Mit der richtigen Ernährung Diabetes mellitus vorbeugen

Mit der richtigen Ernährung Diabetes mellitus vorbeugen

Bei der Erkrankung Diabetes mellitus unterscheidet man zwischen dem Typ 1 und Typ 2. Der Diabetes mellitus Typ 1 ist meist angeboren oder entwickelt sich in jungen Jahren und muss immer mit Insulin behandelt werden. Der Diabetes mellitus Typ 2 wird auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet. Er tritt meist in älteren Jahren auf und betrifft überwiegend Personen, die übergewichtig sind. Wer unter dem Typ 2 leidet, hat sein Leben lang zu gut gelebt und die Bauchspeicheldrüse ist erschöpft, was zur Folge hat, dass sie nicht mehr ausreichend oder manchmal gar kein Insulin mehr produziert. Je nach Höhe des Zuckerwertes wird der Arzt entscheiden, ob eine Therapie mit Insulin oder eine Tablettentherapie angesetzt werden muss. Bei vielen Patienten ist eine Gewichtsabnahme schon ausreichend, um wieder ohne Tabletten oder Insulin leben zu können.

Die richtige Ernährung kann einen Diabetes mellitus vorbeugen

Neben Übergewicht und Bewegungsmangel kann eine kohlenhydratreiche Ernährung das Entstehen eines Diabetes mellitus begünstigen. Bewegung ist das A und O, um gesund leben zu können. Es werden keine sportlichen Höchstleistungen erwartet, wer sich aber täglich etwa 30 Minuten aktiv bewegt, kann das Risiko an einem Diabetes mellitus zu erkranken senken. Damit die Bauchspeicheldrüse ihren Dienst nicht versagt, sollte darauf geachtet werden die Zuckeraufnahmen stark zu reduzieren. Frische Lebensmittel und der Verzicht auf industriell hergestellte Lebensmittel können hier schon viel bewirken. Zudem müssen Getränke nicht immer gesüßt werden. Gerade Obstsäfte können das Risiko an einem Typ 2 Diabetes zu erkranken um bis zu 8 % erhöhen. Auch Alkohol ist nicht immer gut für den Körper. Gegen 5 bis 10 Gläser Bier oder Wein pro Woche ist kein Einwand zu erheben, hier gilt somit auch das Prinzip „in Maßen genießen“.

Ein Ernährungsplan kann helfen die Blutzuckerwerte zu senken

Das ein Mensch mit Diabetes mellitus auf alles verzichten muss, stimmt so nicht. Unabhängig davon, ob es sich um einen Typ 1 oder Typ 2 Diabetes handelt, sollte ein abwechslungsreicher Ernährungsplan zusammengestellt werden. Die Lebensmittel sollten nach Möglichkeit frisch sein. Fertigprodukte sind für die Ernährung ungünstig und sollten deshalb nur in geringen Mengen verzehrt werden. Eine wichtige Frage ist immer, ob man drei oder fünf kleinere Mahlzeiten essen sollte. Das lässt sich so nicht sagen und hängt von der jeweiligen Person und dem normalen Alltag ab. Deshalb ist es sinnvoll, dass sich jeder Diabetiker seinen Ernährungsplan nach seinen Vorlieben zusammenstellt. Mit einem sinnvollen Ernährungsplan der viel Gemüse enthält, nimmt man nicht nur automatisch eine gesunde Lebensweise an, gerade der Typ 2 Diabetiker kann seine Zuckerwerte damit sogar so gut verbessern.

Unbedingt verzichten sollte man auf gesüßte Getränke, Limonaden, Light-Produkte, Süßigkeiten mit Zucker und gekaufte Weißmehlprodukte. Diese enthalten zu viel Zucker, der den Blutzuckerspiegel sehr schnell hoch ansteigen lässt. Achten Sie auf sogenannte Diabetiker-Produkte, diese sind ebenfalls nicht empfehlenswert. In den meisten Supermärkten werden diese Produkte zurecht nicht mehr angeboten. Meist enthalten sie zu viel Fett und zu viele Kalorien. Außerdem wurde nachgewiesen, dass die Fructose und Zuckeraustauschstoffe keinen Vorteil für den Diabetiker haben.

