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Herzschrittmacher – der Taktgeber, der Leben rettet

Herzschrittmacher – der Taktgeber, der Leben rettet

Normalerweise läuft das Herz wie eine gut geölte Maschine, aber wenn es aus dem Takt kommt oder zu langsam schlägt, dann braucht es einen Taktgeber. Ein elektrischer Taktgeber ist der Herzschrittmacher, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn der Rhythmus des Herzschlags nicht mehr stimmt. Was passiert bei einer OP, wenn der Arzt einen Herzschrittmacher einsetzt und wie gestaltet sich das Leben mit einem solchen Taktgeber? Welche Gefahren birgt das Einsetzen eines Schrittmachers und was müssen die Träger beachten?

Was genau ist ein Herzschrittmacher?

Unter einem Herzschrittmacher versteht die Medizin ein kleines Gerät, was das kranke Herz dabei unterstützen soll, im richtigen Rhythmus zu schlagen. Der Arzt setzt den Schrittmacher etwas unterhalb des rechten Schlüsselbeins direkt unter der Haut oder dem Brustmuskel ein. Jeder Schrittmacher ist mit zwei langen Elektroden ausgestattet, die über eine große Vene bis in das Herz führen. Im Herzen messen diese Elektroden die Aktivität des Herzmuskels. Immer wenn der Herzschlag unregelmäßig ist, geben die Elektroden einen elektrischen Impuls ab und der Takt des Herzens kommt wieder in einen normalen Bereich. Die modernen Schrittmacher von heute erkennen die Phasen, in denen das Herz im Takt schlägt. Sie greifen erst dann ein, wenn es aus dem Takt kommt. In jedem Herzschrittmacher befinden sich leistungsstarke Batterien aus Lithium, die im Schnitt bis zu zehn Jahren halten.

Wer braucht einen Herzschrittmacher?

Pro Jahr implantieren Ärzte in Deutschland rund 75.000 Schrittmacher, meist machen Herzrhythmusstörungen einen solchen Eingriff erforderlich. Oftmals schlägt das Herz zu langsam, wie das bei einem Vorhofflimmern, einem sogenannten AV-Block, dem Schenkelblock oder einem Sick-Sinus-Syndrom der Fall ist. Bei diesen Herzerkrankungen ist die Leitung des elektrischen Impulses im Herzmuskel deutlich verlangsamt oder sie fällt komplett aus. Der Muskel zieht sich nur noch selten zusammen oder er arbeitet gar nicht mehr, wenn es zu einem Herzstillstand kommt. Mit dem Herzschrittmacher wird die normale Funktion wieder hergestellt und der Körper bekommt ausreichend Blut. Eine eher seltene Indikation ist ein Infarkt, bei dem die Zellen im Herzen, die den Reiz leiten, beschädigt sind. Eher selten sind Schrittmacher nach einer Bypass-Operation.

Wie setzt der Arzt den Schrittmacher ein?

Wenn der Arzt einen Herzschrittmacher implantiert, braucht der Patient normalerweise keine Narkose, er bleibt während des Eingriffs wach. Der Narkosearzt betäubt nur die Haut und das Gewebe, das darunter liegt. Auf diese Weise verspürt der Patient keine Schmerzen. Nach der örtlichen Betäubung setzt der Arzt einen Hautschnitt unter dem rechten Schlüsselbein, denn dort verläuft ein großes Blutgefäß, das zum Herzen führt. Der Chirurg öffnet dieses Gefäß und schiebt die flexiblen, langen Sonden durch das Blutgefäß bis zum Herzen. Um zu sehen, ob der Schrittmacher die richtige Position hat, findet der Eingriff unter Röntgenkontrolle statt. So lässt sich die Lage ständig überprüfen und der Arzt kann eventuell noch rechtzeitig korrigieren. Nachdem der Chirurg den Schrittmacher angeschlossen hat, überprüft er, ob die Elektroden die elektrische Eigenheit des Herzens immer richtig messen. Funktioniert alles ohne Probleme, dann wird nur noch die Haut über dem Schrittmacher vernäht.

Gibt es Risiken?

