Hörsturz – das unheimliche Gefühl, nicht mehr hören zu können

Hörsturz – das unheimliche Gefühl, nicht mehr hören zu können

Plötzlich nicht mehr hören zu können ist für jeden Menschen eine schreckliche Vorstellung, aber genau das kann bei einem Hörsturz passieren. Die Betroffenen hören entweder gar nichts mehr oder sie nehmen alle Geräusche nur noch stark gedämpft wahr. In den meisten Fällen ist nur ein Ohr von einem Hörsturz betroffen, beide Ohren sind eine sehr seltene Ausnahme. Viele verspüren einen dumpfen Druck, bei anderen fühlt sich die Ohrmuschel pelzig und unangenehm an. Schmerzen verursacht ein Hörsturz jedoch nicht. Möglich sind auch Ohrgeräusche wie bei einem Tinnitus, auch Schwindel kann ein Anzeichen für einen Hörsturz sein.

Wie kann es zu einem Hörsturz kommen?

Der Hörsturz gehört zu den Leiden, für die es keine belegbaren Ursachen gibt. Theorien gibt es viele, bewiesen ist bis heute jedoch keine einzige dieser Theorien. Fest steht aber, dass die filigranen Hör-Sinneszellen, die im Innenohr liegen, wie die Haarzellen auch, ständig lückenlos mit Nährstoffen und vor allem mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Kommt es zu einer Unterversorgung mit Blut, weil sich die Blutgefäße vielleicht verengt haben, fehlt es in diesem Fall an „Treibstoff“. In der Folge können die Zellen nicht mehr einwandfrei funktionieren oder sterben sogar ab. Mediziner vermuten daher, dass es Durchblutungsstörungen sind, die zu einem Hörsturz führen. Vermutet wird außerdem, dass die Blutplättchen verklumpen und dann die Gefäße verstopfen. Möglich ist ebenfalls, dass die Zellen die Verbindung zum Gehirn verloren haben und es keine Signale und Befehle mehr gibt.

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Kann Stress der Auslöser sein?

Der tägliche Stress, die Überlastungen, die der Alltag mit sich bringt und die Hektik im Berufsleben. Mit diesen drei Gründen wird der Hörsturz immer wieder in Verbindung gebracht. Oft streikt das Hörorgan genau dann, wenn der Stress besonders groß ist. Ein Zusammenhang zwischen Stress und Hörsturz gibt es aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht. Hinweise sind aber vorhanden, dass dauerhafter Stress auf das Hörvermögen schlagen kann. Durchaus denkbar ist außerdem, dass Stress und Hektik für Entzündungen oder auch für Durchblutungsstörungen im Ohr verantwortlich sind. Einen eindeutigen Beweis gibt es allerdings nicht.

Welche Symptome gibt es?

Es gibt eindeutige Symptome, die für einen Hörsturz sprechen:

  • Verändertes Hörvermögen
  • Schwerhörigkeit
  • Störungen in der Sensibilität
  • Druck auf dem betroffenen Ohr
  • Ohrgeräusche
  • Schwindelgefühl

Neben der Schwerhörigkeit oder dem Totalverlust des Hörvermögens gehört das veränderte Hörvermögen zu den Symptomen, die besonders häufig auftreten. Stimmen und Musik hören sich plötzlich fremd an. Die Betroffenen bekommen das Gefühl, „doppelt“ zu hören, da das eine Ohr schlechter funktioniert als das andere. Sie können nicht mehr zuordnen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, denn um Geräuschquellen richtig orten zu können, müssen beide Ohren intakt sein. Mit dem Hörsturz verschwindet auch das Hörvermögen und das innerhalb von wenigen Sekunden. Manchmal ist das Symptom schwach, dass es kaum wahrgenommen wird, zeitweise jedoch so stark, dass die Betroffenen auf einem Ohr völlig taub sind. Zu den Sensibilitätsstörungen gehört ebenso, dass ein Gefühl entsteht, als wäre die Ohrmuschel in Watte gepackt.

