie wird Scharlach behandelt?

Noch vor 50 Jahren mussten Kinder, die an Scharlach erkrankt waren, bis zu sechs Wochen auf der Isolierstation das hüten, dank hat die Kinderkrankheit Scharlach heute ihren Schrecken verloren. Das Antibiotikum bekommen kleinere Kinder in Form von Saft, ältere Kinder als Tabletten. In den ersten Tagen sind viel Ruhe und Schonung wichtig, damit die Krankheit optimal ausheilen kann. Die früher typischen Folgeerkrankungen, wie eine Nierenentzündung, rheumatisches Fieber oder eine Herzmuskelentzündung, die in der Regel in der dritten Krankheitswoche auftraten, sind heute sehr selten geworden, was zum einen an den Antibiotika und zum anderen an dem guten Allgemeinzustand der Kinder liegt.

Kann gegen Scharlach geimpft werden?

Leider gibt es gegen die Kinderkrankheit Scharlach keine Impfung. Wenn der Verdacht auf Scharlach besteht, dann sollte der Kontakt zu anderen Kindern vermieden werden, denn nur so wird eine Ansteckung verhindert. Ansteckend ist die Kinderkrankheit Scharlach bis zu 24 Stunden, nachdem Antibiotika eingenommen wurden. Viele Eltern entscheiden sich auch gegen eine Therapie mit einem Antibiotikum, in diesem Fall besteht bis zum Abklingen der Symptome, also nach etwa drei Wochen, eine akute Ansteckungsgefahr.

Bild: © Depositphotos.com / DenisNata

Ulrike Dietz