Orthopädische Schuheinlagen beim Joggen: Innovativ oder Geldverschwendung?

Orthopädische Schuheinlagen beim Joggen: Innovativ oder Geldverschwendung?

Wer sich auch nur ein wenig mit der Thematik eines gesunden Lebensstils auseinandersetzt, wird ziemlich schnell zu der Einsicht kommen, dass regelmäßiger Sport sowohl für die physische als auch für die psychische Gesundheit von enormer Wichtigkeit ist.

Eine der am häufigsten gewählten Freizeitsportarten hierzulande ist das klassische Jogging. Es lässt sich zu jeder Tageszeit ausführen und macht darüber hinaus dank der frischen Luft auch noch richtig spaß.

Doch wie so vieles Andere auch, besitzt das Jogging nicht nur positive Seiten. Wer nicht die richtigen Vorkehrungen trifft, kann sich ziemlich schnell Verletzungen zuziehen, was für das Erreichen des eigentlich vorgesehenen Zieles natürlich kontraproduktiv ist.

Haben auch Sie sich schon einmal überlegt, mit dem Joggen anzufangen? Oder finden Sie sich vielleicht sogar schon regelmäßig in Ihren Sportschuhen wieder? Dann ist dieser Artikel genau das Richtige für Sie!

In diesem möchten wir Ihnen nämlich alles über ein Thema erzählen, das in der Jogger-Szene regelmäßig Fragezeichen aufkommen lässt: Orthopädische Einlagen.

Genauer gesagt werden wir Ihnen die folgenden Fragen beantworten:

  • Was genau unterscheidet orthopädische Einlagen von normalen Einlagen?
  • Gegen welche Probleme können orthopädische Einlagen helfen?
  • Wer kommt für die Kosten von orthopädischen Einlagen auf?
  • Lohnt es sich orthopädische Einlagen wirklich auch fürs Joggen?

Nachdem wir Ihnen all diese Fragen beantwortet haben, werden Sie also dazu in der Lage sein, sich Ihre eigene persönliche Meinung zu diesem Thema zu bilden.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie gesund!

Orthopädische Einlagen vs. Normale Einlagen

Wenn Sie sich einen neuen Sport- oder Alltagsschuh kaufen, befindet sich in dessen inneren natürlich eine Einlage. Diese soll für ein angenehmeres Laufgefühl sorgen und darf somit in keinem modernen Schuhwerk fehlen.

Doch was genau ist jetzt der Unterschied zwischen diesen stinknormalen Einlagen und orthopädischen Einlagen?

Ganz einfach: Orthopädische Einlagen erhält man erst dann, wenn man sie von seinem zuständigen Arzt verschrieben bekommt. Die „Spezial-Einlagen“ werden dann für den Patienten speziell angefertigt und lassen sich so zu 100 % auf dessen Fußform sowie -beschwerde anpassen.

Somit erhält der Leidtragende eine Möglichkeit, ohne viel Aufwand an seinen Fußbeschwerden arbeiten zu können. Man unterscheidet zwischen den folgenden Arten von orthopädischen Einlagen:

Propriozeptive Einlagen
Bettende Einlagen
Korrigierende Einlagen
Stoßdämpf-Einlagen
Einlagen für den Ausgleich von Fuß- oder Beinlängenunterschieden
Stützeinlagen
Ruhigstellende Einlagen

Wann brauche ich eine orthopädische Einlage?

Im Grunde genommen lässt sich diese Frage ganz schnell beantworten: Sie brauchen eine Einlage dann, wenn Ihr Arzt sie Ihnen verschreibt! Dies kann bei den folgenden Problemen der Fall sein:

SpreizfußMittelfußknochen bewegen sich auseinander, es kommt zu starken Schmerzen an den Füßen (vor allem an den Fußballen)
Beschwerden am MittelfußknochenSchmerz bei Belastung in Form von Abrollen oder normalem Gehen
Knick-Senk-FußFerse knickt nach innen & das Fußgewölbe flacht ab
Sprunggelenk-InstabilitätLeidtragende knicken häufig ab, ein stabiles Auftreten fällt schwer
HohlfußEin zu hoher Fußspann sorgt beim Betroffenen für Druckstellen und regelmäßige Schmerzen
RheumafußSehnen und Gelenke entzünden sich
Diabetischer FußDie Fußsohlen sind extrem Anfällig für Verletzungen

Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich widererkennen, sollte Sie auf jeden Fall mit dem Arzt Ihres Vertrauens sprechen, damit Ihnen dieser eine passende Einlage verschreiben kann.

