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Neue Behandlungsmethoden für Autoimmunerkrankungen

Neue Behandlungsmethoden für Autoimmunerkrankungen

Menschen, die unter Autoimmunerkrankungen leiden, können oftmals kein normales Leben führen. Sie leiden unter ständigen Schmerzen, müssen Einschränkungen in Kauf nehmen und verlieren nicht selten sogar die Lust am Leben. Das gilt zum Beispiel für Rheumapatienten, die meist einen qualvollen Leidensweg gehen müssen. Für viele Autoimmunerkrankungen gab es bisher nur die Möglichkeit, die starken Symptome zu lindern, beim Kampf um die Ursache mussten sich die Ärzte aber immer wieder geschlagen geben. Das könnte sich jetzt ändern, denn es gibt neue Behandlungsmethoden für Autoimmunerkrankungen, die allerdings auch einige Risiken bergen.

Wenn der Körper gegen sich selbst kämpft

Aus medizinischer Sicht sind Autoimmunerkrankungen Krankheiten, deren Ursache im körpereigenen Immunsystem zu finden ist. Vereinfacht gesagt: Kommt es zu einer Autoimmunerkrankung, dann kämpft der Körper gegen sich selbst. Bei diesen Erkrankungen ist es kaum möglich, die Ursache zu behandeln, die Betroffenen leiden aber meist ihr ganzes Leben lang. Allerdings gibt es Medikamente, die das Leben einfacher machen. Außerdem wird ständig nach neuen Behandlungsmethoden geforscht, damit die Patienten besser mit ihrer chronischen Krankheit zurechtkommen. Colitis ulcerosa gehört zu den Autoimmunerkrankungen, ebenso wie Morbus Bechterew, Zöliakie oder auch Diabetes.

Eine vielversprechende Therapie

Lange sah es so aus, als gäbe es für die Menschen, die unter Autoimmunerkrankungen leiden, nur wenig oder gar keine Hoffnung. Das änderte sich jedoch in den 1990er Jahren. Damals begannen Immunologen und Hämatologen damit, ihre Patienten so zu behandeln, als hätten diese eine Leukämie mit anschließender Chemotherapie und einer Knochenmarktransplantation. Der Gedanken hinter dieser Therapie ist: Wenn das Immunsystem einmal ausgeschaltet ist, dann kann es der Körper auch nicht mehr angreifen. Es ist zwar eine radikale Therapie, aber auf lange Sicht gesehen, können die Patienten davon profitieren. Allerdings ist diese neue Form der Behandlung nicht ohne Risiken und das macht sie in Deutschland unpopulär. Aktuell kommt die Therapie nur für medizinische Härtefälle infrage, bei denen Medikamente nicht mehr helfen.

Nur für medizinische Notfälle

Noch immer steckt die neue Therapie bei Autoimmunerkrankungen in den Anfängen und sie kommt meist nur dann zum Einsatz, wenn es sich um eine wissenschaftliche Studie handelt. Eine andere Möglichkeit ist ein sogenannter genehmigter Heilversuch. In ganz Europa sind erst rund 2000 Patienten in 20 Jahren behandelt worden, die meisten mit Multipler Sklerose. Gut ein Viertel der Patienten ist an Sklerodermie erkrankt, eine chronische Krankheit, bei der sich das Bindegewebe nach und nach verhärtet. Rund vier Prozent leiden unter Lupus, einer weiteren Autoimmunerkrankung. Bei Lupus handelt es sich um eine besondere Form des Rheumas. Die Antikörper und Immunzellen kämpfen nicht nur gegen Viren und Bakterien, wie das bei einem gesunden Menschen der Fall ist, die Antikörper greifen auch das eigene Gewebe an und der Körper beginnt, sich systematisch selbst zu zerstören. Die Krankheit verläuft in Schüben, bei denen die Gelenke unförmig anschwellen und sich die Haut entzündet, schließlich beginnt der ganze Körper damit, zu schuppen.

