Fleischkonsum – was spricht für und was gegen den Fleischverzehr?

Fleischkonsum – was spricht für und was gegen den Fleischverzehr?

Seit Anbeginn der Menschheit wird Fleisch gegessen. Zur Zeit der Urahnen war der Fleischkonsum noch überlebensnotwendig, doch heutzutage stellen sich Mediziner immer häufiger die Frage, ob darauf nicht verzichtet werden kann. Der Fleischkonsum ist ein sehr emotional aufgeladenes und zudem hochkomplexes Diskussionsthema. Es betrifft nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Ökologie sowie die Ethik.

In diesem Beitrag soll es in erster Linie um den Gesundheitsaspekt des Fleischkonsum gehen: Ist der Fleischverzehr tatsächlich essenziell wichtig für eine optimale Nährstoffversorgung oder gibt es ebenso gute pflanzliche Alternativen? Erfahren Sie hier mehr!

 

Was spricht für den Fleischkonsum?

Es gibt aus gesundheitlicher und ernährungswissenschaftlicher Sicht, einige Gründe, die dafür sprechen, Fleisch nicht vollständig vom Ernährungsplan zu streichen.

 

1.      Fleisch hat eine hohe Nährstoffdichte

Der menschliche Körper ist auf eine ausreichende Versorgung mit den drei essenziellen Makronährstoffen – Proteine, Fette und Kohlenhydrate – dringend angewiesen. Fleisch liefert dem Organismus einen Großteil dieser Grundbausteine.

Besonders der hohe Proteingehalt ist hier hervorzuheben: Fleisch weist ein sogenanntes vollständiges Aminosäuren-Profil auf. Kein anderes Nahrungsmittel besitzt eine solch hohe Dichte an essenziellen Aminosäuren.

 

Wertvolle Aminosäuren

Aminosäuren sind Proteingrundbausteine, die für unterschiedliche Stoffwechselprozesse im Körper benötigt werden. Unterschieden wird zwischen den essenziellen sowie den nicht-essenziellen Aminosäuren. Die nicht-essenziellen kann der Organismus von sich aus produzieren, die essenziellen müssen zwingend über die tägliche Ernährung zugeführt werden. Fleisch leistet hier, wie bereits erwähnt, einen entscheidenden Beitrag.

 

Beste Versorgung mit Mineralien, Vitaminen & Spurenelementen

Des Weiteren steckt in Fleisch – je nach Sorte – Zink, Selen, Eisen, Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B6 und das essenzielle Vitamin B12. In solch hohen Konzentrationen wie in Fleisch sind diese sogenannten Mikronährstoffe kaum in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Innereien weisen zudem noch einen hohen Vitamin-C-Gehalt auf.

All diese Nährstoffe sind grundlegend wichtig für das Immunsystem, für zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper und auch für die Blutbildung!

 

Hochwertige Fettsäuren

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass Fleisch gesunde Fette enthält. Der Anteil der schädlichen Fettsäuren, also der gesättigten Fette, ist ziemlich gering. Das kann zum einen beispielsweise daran liegen, dass immer häufiger Jungtiere geschlachtet werden, deren Fleisch noch nicht so stark verfettet sind. Zum anderen spielt auch die Futterzusammensetzung für die Tiere eine maßgebliche Rolle. Durch hochwertigeres Futter wird erzielt, dass auch Schweinefleisch ein gesünderes Verhältnis zwischen ungesättigten und gesättigten Fetten aufweist.

Rindfleisch enthält einen hohen Omega-3-Fettsäurengehalt. Insbesondere Rindfleisch aus Weidehaltung überzeugt mit einem hohen Anteil der hochwertigen und gesunden Linolsäure! Diese wird nur bei Wiederkäuern durch den Grasverzehr gebildet.

Für den optimalen Nährstoffgehalt des Fleisches kommt es aber auch maßgeblich auf eine gute Tierhaltung an.