Wer muss die Kosten für othopädische Einlagen tragen?

Wenn man nun das Pech hat, auf eine orthopädische Einlage angewiesen zu sein, stellt sich einem natürlich sofort die Frage, wer dafür aufkommen muss: Krankenkasse oder Privatperson?

Grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen hierzulande die Kosten für Ihre Einlagen nur bis zu bestimmten, gesetzlich geregelten Festbeträgen. Sobald Sie als Versicherter einen Betrag benötigen, der über dieser Grenze liegt, müssen Sie den Überschuss aus eigener Tasche bezahlen.

Folgende Festbeträge wurden aktuell für Einlagen beschlossen:

Bettungseinlagen72,98 €
Schaleneinlagen (elastisch)82,22 €
Einlagen mit Korrekturbacken113,86 €
Stützende Einlagen62,50 €
Weichpolsterbettungseinlagen67,08 €
Schaleneinlagen (fest)83,86 €

Je nach Patient kann es auch einmal dazu kommen, dass bestimmte Zusätze benötigt werden. Hierbei gelten folgende Festbeträge:

Supinations- / Pronationsteil3,77 €
Stoßabsorber / Fersenkissen16,87 €
Weichbettung (langsohlig)11,02 €
Weichbettung (Vorfußbereich)5,77 €
Herausnehmbarer Verkürzungsausgleich10,47 €
Fersenspornausnehmung / -polster9, 87 €
Verkürzungsausgleich5,58 €
Rigidusfeder24,26 €

Doch damit hat sich diese Angelegenheit leider noch nicht geklärt. Sollten die Kosten für Ihre Einlagen oder Zusatzteile innerhalb eines Festbetrages liegen, werden Ihnen dennoch 10 % des Rezeptwertes abgezogen. Darüber hinaus kann es bei aufwendigen Einlagen passieren, dass sogenannte Mehrkosten anfallen, die Sie ebenfalls selbst zu zahlen haben.

Zusammengefasst haben Sie also bei jeder Einlage 10 % des Rezeptwertes zu bezahlen, während weitere Kosten zwar anfallen können, aber nicht müssen.

Sind Einlagen beim Joggen sinnvoll?

Kommen wir noch einmal zurück zu der eigentlichen Frage, ob spezielle Einlagen denn auch fürs Joggen geeignet sind. Wenn Sie schon vom Arzt verschrieben werden, müssten sie ja eigentlich auch für sportliche Betätigungen gedacht sein, oder?

Kann sein, muss aber nicht. Gerade bei einer Sportart wie Jogging kann man keineswegs von einer durchschnittlichen Belastung ausgehen, was die Lage ein wenig ändert. Wenn ein Arzt orthopädische Einlagen verschreibt, sind diese meistens erst einmal für das ganz normale Gehen im Alltag gedacht.

Wenn wir nun aber von längeren Sporteinheiten sprechen, verändert sich die Belastung und somit auch die Unterstützung, die Ihr Fuß benötigen würde. Die einzige Möglichkeit, hier ganz sicher zu gehen, ist ein intensives Gespräch mit Ihrem Arzt.

Versuchen Sie, ihm grob zu schildern, wie oft und intensiv Sie Ihre Trainingseinheiten ansetzen möchten, damit er Ihnen am Ende des Gespräches ganz genau sagen kann, ob und welche Einlagen Sie für regelmäßige Laufeinheiten benötigen würden.

Fazit

Dank den hohen medizinischen Standards, die wir heutzutage genießen, lassen sich auch allerlei Probleme an den Fußgelenken beheben. Orthopädische Einlagen sind hierbei eine sehr gute Möglichkeit, den Problemen aktiv entgegen zu wirken.

Grund dafür ist die Möglichkeit, die Einlage direkt an die Form des Fußes anpassen lassen zu können.

Bildquelle: Pixabay

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Dank seiner Leidenschaft für das Texten hat Bastian Brückner trotz seines jungen Alters bereits über 2 Jahre an Erfahrung gesammelt. Er beschreibt sich selbst als diszipliniert, wissbegierig und aufgeschlossen.

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