Wie gesund oder gefährlich ist es, wenn sich Kinder vegan ernähren?

Wie gesund oder gefährlich ist es, wenn sich Kinder vegan ernähren?

Immer mehr Eltern in Deutschland ernähren ihre Kinder entweder vegetarisch oder sogar vegan. Viele Kinder wollen heute auch keine Lebensmittel tierischen Ursprungs mehr essen. Sie haben Mitleid mit den Tieren und gehen mit dem was sie essen, sehr kritisch um. In beiden Fällen stellt sich die Frage, wie gesund oder wie gefährlich ist es, wenn sich Kinder vegan oder vegetarisch ernähren? Stört der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte das Wachstum und brauchen Kinder überhaupt Fleisch und Wurst, um sich gesund zu ernähren?

Keine aussagekräftigen Zahlen

Dass sich immer mehr Kinder vegan oder vegetarisch ernähren, ist vielleicht nur ein Trend, der sich wieder verläuft. Vielleicht ist es aber auch ein grundlegender Wandel, der beweist, dass junge Menschen nicht mehr einfach nur konsumieren. Es gibt noch keine aussagekräftigen objektiven Zahlen, die Auskunft geben können, was die jungen Veganer und Vegetarier wirklich bewegt. Es gibt jedoch eine interessante Studie zu diesem Thema. „VeChi Diet“ heißt diese Studie, die jetzt erste Ergebnisse und die repräsentativen Daten von 364 Kleinkindern zwischen einem und drei Jahren vorgestellt hat. Zehn Prozent der vegan ernährten Kinder und sechs Prozent der Kinder, die vegetarisch essen, sind deutlich zu klein und zu leicht für ihr Alter. Das ist für die Wissenschaftler ein Zeichen dafür, dass die Kinder nicht optimal ernährt worden sind. Bei den Kindern, die Mischkost bekommen, gab es hingegen keine Defizite und nur drei Prozent hatten Übergewicht.

Pflanzliche Ernährung kann gesund sein

Die Studie hat gezeigt, dass es durchaus möglich ist, selbst kleine Kinder vegan zu ernähren, aber es gibt viel zu beachten. Die pflanzliche Ernährung kann den Bedarf decken, wenn auch die Nahrungsenergie stimmt. So ist es sehr wichtig, dass die Kinder ausreichend Vitamin B12 bekommen, ein Zusatz, der für alle Veganer und Vegetarier von Bedeutung ist. Vitamin B12 kommt nur in tierischen Nahrungsmitteln vor und ist von großer Bedeutung für das Gehirn und das Nervensystem. Bisher hat die Forschung nur die direkte Zufuhr von ganz bestimmten Nährstoffen untersucht, aber nicht, wie der Körper sie aufnimmt. Das macht alle Studien zum Thema Kinder und pflanzliche Ernährung nicht aussagefähig. Wie sich veganes oder vegetarisches Essen auf die geistigen Fähigkeiten der Kinder auswirkt, wurde bislang noch nicht untersucht.

Eine Ernährung für kranke Kinder?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung lehnt eine vegane oder vegetarische Ernährung bei Kindern grundsätzlich ab. Der Grund der DGE: Kinder vegan oder vegetarisch zu ernähren, macht eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen unmöglich. Die Kinder müssten auf Dauer Vitamin-B12-Präparate zu sich nehmen. Die Eltern müssen penibel auf die Zufuhr von kritischen Nährstoffen wie Aminosäuren, Vitamin D, Eisen, Jod, Zink, Selen und Kalzium achten. Reicht die pflanzliche Nahrung nicht aus, dann ist es zwingend notwendig, entsprechende Nährstoffpräparate und angereicherte Lebensmittel zu verwenden. Streng genommen müssen Kinder, die vegan essen, wie Kinder ernährt werden, die unter einer Eiweißstoffwechselerkrankung leiden. Die pflanzliche Ernährung von Kindern ist zu komplex und auch zu kompliziert, sodass es schnell zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen kann.