 

2.      Hohe Bioverfügbarkeit

Die Fleischinhaltsstoffe besitzen zudem eine hohe biologische Verfügbarkeit. Das heißt, dass sie vom menschlichen Organismus viel schneller aufgenommen und verwertet werden können. So muss der Körper weniger Energie aufwenden, um sie aufzuspalten und zu verdauen. Die Strukturen der Inhaltsstoffe im Fleisch sind denen des Menschen sehr ähnlich. Vor allem Selen, Eisen und Zink aus tierischen Quellen haben eine höhere biologische Wertigkeit als Pflanzenquellen.

Spinat hat zum Beispiel einen höheren Eisenanteil als Fleisch, dennoch ist die Bioverfügbarkeit hier geringer: Das heißt, dass viel weniger vom Eisen aus dieser pflanzlichen Nahrungsquelle in den Zellen des Körpers ankommt.

 

3.      Top Nahrungsmittel für die Fitness- und Sporternährung

Fleisch ist zum einen für Sportler bestens geeignet, denn es hat einen hohen Proteinanteil, der für den Muskelaufbau essenziell wichtig ist. Insbesondere die im Rindfleisch enthaltene Linolsäure fördert nicht nur den Muskelmasse-Zuwachs, sondern unterstützt auch den effektiven Fettabbau.

Zum anderen ist Fleisch bestens für Menschen geeignet, die ihr Körpergewicht senken möchten.

Fleisch enthält im Vergleich zu anderen kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln oder fruktosereichem Obst nur sehr wenig Kalorien. So ist dieses Lebensmittel oftmals auch ein zentraler Bestandteil vieler Ernährungskonzepte, so etwa der Paleo-Diät, der Low-Carb Ernährung oder auch der Ketogenen Diät.

 

Was spricht gegen den Fleischkonsum?

Leider bringt der Fleischkonsum jedoch nicht nur positive Aspekte mit sich. So gibt es auch Aspekte, die zunehmend gegen den Fleischverzehr sprechen:

 

1.      Gefährliche Nahrungsmittelzusätze

Besonders problematisch ist minderqualitatives Fleisch aus Massentierhaltung. Hier können Lebensmittelexperten häufig gesundheitsschädliche Stoffe nachweisen. Vor allem durch Hormone, Steroide und Antibiotika belastetes Fleisch ist eine große Gefahr für die Gesundheit. Antibiotika sollte Tieren nur dann verabreicht werden, wenn sie krank sind und auf keinen Fall als Wachstumsbeschleuniger.

Hierzulande sind Antibiotika für die Tiermästung verboten, dennoch finden sich im Fleisch immer wieder Medikamentenrückstände. Genau diese nehmen wir beim Fleischverzehr jedoch in den Organismus auf.

Durch den häufigen Konsum billiger Fleischprodukte können sich bei uns Menschen schrittweise Antibiotika-Resistenzen entwickeln. Im ernsten Krankheitsfall kann das aber hochgefährlich werden, so etwa, wenn bei der Behandlung bakterieller Infektionen mit Antibiotika der Körper nicht mehr auf das Arzneimittel anspricht.

 

Besonders problematisch: Konsum von Wurstwaren

Vor allem in Wurstwaren stecken oftmals allergieauslösende Stoffe und Dickmacher wie etwa Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel oder Zucker. Geräucherte und gepökelte Fleischerzeugnisse enthalten Nitrite und Nitrate, welche die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. In nicht wenigen Fällen werden dem Fleisch auch künstliche Phosphate zugesetzt: In der Nahrungsmittelindustrie dienen diese häufig dem Farberhalt sowie der Verlängerung der Haltbarkeit des jeweiligen Produkts. Diese Phosphate schädigen jedoch die Gefäße und belasten zudem die Nieren. Langfristig gesehen, können sie sogar die Entstehung von Osteoporose begünstigen.

 

Fleischskandale

Unhygienische und nicht artgerechte Tierhaltungen sorgen immer wieder für Skandale! Die Schweinegrippe, die Maul- und Klauenseuche, „Gammelfleisch“, Listerien in Wurstwaren oder Rinderwahn (BSE) sorgten in der Vergangenheit dafür, dass sich immer mehr Menschen entschlossen haben, fleischfrei zu leben und auf eine vegetarische oder gar vegane Ernährungsweise umzusteigen.