Der Eingriff, bei dem der Patient den Schrittmacher bekommt, ist relativ harmlos, trotzdem lassen sich Probleme nie ganz vermeiden. Bei jedem 30. Patienten liegt der Herzschrittmacher nicht richtig, aber auch Funktionsstörungen sind möglich. Kommt es erneut zu Rhythmusstörungen oder zu einer Verletzung eines Blutgefäßes, dann ist ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Bekommt der Patient plötzlich einen heftigen Schluckauf, dann deutet das auf eine elektrische Erregung des Zwerchfells hin, die ungewollt ist. Vielfach kommt es dann zu einem erneuten Eingriff, damit der Arzt die Drähte neu positionieren kann. Nicht selten bildet sich im Bereich des Schnitts am Schlüsselbein ein Hämatom, also ein blauer Fleck. Eine Behandlung ist hier nicht notwendig, jedoch muss der Arzt größere Blutungen ausschließen können. Schwillt die Wunde an oder rötet sich stark, dann kann das eine bakterielle Infektion sein. Wichtig ist deshalb, dass der Patient die Wunde regelmäßig kontrollieren lässt.

Was ist zu beachten?

Die meisten Patienten gewöhnen sich schnell an den Schrittmacher und empfinden ihn nicht mehr als Fremdkörper in der Brust. In der Regel haben die Patienten das Gefühl, belastbarer und leistungsfähiger als früher zu sein. Trotzdem gibt es einige Dinge, die die Träger von Herzschrittmachern beachten müssen. Anstrengende körperliche Aktivitäten sind kurz nach der OP tabu, da es einige Wochen dauert, bis der Schrittmacher und die Drähte fest eingewachsen sind. Grundsätzlich gilt jedoch: Die Patienten können alles machen, was ihnen guttut. Vorsichtig sollte man jedoch sein, wenn es um den Umgang mit elektrischen Geräten geht. Von diesen Geräten gehen elektromagnetische Felder aus, die den Takt des Schrittmachers stören können. Je nach Baujahr des Herzschrittmachers ist auch eine Kernspintomografie nicht möglich. Für moderne Schrittmacher stellt diese Untersuchung aber kein Problem mehr. Problematisch sind auch Induktionsherde, die mit Magneten arbeiten. Selbst ein Toaster, ein Föhn oder ein Akkuschrauber können für Störungen sorgen, hier gilt es, die Gebrauchsanweisungen zu beachten.

Abstand halten

Kaum jemand kann in der heutigen Zeit ein Leben ohne elektrische Geräte führen. Patienten mit einem Herzschrittmacher müssen natürlich nicht auf die Mikrowelle, die Bohrmaschine oder die elektrische Zahnbürste verzichten. Wenn der Herzschrittmacher reagiert, fühlen die Patienten das an einem unregelmäßigen Pulsschlag, auch Schwindelgefühle sind keine Seltenheit. In den meisten Fällen reicht es aus, einen sicheren Abstand von 15 bis 30 Zentimetern einzuhalten. Wer einen Herzschrittmacher trägt und viele elektrische Geräte im Haushalt hat, der sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt sprechen und fragen, wie sich das Problem am besten lösen lässt.

Fazit

Ein Herz, das aus dem Takt gerät, kann gefährlich sein. Auch wenn ein Herz zu langsam schlägt, ist das für den Betroffenen sehr unangenehm und riskant. Damit es nicht mehr zu solchen Rhythmusstörungen kommt, gibt es einen Herzschrittmacher, ein Gerät, was das Herz im Takt schlagen lässt. Ein Herzschrittmacher ist nicht größer als eine normale Armbanduhr, er lässt sich schnell implantieren und arbeitet in der Regel sehr zuverlässig. Dem Patienten ermöglicht der Schrittmacher einen normalen Alltag, er kann wieder zur Arbeit gehen und in Maßen auch wieder Sport treiben. Ohne einen Herzschrittmacher müssen viele Herzpatienten immer mit der Gefahr eines Herzstillstands und mit der Gefahr des plötzlichen Herztods leben.

Bildquelle: © Thomas Mucha / AdobeStock

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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