Fatale Folgen

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, so lehnt auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die vegane und vegetarische Ernährung von Kindern kategorisch ab. Die Eltern sollten sich vor Augen halten, dass diese Form der Ernährung für Kinder „fatale Folgen“ und „irreversible Schäden“ bedeutet. Bekommt das kindliche Gehirn zu wenig Vitamin B und nicht die notwendigen Aminosäuren, dann kommt es unter Umständen zu sehr starken Verzögerungen bei der Entwicklung. Diese fehlende Hirnreife führt dann zu wichtigen kognitiven Beeinträchtigungen, so die Meinung vieler Kinderärzte. In extremen Fällen kann es später dann zu starken Lernstörungen kommen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sieht die Gefahren vor allem dann, wenn Kinder vegan ernährt werden. Eine vegetarische Ernährung ist durchaus vorstellbar.

Wie kann es mit der richtigen Ernährung klappen?

Vegan nein, vegetarisch ja – der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erklärt, warum er die vegane Ernährung für Kinder konsequent ablehnt, sich aber mit der vegetarischen Ernährung arrangieren kann. Kinder, die eine Mischkost bekommen, trinken Milch, essen Käse und auch Eier, wichtige Grundnahrungsmittel, die für eine gesunde Ernährung lebensnotwendig sind. Zusätzlich raten die Ärzte den Eltern, viel Eisen in die Ernährung einzubinden. Das kann in Form von Tabletten oder Tropfen passieren. Einmal im Jahr sollte der Kinderarzt zudem ein Blutbild machen. Hülsenfrüchte und Nüssen sind ebenso gute Eisenlieferanten wie auch Vollkornbrot. Auch hier sollten die Eltern darauf achten, dass diese Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen.

Von allem etwas

Es ist heutzutage nicht leicht, Kinder gesund zu ernähren. Auf der einen Seite lockt das Fast Food, eine ungesunde Ernährung mit zu viel Fett, zu viel Zucker und zu wenig Nährwerten. Auf der anderen Seite geht der Trend zur vermeintlich gesunden veganen oder vegetarischen Ernährung. Ideal ist eine gesunde Mischkost, die von allem etwas enthält und in der auch kleine Ernährungssünden erlaubt sind. In der gesunden Mischkost finden sich pflanzliche Nahrungsmittel ebenso wie tierische Produkte. Fisch sollte auf der Speisekarte stehen, Geflügelfleisch, Gemüse, Salate und frisches Obst, rotes Fleisch vom Rind oder Schwein allerdings nur in Maßen. Diese Mischkost garantiert bei Kindern eine adäquate Zufuhr an Nährstoffen.

Auf die Werte achten

Was sollten Eltern tun, wenn die Kinder nichts anderes als veganes Essen wollen? Die Kinder zu etwas zwingen, ist der falsche Weg, zumal Kinder sich dann allen vernünftigen Argumenten der Eltern widersetzen. In diesem Fall ist es die bessere Idee, mit dem Kind zu einem Ernährungsberater zu gehen und einen Speiseplan zusammenzustellen. Wichtig ist, dass die Eltern darauf bestehen, einmal im Jahr eine gründliche Untersuchung beim Arzt machen zu lassen. Nur so wird sichergestellt, dass es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.

Fazit

Bei vielen Kindern und Jugendlichen ist die rein pflanzliche Ernährung ein Trend, der wieder vorübergeht. Es gibt jedoch auch junge Leute, die sich konsequent vegetarisch oder vegan ernähren. Wenn das der Fall ist, dann ist es die Aufgabe der Eltern, die Kinder auf die Vor- und Nachteile dieser Form der Ernährung hinzuweisen. Die Eltern müssen Wege aufzeigen, wie es gelingt, sich pflanzlich und gleichzeitig gesund zu ernähren. Wenn die Kinder sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen, dann können sie sich durchaus gesund und auch immer abwechslungsreich ernähren.

Bild: © Robert Kneschke / Fotolia

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.