Auch diese Symptome sind möglich

Viele, die unter einem Hörsturz leiden, nehmen störende Ohrgeräusche wahr. Ein stetes Pfeifen, Klingeln oder Rauschen, das auch bei einem Tinnitus auftritt, ist bei einem Hörsturz keine Seltenheit. Als besonders belastend empfinden viele, die unter einem Hörsturz leiden, das Druckgefühl im Ohr, das dabei entsteht. Beschrieben wird das Gefühl, als ob ein Fremdkörper im Ohr feststeckt und das Hören unmöglich macht. Bei 20 bis 50 Prozent aller Patienten gehört auch Schwindel zu den Symptomen eines Hörsturzes. Kommt es jedoch anfallsartig zu Ohrgeräuschen, zu einem Verlust des Gehörs und zu einem Drehschwindel, handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht um einen Hörsturz, sondern eventuell um eine Erkrankung wie Morbus Menière, eine eher selten auftretende Krankheit des Innenohrs.

Was ist bei der Behandlung zu beachten?

Da die Ursache für einen Hörsturz nach wie vor unbekannt ist, haben es die Ärzte schwer, für jeden einzelnen Patienten eine gezielte Therapie zu finden. Grundsätzlich gibt es viele unterschiedliche Ansätze bei der Behandlung, die in den vergangenen Jahren erprobt wurden. Leider haben einige dieser Therapieformen nicht nur Vorteile, sondern auch gravierende Nachteile. Dazu kommt, dass manche Behandlungsformen in Medizinerkreisen höchst umstritten sind. Empfehlenswert ist, dass sich Arzt und Patient zusammensetzen und eine individuelle Therapie erarbeiten. Zu beachten ist, dass die Krankenkassen nicht für alle Therapien die Kosten übernehmen. Das gilt besonders für die Therapien, deren Wirkung noch nicht ausreichend durch Studien belegbar ist. Wichtig ist es auch, auf unseriöse Angebote zu achten. Immer wieder nutzen zweifelhafte Geschäftsleute die großen Unsicherheiten aus, die es bei den Hörsturz-Therapien immer noch gibt. Meist handelt es sich um teure, aber vollkommen wirkungslose Therapien, die stets Erfolg versprechen.

Welche Therapien gibt es?

Kortisonpräparate, eine rheologische Therapie oder eine intratympanale Therapie – die Auswahl an unterschiedlichen Behandlungen bei einem Hörsturz ist groß. Vielfach verschreibt der Arzt Mittel, die die Entzündung hemmen, wie beispielsweise Kortison. Diese Behandlung ist weit verbreitet und gilt bei den meisten Patienten als erste Wahl. Bei einer intratympanalen Therapie spritzt der Arzt dem Hörsturz-Patienten das Kortison direkt ins Ohr. Zuvor wird das Ohr örtlich betäubt, da der Arzt durch das Trommelfell sticht. Diese Form der Behandlung hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt, vor allem, wenn die klassische Behandlung mit Kortison bei Patienten nicht den gewünschten Effekt hatte. Infusionen, die den Blutfluss verbessern – das steht bei einer rheologischen Therapie im Mittelpunkt. Der Patient bekommt Mittel wie beispielsweise Hydroxyethylstärke über den Tropf verabreicht. Die Säure selbst ist seit 2014 in Deutschland verboten, aber es gibt vergleichbare Präparate, die eine solche Therapie auch in Deutschland möglich machen.

Fazit

Ein Hörsturz ist kein Notfall im klassischen Sinn, wie das bei einem Herzinfarkt der Fall ist. Die Betroffenen sehen das mit Sicherheit anders, aber sie sollten trotzdem nicht in die Notaufnahme eines Krankenhauses gehen, sondern einen HNO-Arzt aufsuchen. Wichtig ist nur, schnell zu handeln, denn je eher ein Hörsturz behandelt wird, umso besser kann eine Therapie greifen. Handelt es sich hingegen um eine milde Form mit nur leichten bis mittelmäßigen Beschwerden, ist es ratsam, einige Tage zu warten, ob es nicht zu einer spontanen Besserung kommt. Das ist bei einem Hörsturz durchaus möglich und kommt öfter vor.

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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