 

2.      Fleischkonsum fördert die Entstehung gefährlicher Krankheiten

Auch wenn sich der Gehalt der „schlechten Fettsäuren“ – der gesättigten Fette – im Fleisch in den letzten Jahren zunehmend reduziert hat, so ist er doch noch relativ hoch.

Diese Fette stehen in einem engen Verdacht kardiovaskuläre Krankheiten zu fördern, so zum Beispiel Arteriosklerose, Schlaganfälle, Bluthochdruck oder Herzinfarkte. Auch der Cholesterinspiegel steigt durch den gesteigerten Verzehr gesättigter Fette deutlich an.

Rotes Fleisch wie zum Beispiel Schwein, Rind, Wild oder Lamm stehen zudem im Verdacht, das Darmkrebsrisiko signifikant zu erhöhen. Der regelmäßige Verzehr dieser Fleischsorten fördert zudem das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen im Darm: Diese wiederum begünstigen diverse innere Entzündungen bis hin zum Darmkrebs.

Wissenschaftliche Forschungsstudien konnten belegen, dass der tägliche Konsum von 100g rotem Fleisch das Schlaganfallrisiko um 11 Prozent steigern kann. Das Darmkrebsrisiko steigt sogar um 17 Prozent an und die Gefahr, an einem Diabetes zu erkranken, erhöht sich auf 19 Prozent!

Des Weiteren konnte belegt werden, dass regelmäßige Fleischesser im Vergleich zu vegetarisch oder vegan lebenden Menschen früher versterben.

 

Gibt es gleichwertige pflanzliche Fleischalternativen?

Diese Frage kann eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden.

Tierische Proteine können zum Beispiel auch aus Milchprodukten wie Käse, Joghurt, Milch oder Quark bezogen werden. Ebenso sind Mais, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Soja zentrale Proteinlieferanten und vor allem für Veganer essenziell wichtig.

Kalzium kann ebenfalls aus Milchprodukten aufgenommen werden, insbesondere aus Hartkäse, grünem Blattgemüse und Nüssen.

Eisen ist ein Spurenelement, das für die Blutbildung von zentraler Bedeutung ist, doch dieses kommt nicht nur in Fleisch, sondern auch in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Hierzu gehören zum Beispiel Hülsenfrüchte, Spinat, Rote Beete, Quinoa oder Amaranth.

Es gibt einen guten Tipp, wie Sie Ihrem Körper die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Nahrungsmittelquellen erleichtern können.

Nehmen Sie zu eisenhaltigen pflanzlichen Nahrungsmitteln eine zusätzliche Vitamin-C-Portion auf, zum Beispiel in Form eines frisch gepressten Orangensaftes. Dieses Vitamin steigert die Bioverfügbarkeit des Eisens auf pflanzlichen Quellen.

 

Kritischer Punkt: B-Vitamine

Bei der ausreichenden Versorgung mit B-Vitaminen sieht die Lage schon etwas komplexer aus. Die Vitamine B1 und B6 finden sic zwar auch in Milch sowie in Hühnereiern, doch für eine adäquate Versorgung müssten sehr hohe Mengen verzehrt werden.

Ebenso verhält es sich mit Vitamin B12: Dieses findet sich etwa im Sauerkraut und auch in fettreichen Fischsorten wie Lachs, Hering, Makrele oder Thunfisch. Fisch liefern zudem essenziell wichtige Omega-3-Fettsäuren, Jod und Selen. All diese Inhaltsstoffe sorgen zum einen für die Gesunderhaltung der Gefäße sowie des Herzens und zum anderen für gesunde Schilddrüsenfunktionen.

Vegetarier und Veganer müssen in diesem Zusammenhang besonders auf die Mahlzeitenzusammensetzung achten. Gegebenenfalls muss auf geeignete Supplemente gesetzt werden.