Es gibt ein paar Ernährungstipps, die helfen können, den Blutzuckerwert besser in den Griff zu bekommen und zugleich die Blutwerte zu verbessern. So ist es unter anderem sinnvoll, Vollkornprodukte zu bevorzugen, da diese länger satt halten und den Blutzucker nur langsam ansteigen lassen. Kohlehydrate machen satt, deshalb dürfen Reis, Kartoffeln, Brot und Nudeln verzehrt werden. Der in Vollkornprodukten enthaltene Zucker ist ein Mehrfachzucker, dieser muss vom Körper in Traubenzucker aufgespalten werden. Durch diese Zwischenarbeit wird der Mehrfachzucker langsamer in das Blut abgegeben. Trotzdem ist darauf zu achten, wie viele Kohlehydrate über den Tag verteilt gegessen werden. Der Blutzuckerspiegel ist dennoch im Auge zu behalten und die Insulindosis muss gegebenenfalls angepasst werden.

An Gemüse und Salat kann sich richtig satt gegessen werden, wobei hier auf ein Dressing mit hochwertigen Pflanzenölen zu setzen ist. Obst ist zwar nicht verboten, enthält aber Fruchtzucker und sollte deshalb auf zwei kleine Snacks am Tag reduziert werden. Fett ist für die Ernährung zwar auch wichtig, sollte aber sparsam verwendet werden, das Gleiche gilt für Milchprodukte, die fettarme Variante ist hier sinnvoller.

Für einen Laien ist es relativ schwierig, einen sinnvollen Ernährungsplan zusammenzustellen. Es lohnt sich, mit einem Ernährungsberater zusammenzuarbeiten. Dieser kann anhand der Insulintherapie, bestehender Vorerkrankungen und den Ernährungsvorlieben sinnvolle Ernährungstipps geben. Die erste Zeit wird sich der Diabetiker strikt daran halten müssen, nach geraumer Zeit hat man sein Leben aber so weit geändert, dass der Plan von alleine eingehalten wird.

Bei der Zusammenstellung des Planes spielt das Gewicht eine große Rolle. Übergewicht erschwert die Kontrolle der Blutzuckerwerte, das Abnehmen fällt aber wegen des Diabetes auch schwer. Ein vernünftiges Ziel wird es sein, das Gewicht um etwa 10 bis 20 % zu senken. Allein das wird vermutlich schon ausreichen, um bessere Blutzuckerwerte zu erreichen.

Die Blutfette können beim Diabetiker erhöht sein. Sind das Gewicht und der Cholesterinwert des Diabetikers normal, darf der Fettanteil der Nahrung 30 % der Gesamtkalorienmenge eines Tages nicht übersteigen. Sind das Gewicht und die Cholesterinwerte zu hoch, sollte der Fettanteil bei etwa 20 bis 25 % liegen.

Zuckerschwankungen vorbeugen

Essig dient nicht nur als Gewürz, die Säure kann sogar den Blutzucker senken. Er hemmt Enzyme im Darm, wodurch der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt. Wer somit vor dem Essen ein Schnapsglas Balsamico-Essig zu sich nimmt, könnte hiermit viel bewirken.

Wer am Morgen zu einem erhöhten Nüchternblutzuckerspiegel neigt, sollte am späten Abend noch einen Joghurt essen. Das Fett in dem Joghurt hemmt die Glukagonwirkung, das gespritzte Insulin kann besser wirken und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Fällt der Blutzucker zu weit, wird Diabetikern geraten, einen Traubenzucker zu essen. Leider schmeckt dieser vielen nicht, da er sehr süß ist. Als Alternative kann auch eine Limonade getrunken werden. Ideal für die Tasche sind Gummibärchen aus Weingummi.

Auch wenn sich das Entstehen eines Diabetes mellitus nicht immer verhindern lässt, so kann man mit der Erkrankung doch gut leben. Neben viel Bewegung sollte man wirklich auf seine Ernährung achten und sich einen Überblick über seine Essgewohnheiten verschaffen. Ernährungstipps von Diabetologen oder Ernährungsberatern sind auf jeden Fall sinnvoll und mit ein wenig Disziplin und einer Umstellung seiner Lebensgewohnheiten, kann schon viel bewirkt werden.

 

Bildquelle: © beats_ – Fotolia

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