Telemedizin in Deutschland – Entwicklung und Zukunft

Telemedizin in Deutschland – Entwicklung und Zukunft

Bei der Telemedizin handelt es sich um einen zumeist digitalen Arztbesuch, der mithilfe des Internets möglich ist. Insbesondere berufstätige Menschen greifen aus Gründen der Zeitersparnis zunehmend darauf zurück. Auch die Ärzte haben die Vorteile längst erkannt, sodass es nicht verwunderlich ist, dass immer mehr Praxen diesen Service anbieten.

In welchen Bereichen wird die Telemedizin genutzt?

Eine besondere Rolle spielt die Telemedizin bereits seit einigen Jahren bei der Beschaffung von Rezepten. Da viele Patienten und Patientinnen über einen langen Zeitraum ein- und dasselbe Medikament einnehmen, ist das Ausstellen der Rezepte online bedeutend einfacher und zeitsparend. Darüber hinaus können leichte Erkrankungen mitunter aus Ferne diagnostiziert und behandelt werden. Hierzu zählen beispielsweise Erkältungen oder Grippe. Zeitgleich bedeutet dies jedoch nicht, dass künftig alle Diagnosen aus der Ferne zu machen sind. Im Zweifel bietet sich für Ärzte jedoch die Möglichkeit, Patienten einzubestellen und sie in der Praxis genauer zu untersuchen, sollte es einen Verdacht auf schwerwiegende Erkrankungen geben.

Insbesondere die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, warum die Telemedizin eine hilfreiche Erweiterung des medizinischen Spektrums sein kann. Noch im Jahr 2017 lag die Quote der Ärzte, die entsprechende Dienste anboten, bei lediglich rund zwei Prozent. Durch die Pandemie erkannten immer mehr Ärzte den Vorteil der Telemedizin, sodass mittlerweile fast 20 Prozent der Patienten angeben, Telemedizin für Online-Sprechstunden oder Rezeptausstellungen zu nutzen.

Die Vorteile der Telemedizin

Dass die Telemedizin auch künftig eine zunehmende Wichtigkeit erlangen dürfte, ist weiteren Faktoren geschuldet. So ist unter anderem der demografische Wandel ein wichtiges Kriterium. Aufgrund der Altersstruktur innerhalb der Bevölkerung steigt der Bedarf ärztlicher Konsultationen. Zeitgleich ist ein Rückgang des öffentlichen Nahverkehrs insbesondere in ländlichen Regionen zu beobachten. Abhilfe kann hier die Telemedizin schaffen, da viele persönliche Besuche beim Arzt auf diese Weise entfallen. Ein weiteres Beispiel, dass sich sehr gut anhand von Zahlen belegen lässt, ist die Nutzung der Antibabypille in Zusammenhang mit der möglichen Zeitersparnis durch die Telemedizin. Vier von zehn Frauen benötigen für den Weg zur Frauenarztpraxis zwischen 45 und 60 Minuten. Wird die Antibabypille über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten per Rezept ausgestellt, fällt somit eine Gesamtfahrzeit von mehr als zwei Tagen an. (Quelle: Studie von Fernarzt.com)

Zudem sollte die Telemedizin nicht ausschließlich als Kontakt zwischen Medizinern und Patienten verstanden werden. So bietet die Telemedizin beispielsweise den weiteren Vorteil, dass viele Reha-Maßnahmen infolge der Digitalisierung in den heimischen vier Wänden stattfinden können. Hierbei kommen Geräte zum Einsatz, die Trainingspläne beinhalten und digital überwacht werden.

Fazit

Selbstverständlich löst die Telemedizin nicht alle Probleme, doch erleichtert sie den Alltag für Ärzte und Patienten gleichermaßen. Wie effektiv sie sein kann, hat die Corona-Pandemie gezeigt. Aufgrund der dabei gemachten Erfahrungen werden viele Praxen diesen Dienst auch weiterhin anbieten und womöglich ausbauen sowie optimieren. So werden die Vitalwerte einiger Patienten schon heute per Datenübertragung aus der Ferne ausgewertet. Schon bald könnte dies gängige Praxis sein.

Quelle: Pixabay

Autor(in)

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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