 

Menge, Fleischsorte und Fleischzubereitung sind zentrale Aspekte

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass der Fleischverzehr an sich nicht schädlich für die Gesundheit ist. Von zentraler Bedeutung ist aber die Fleischsorte, die Menge und vor allem auch die Art der Zubereitung.

 

Fleischsorte – ein zentrales Kriterium

Wie bereits erwähnt ist vor allem rotes Fleisch wie etwa Schwein, Rind, Wild oder Lamm mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden. Schuld daran ist vor allem der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren. Mediziner gehen davon aus, dass diese die Entstehung von Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Hingegen ist helles Fleisch wie zum Beispiel von Geflügel mit deutlich weniger gesundheitlichen Risiken verbunden. In diesem Zusammenhang muss jedoch auch erwähnt werden, dass Geflügelfleisch einen weitaus geringeren Nährstoffgehalt im Vergleich zu Rind- oder Schweinefleisch aufweist.

 

Fleischherkunft und Tierhaltung

Ganz egal, von welchem Tier das Fleisch stammt: Es sollte ausnahmslos immer aus einer artgerechten Tierhaltung kommen! Das ist nicht nur aus ethischem Blickwinkel ratsam, sondern auch aus gesundheitlichem.

Ethisch korrektes und hochqualitatives Fleisch wird zum einen unter höchsten hygienischen Anforderungen verarbeitet. Zum anderen ist das Fleisch wesentlich weniger oder überhaupt nicht mit Antibiotika oder sonstigen gesundheitsschädlichen Stoffen belastet.

Wie bedeutsam die Art der Tierhaltung ist, kann sehr gut am Beispiel der gesundheitsförderlichen Linolsäure aufgezeigt werden: Diese findet sich nämlich nur im Fleisch von Wiederkäuern, die ausschließlich aus Weidehaltung stammen. Wird ein Rind nun ausschließlich mit Getreide und Kraftfutter gefüttert und im Stall gehalten, verschwindet die Linolsäure bereits nach 14 Tagen aus dem Tierkörper!

 

Fleisch richtig zubereiten

Verarbeitetes Fleisch und Wurstwaren schaden der Gesundheit ebenso. Durch Verarbeitungsprozesse wie Räuchern, Pökeln, Grillen oder Salzen werden dem Fleisch schädliche Stoffe und Nitrit-Salze hinzugefügt, die langfristig zu koronaren Herzkrankheiten führen können.

 

Achten Sie auf die Verzehrmenge!

Ein weiteres großes Problem ist zudem der übermäßige Fleischkonsum, also die Menge!

Gemäß statistischen Angaben verzehrt jeder deutsche Bundesbürger pro Jahr im Schnitt rund 60 Kilogramm Fleisch.

Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens 300 Gramm Fleisch wöchentlich zu konsumieren. Das würde ungefähr 15 Kilogramm pro Jahr entsprechen. Zudem wird angeraten, vollständig auf verarbeitete Wurst- und Fleischwaren zu verzichten.

Eine gesunde Menge an hochwertigem qualitativem Fleisch ist im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung nicht schädlich für die Gesundheit. Dennoch kann sich auch ein Fleischverzicht durchweg positiv auswirken und zwar nicht nur auf die eigene Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt. Es ist wichtig, zu verstehen, dass Fleisch kein reines Produkt ist, sondern von Lebewesen kommt. Auch Tiere haben das Recht auf eine artgerechte und liebevolle Haltung, ganz ohne Qual. Aus diesem Grund sollte jeder Einzelne für sich seinen Fleischkonsum überdenken. Zudem muss Fleisch auch immer wertgeschätzt und nur aus guter Haltung gekauft werden.

 

Foto: Pixabay

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Christina Zoicas ist im Onlinemarketing sowie in der Suchmaschinenoptimierung tätig und lebt im wunderschönen Münchener Umland. Zudem betreibt sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin eine eigene Textagentur und schreibt erfolgreich Artikel und Bücher im Ernährungs-, Medizin- und Fitnessbereich.

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