Die Qualen der Patienten

Menschen, die unter der Autoimmunerkrankung Lupus leiden, können die Schmerzen mit der Hilfe von Medikamenten bekämpfen. Leider schlagen die Mittel nicht bei allen Patienten gut an, bei manchen helfen sie nicht. Im weiteren Verlauf von Lupus können die Betroffenen nur noch unter großen Qualen laufen und kaum noch atmen. Herz und Niere werden in Mitleidenschaft gezogen und selbst Morphium kann die Schmerzen nur für wenige Stunden ausschalten. Patienten, die alle Hoffnungen aufgegeben haben, entschlossen sich für die radikale neue Therapie, auch wenn bei den Nebenwirkungen Herzversagen und Lungenembolie möglich sind.

Wie funktioniert die Therapie?

Seit Jahren forscht die Wissenschaft nach der genauen Ursache von Autoimmunerkrankungen wie Lupus, unter anderem auch das Deutsche-Rheuma-Forschungs-Zentrum in der Berliner Charité. Mittlerweile haben sie die Ursache gefunden: Sogenannte Gedächtniszellen, die nur falsch programmiert und damit beschäftigt sind, ständig neue Autoantikörper herzustellen. Sie gelten als der Antrieb der chronischen Entzündungen, aber wenn das Immunsystem einfach nicht mehr startet, dann ist es auch mit der Produktion der Autoantikörper vorbei. Bei einer Behandlung filtern die Ärzte zunächst einmal alle Stammzellen aus dem Blut und lagern diese in einer Tiefkühltruhe. Dann bekommt der Patient eine klassische Chemotherapie. Dabei handelt es sich um einen Mix aus Mitteln, die die Zellteilung hemmen und aus Antikörpern gegen die Immunzellen. Zusammen vernichten sie die Gedächtniszellen, die krank machen, aber auch das komplette Immunsystem.

Eine mühsame Behandlung

Die neue Behandlung gegen Autoimmunerkrankungen wie Lupus sind kräftezehrend und erfordern von den Betroffenen viel Mut. Die Therapie bedeutet Wochen auf der Isolierstation sowie Antibiotika, die vor möglichen Infektionen schützen. Im Zimmer wird die Luft ständig gefiltert und das Essen ist ultrahoch erhitzt. Nachdem dem Ende der Chemotherapie kommen die tiefgekühlten Stammzellen wieder zum Einsatz. Sie bilden in einer Infusion die Basis, um die Abwehrkräfte wieder aufzubauen. Oft dauerte es mehrere Jahre, bis die Patienten, die diese Form der Therapie bekommen haben, wieder am normalen Alltagsleben teilnehmen konnten. Nur sehr langsam kommen die Abwehrkräfte wieder und sie reagieren zunächst noch sehr zögerlich auf Keime oder andere Eindringlinge. Besonders gefürchtet sind Hefe-Pilze oder Viren, die Herpes auslösen. Gegen diese Feinde ist das geschwächte Immunsystem machtlos.

Skepsis bei vielen Experten

Noch sind viele Neurologen und Rheumatologen gegenüber der Radikaltherapie bei Autoimmunerkrankungen eher skeptisch. Dabei können sich die Erfolge sehen lassen. Die totale Abschirmung gegen die gefährlichen Pilze und Keime ist heute so gut wie noch nie, die Dosis der Chemotherapie ist geringer und damit ist auch jede Behandlung nicht mehr so belastend. In ganz Europa ist die Sterberate von 13 auf nur noch sechs Prozent gesunken. Das ist zwar ein sehr großer Fortschritt, aber die Zahl ist leider immer noch zu hoch. Allein an der Charité sind bisher 22 Patienten, die unter Autoimmunerkrankungen leiden, mit der neuen Therapie behandelt worden, drei haben die Behandlung leider nicht überlebt.

Fazit

Nach wie vor gehören Autoimmunerkrankungen zu den großen Rätseln der Medizin. Den Forschern ist es gelungen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und sie haben eine Therapie entwickelt, die vielen kranken Menschen wieder Hoffnung gibt. Noch steckt die Therapie in den Kinderschuhen, aber trotzdem wollen sich mehr Patienten behandeln lassen, als es freie Plätze gibt. Nur wenn konsequent weiter geforscht wird, dann kann es eines Tages gelingen, diese schweren Erkrankungen zu besiegen.

Bild: @ depositphotos.com / tashatuvango

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Autor(in)

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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